Take a walk and never come back

Es ist mal wieder Zeit für einen Sommer-Blogeintrag. Ich hatte den kompletten Sommer frei und hab die Zeit genutzt mit meinem Drahtesel die Gegend zu erkunden. Natürlich habe ich meine Lieblingswege, die ich immer wieder gerne abfahre auf der Suche nach etwas neuem. Egal bei welchem Wetter, ich bin eigentlich immer irgendwo draußen im Busch, am liebsten mit leichtem Gepäck. Also gibt es hier die Eindrücke meiner Touren aus Sicht meines iPhones.

Im Juni blühte alles in Hülle und Fülle, deshalb hab ich mir die abgelegenen Feldwege gesucht, die relativ wenig befahren sind und dort konnte ich mich ganz in Ruhe auf die weite Landschaft und das Surren der Insekten konzentrieren. Der Urlaub hatte gerade begonnen und man konnte sich mit Mutter Natur beschäftigen.

Meine treue Agathe quietscht mit mir die Radwege entlang und macht immer eine gute Figur. Ich brauche kein Auto, denn mit ihr komme ich überall hin, wie zu diesem Sonnenblumenfeld Anfang Juli. Der Himmel war bedeckt, aber die Stimmung war einfach passend.

Ein morgendliches Bad in einer sommerlichen Wiese zwischen Wanzen, Libellen und Schmetterlingen ließen den Juli einleiten. Entspannung pur. Die Gegend, in der ich lebe, zeigt sich im Sommer von ihrer schönsten Seite. Seen, Wälder, Felder – alles direkt vor der Haustür.

Mitte Juli war es plötzlich kalt und regnerisch und ich hab endlich wieder die Fuji in die Hand genommen und ein paar tolle Fotos geschossen, die bald in einem neuen Beitrag erscheinen. Es war für mich ein kleiner Vorgeschmack auf den Herbst. Mit gelber Regenjacke und nassen Socken über die Wiese zu hüpfen und alle Sorgen zu vergessen.

Im Sommer ist Erntezeit. Ich war nie der große Garten-Enthusiast, doch diesen Sommer wollte ich es wissen und brachte mit meiner Mutter bereits im April einiges in die Erde. Aus Brokkoli und Blumenkohl wurde leider nichts, aber aus einem kleinen Kürbiskern ist eine sehr ergiebige Pflanze gewachsen, an der Hokkaidos hängen wie Weihnachtskugeln. Herbst vorprogrammiert.

 

 

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Last Summer Days

Gestern Abend hat mich die Abenteuerlust gepackt, als der Himmel anfing zu dämmern und ich mit dem Fahrrad in Richtung Knehden fuhr. Ich mag diese dunkle Stimmung im Sommer, denn dann kann ich so tun, als wäre es bereits Herbst. Also auf ins Abenteuer.

Die alte Asphaltstraße zog sich in die Länge und meine Reifen waren bereits mehr als platt und ich kam eigentlich nur schleppend voran, aber das störte mich nicht – denn eine leere Straße bei Dämmerung heißt gleichzeitig keine Menschen, die meinen Pfad kreuzen könnten. Der Weg ist gesäumt von Obstbäumen, die ihre Früchte so freiwillig darbieten, dass man nur noch die Hand ausstrecken muss, doch liegt das Obst faulig auf dem Boden und riecht gärig. Niemand scheint dieses Geschenk der Natur wertzuschätzen und so verfaulen ihre Schätze an der Straße. Äpfel, Pflaumen, Mirabellen.

Die Sonne im Westen wärmte mir noch kurz den Rücken, aber von Osten her verspürte ich eine leichte kühle Brise, die durch die Fasern meiner Jacke drang und die ersten Anzeichen des bevorstehenden Herbstes mitbrachte. Als ich das bemerkte fuhr ich ein wenig schneller, um die kalte Luft zu spüren, die mich die Hitze der letzten Wochen vergessen ließ. Die Pferdekoppel mit den Islandpferden war leer an diesem Abend, dennoch umhüllte die Sonne mit ihren letzten Strahlen die Gräser und abgebrochenen Äste mit einen leichten Schimmer. Der Wald lag still dar, keine Vögel waren zu hören. Absolute Stille. Die Felder sind bereits abgemäht, bis auf den Mais, der versucht sich aufrechtzuerhalten. In den wenigen Häusern an der Straße sind die Fenster geöffnet, um die Kühle willkommen zu heißen und das Zirpen der Grillen zu genießen.

Wolken ziehen vor die untergehende Sonne. Es wird jetzt wieder früher dunkel und die Krähen beginnen sich in Scharen zu sammeln. Ich fahre weiter zum alten Weinberg, der auf dem Hügel eine Eiche beherbergt, umringt von nichts weiter als dem Horizont. Der Radweg zieht sich hin, links der Beifuß, rechts das Springkraut. Die ersten gelben Blätter fallen tanzend zu Boden oder werden vom Wind in eine andere Richtung getragen. Ich begegne einem Jäger, der sich im Hochstand in Stellung bringt, um Ausschau nach Schwarzkitteln zu halten, die im Dickicht warten, dass die Nacht heran bricht, um nach Pilzen und schmackhaften Kräutern zu suchen. Ich lausche einen Moment, ob ich einen Schuss höre, doch es bleibt ruhig. Weiter an der Brücke vorbei, kann ich sehen, wie die Sonne sich allmählich hinter den Bäumen verabschiedet und schwarze Silhouetten zurücklässt.

Es ist kälter geworden und ein Gewitter zieht von Norden heran. Ich setzte mir die Grenze an den großen Strommasten, die sich über den Fichtenwald hinwegziehen, um den Rückweg nach Hause anzutreten. Der Asphalt des Radwegs sieht aus wie eine lange schwarze Zunge, die ins Nichts führt. Der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Dicke Tropfen prasseln zu Boden, doch bei diesem kurzen Schauer sollte es bleiben. Ich genieße also die Kühle und die Einsamkeit. Diese Gefühle an einem der letzten Sommertage dieses Jahres lassen mich mit Vorfreude auf den Herbst blicken, wenn die Blätter fallen und der Nebel zurückkehrt zu mir.

Aufgenommen habe ich die Fotos mit der Sony Alpha 6000 und dem 16-50mm Objektiv.

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