Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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Tosende Kiefern und alte Filmrollen

Mein liebster Wald, eine Sturmlampe und ein tosender Wind in den Kiefern. Zu der Geschichte hinter den Fotos will ich gar nicht viel erzählen. Vor ein paar Tagen hatte ich mir eine Sturmlampe besorgt, um einige Ideen damit auszuprobieren. Wie gewohnt bin ich bepackt wie ein Esel los gefahren in meinen Lieblingswald ein Dorf weiter und hab mich von den Gegebenheiten überraschen lassen. In letzter Zeit wollte ich wieder mehr analog fotografieren und habe auch des öfteren bewusst nur meine Pentacon in der Tasche mitgenommen. Leider waren die letzten Umsetzungen damit nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich war im Stress und irgendwie auch davon überzeugt ein gutes Foto zu schießen. Von 12 kostbaren Abzügen und zwei Wochen des Wartens auf den entwickelten Film, kam dann nur ein gutes Foto heraus. Ich war etwas sauer auf mich selbst, weil ich einfach meine Filmrollen so verschleudert habe – für nichts.

Es war nur wieder einmal die Erfahrung mit mehr Gewissenhaftigkeit an die Dinge zu gehen und nicht einfach drauf loszuschießen wie mit einer DSLR. Wie dem auch sei bin ich dieses Mal wirklich gezielt vorgegangen, habe mich mit Perspektiven auseinandergesetzt und überlegt, was ich ablichten möchte, weil es nur 12 Fotos sind, die mir zur Verfügung stehen und es meine letzte Rolle 120mm-Film war. Diese 120mm Filmrollen kosten schon ein kleines Vermögen. Wenn man Glück hat, bekommt man gute Filmrollen zu einem moderaten Preis. Die Filme von Lomography sind meist in einer limitierten Auflage zu erhalten, daher immer schnell ausverkauft. Ich habe den Earl Grey B&W 100 ausprobiert, der im 3er-Pack erhältlich war und bin damit ganz zufrieden. Aber am liebsten lege ich Kodak Portra ein, weil die Farben wirklich der Hammer sind.

Bewusst schwarz-weiß zu fotografieren finde ich schwierig. Z. meinte, dass solche Kontraste besser wirken, wenn es draußen stürmisch und ungemütlich ist und er hatte Recht damit. An diesem Tag im Oktober war es verregnet, der Wind pfiff in jede Ritze und der Himmel war bedeckt mit einer grauen Decke aus Wolken. Der Wald knackte überall und die Baumkronen bogen sich unter dem tosenden Wind. Meine Haare hingen ständig im Gesicht, der Regen peitschte aus Nordosten über die Felder. Diese Sturmlampe anzuzünden war dann auch noch die nächste Geduldsprobe – 10 Streichhölzer für den ersten Versuch, die Flamme in Gang zu bringen. Zippo? Fehl am Platz.

Ich sammelte meine Gedanken und konzentrierte mich nun auf die Pentacon, alles andere blendete ich aus. 12 Auslösungen – hauptsächlich Naturaufnahmen und zwei Aufnahmen mit dem lustigen Selbstauslöser, der immer noch funktioniert. Offenen Blende 2.8, Belichtungszeit 250, ISO 100 – das wars. Ich hatte keine Ahnung, wie die letztendlichen Ergebnisse aussehen würden. Somit versenkte ich den Film beim Filmentwickler meines Vertrauens und wartete – zwei Wochen natürlich. Hier nun die Ergebnisse.

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Black Wood Analog – Pentacon Six TL auf Lomography Earl Grey B&W 100

Auf meiner Zenit ET bin ich leider kein Fan von Schwarz-Weiß-Film, doch an einem kalten Tag im Mai habe ich den Lomography Earl Gray in meine Pentacon eingelegt und einfach drauf los geknipst. Ich hab dann wieder zwei Wochen gewartet, bis ich die entwickelten Fotos abholen konnte. Ich hatte meine Erwartungen nicht allzu hochgeschraubt, aber die Ergebnisse haben mich überrascht. Die Kontraste sind sehr stark und das Weiß geht eher mehr ins Grau. Ich habe noch zwei Filme, die ich auf jeden Fall in der dunklen Jahreszeit verwenden werde, wenn es hoffentlich mehr regnet, um einen Vergleich für die Entwicklung zu haben. Mittlerweile habe ich mich an die Carl Zeiss Linse gewöhnt, sie ist recht unscharf mit f2.8, aber ab einer höheren Blende konnte sie bei mir letztendlich doch punkten. Das Bokeh spricht Bände bei 80mm und direktem Sonnenlicht. Ich kann auch sagen wie schwer es ist mit solch einem Metallklotz aus den 60ern Selbstportraits zu schießen. Der Selbstauslöser dauert so um die 10 Sekunden und ist ein herrliches Geräusch auf das man sich sehr konzentrieren muss, wenn man den richtigen Moment einfangen will. Ein Stativ ist wahrlich von Nöten, weil die Kamera nach vorne kippt aufgrund des Objektivs. Ich konnte auch nur mit Offenblende fotografieren, weil der Hebel am Objektiv leider nicht automatisch einrastet. Also alles manuell machen und auf gut Glück hoffen, dass das Ergebnis einigermaßen akzeptabel wird. Wie dem auch sei – hier nun die Ergebnisse…

Kamera: Pentacon Six TL

Objektiv: Carl Zeiss 80mm f2.8

Film: Lomography Earl Grey ISO 100 120mm

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Last Summer Days

Gestern Abend hat mich die Abenteuerlust gepackt, als der Himmel anfing zu dämmern und ich mit dem Fahrrad in Richtung Knehden fuhr. Ich mag diese dunkle Stimmung im Sommer, denn dann kann ich so tun, als wäre es bereits Herbst. Also auf ins Abenteuer.

Die alte Asphaltstraße zog sich in die Länge und meine Reifen waren bereits mehr als platt und ich kam eigentlich nur schleppend voran, aber das störte mich nicht – denn eine leere Straße bei Dämmerung heißt gleichzeitig keine Menschen, die meinen Pfad kreuzen könnten. Der Weg ist gesäumt von Obstbäumen, die ihre Früchte so freiwillig darbieten, dass man nur noch die Hand ausstrecken muss, doch liegt das Obst faulig auf dem Boden und riecht gärig. Niemand scheint dieses Geschenk der Natur wertzuschätzen und so verfaulen ihre Schätze an der Straße. Äpfel, Pflaumen, Mirabellen.

Die Sonne im Westen wärmte mir noch kurz den Rücken, aber von Osten her verspürte ich eine leichte kühle Brise, die durch die Fasern meiner Jacke drang und die ersten Anzeichen des bevorstehenden Herbstes mitbrachte. Als ich das bemerkte fuhr ich ein wenig schneller, um die kalte Luft zu spüren, die mich die Hitze der letzten Wochen vergessen ließ. Die Pferdekoppel mit den Islandpferden war leer an diesem Abend, dennoch umhüllte die Sonne mit ihren letzten Strahlen die Gräser und abgebrochenen Äste mit einen leichten Schimmer. Der Wald lag still dar, keine Vögel waren zu hören. Absolute Stille. Die Felder sind bereits abgemäht, bis auf den Mais, der versucht sich aufrechtzuerhalten. In den wenigen Häusern an der Straße sind die Fenster geöffnet, um die Kühle willkommen zu heißen und das Zirpen der Grillen zu genießen.

Wolken ziehen vor die untergehende Sonne. Es wird jetzt wieder früher dunkel und die Krähen beginnen sich in Scharen zu sammeln. Ich fahre weiter zum alten Weinberg, der auf dem Hügel eine Eiche beherbergt, umringt von nichts weiter als dem Horizont. Der Radweg zieht sich hin, links der Beifuß, rechts das Springkraut. Die ersten gelben Blätter fallen tanzend zu Boden oder werden vom Wind in eine andere Richtung getragen. Ich begegne einem Jäger, der sich im Hochstand in Stellung bringt, um Ausschau nach Schwarzkitteln zu halten, die im Dickicht warten, dass die Nacht heran bricht, um nach Pilzen und schmackhaften Kräutern zu suchen. Ich lausche einen Moment, ob ich einen Schuss höre, doch es bleibt ruhig. Weiter an der Brücke vorbei, kann ich sehen, wie die Sonne sich allmählich hinter den Bäumen verabschiedet und schwarze Silhouetten zurücklässt.

Es ist kälter geworden und ein Gewitter zieht von Norden heran. Ich setzte mir die Grenze an den großen Strommasten, die sich über den Fichtenwald hinwegziehen, um den Rückweg nach Hause anzutreten. Der Asphalt des Radwegs sieht aus wie eine lange schwarze Zunge, die ins Nichts führt. Der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Dicke Tropfen prasseln zu Boden, doch bei diesem kurzen Schauer sollte es bleiben. Ich genieße also die Kühle und die Einsamkeit. Diese Gefühle an einem der letzten Sommertage dieses Jahres lassen mich mit Vorfreude auf den Herbst blicken, wenn die Blätter fallen und der Nebel zurückkehrt zu mir.

Aufgenommen habe ich die Fotos mit der Sony Alpha 6000 und dem 16-50mm Objektiv.

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Fernweh nach Worten

Ich schreibe und schreibe und schreibe. Irgendwie kann ich im Moment nicht die richtigen Worte zu Papier bringen, die mich bewegen. Ich bin nicht unmotiviert etwas für den Blog zu schreiben. Ganz im Gegenteil – ich möchte den Blog mehr nutzen und mit Inhalt füllen, aber leider habe ich keine zündende Idee oder halte das, was ich veröffentlichen möchte für absoluten Humbug. Ich habe jede Menge Texte, die in meinem Notizheft schlummern und Dutzende von Fotos, die ich hochladen möchte, aber irgendwie passt nichts so richtig zusammen. Mir ist etwas die Ästhetik verloren gegangen. Ich möchte zum Denken anregen und im Gedächtnis bleiben. Ist es so schwer etwas Bleibendes zu hinterlassen? Ich fühle mich etwas verloren – es fühlt sich an wie ein Fernweh nach Worten, die irgendwo ganz weit weg sind. Vielleicht muss ich die Kraft der Worte erst wieder finden…die Frage ist nur: Wo soll ich suchen?

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Black Wood Analog – Zenit ET auf Kodak Gold200/Ektar100/BW400

Ich hab mir im Januar die Zenit ET zugelegt, eine sowjetische Schönheit, die Anfang der 80er in Russland in Massen produziert wurde. Ich hab sie einem netten Herren abgekauft, der mir gleich ein Objektiv mutdazugegeben hat. Ich habe sie dann Tchernobog getauft, denn für mich ist diese Kamera ein schwarzer Gott. Sie ist äußert gut erhalten, doch sieht man, dass sie schon etwas an Geschichte erlebt haben muss. Die Mechaniken funktionierten einwandfrei und mit dem Helios 44-2, das ich seit letztem Jahr in meiner Sammlung hatte, war mein neuer 35mm-Liebling komplett. Die Zenit ET besitzt einen integrierten Belichtungsmesser, der dabei helfen soll, die richtige Blende und Belichtungszeit zu finden. Wer sich damit nicht so auskennt, kann sich darauf ganz gut verlassen, obwohl ich mich manchmal wirklich frage, ob ich das Ding Ernst nehmen soll. Ich holte mir also einen Kodak BW400CN und ging auf die Pirsch, um mich auszuprobieren. Die Ernüchterung kam dann einige Tage später als ich meinen ersten S/W-Film abholte. Die Bilder waren verrauscht und meist unterbelichtet. Ich beschloss dann für mich nicht mehr in S/W zu fotografieren, weil das einfach nicht meins war (inzwischen habe ich die Regel aber wieder gebrochen und mir ILFORD SFX 200 besorgt). Kurz danach, an einem äußert frostigen Vormittag, legte ich dann einen Kodak Gold ein und zog wieder los in den Wald. Ich nutze das Sonnenlicht für ein paar Lensflareaufnahmen und war  mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ich bekam so langsam ein Gefühl für die verschiedenen Filme und probierte mich aus. Von 36 Auslösungen, waren ein Drittel meist großer Mist, aber dennoch konnte ich meine Erfahrung dadurch vertiefen, was ich mit der Zenit realisieren kann und was ich besser bleiben lassen sollte. Als Fazit kann ich sagen, dass ich die Zenit sehr oft in der Tasche habe und sie sehr flexibel ist. Sie ist klein, handlich und liefert tolle Ergebnisse, da lasse ich die DSLR gern einfach mal zu Hause und warte gespannt auf die Ergebnisse auf Rollfilm.

 

Kamera: Zenit ET

Objektiv: Helios 44-2 f2-0 & Weltblick 35mm f2.8

Film: Kodak BW400CN, Kodak Gold 200, Kodak Ektar 100

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Selbstfürsorge

Wohin gehe ich, wenn ich allein sein möchte? Wohin, wenn alles um mich herum zu explodieren droht? Ich gehe nicht in mich, denn in der lauten Gesellschaft anderer Menschen schaffe ich das nicht. Ich brauche einen Rückzugsort, fernab von allem, was mich täglich umgibt. Manchmal klettere ich über Mauern, übersehe ganz bewusst das „Betreten verboten“, um etwas Zeit für mich zu haben. Man mag von mir denken, ich wäre einsam und hätte niemanden zum Reden, doch die Wahrheit ist: ich bin einfach gern allein. Dort ist niemand der mich bevormundet oder versucht mich umzukrempeln. Ich erwische mich viel zu oft dabei, wie ich versuche es anderen recht zu machen, nur mir selbst nicht.

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Mein Gehirn fühlt sich ausgewaschen an, es ist dreckig, weil mich jeder mit seinen Problemen oder sinnlosen Gedankenwelten belastet. Diese Seelenjäger, die überall warten und sich in mir einnisten wollen, um mich meiner Energie zu berauben. Sie wollen, dass ihre Probleme zu meinen werden und ich mache mir über das Seelenleben anderer Menschen mehr Gedanken als über mein eigenes. Ich spüre, wie ich beginne von innen zu verrotten, wie ich geistig zerfalle, weil alles andere wichtiger erscheint als ich selbst. Ich brauche frische Luft und Freiheit zum Denken. Diese Gedanken, die nicht mir gehören, müssen raus – deshalb muss ich weg. Mich auf die Suche nach neuen Wegen machen, um dem zu entfliehen, wozu andere mich machen wollen – ihrem Sklaven.

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Alles was ich dagegen tun kann ist, die Wege dieser Dinge nicht zu kreuzen und einfach zu verschwinden, mich in meinen eigenen Kaskaden zu verbarrikadieren und niemanden hineinzulassen. Doch irgendetwas hält mich hier, hält mich fest wie ein Magnet ohne das ich nicht existieren kann und sorgt dafür, dass ich die Tore nicht verschließen kann. Ich suche einen Ausweg, aber er ist nie so weit entfernt, dass ich nicht wieder zurückkehren kann. Und so suche ich nach neuen Wegen, um meine Zeit zu verschwenden, nicht an die Probleme anderer zu denken. Egoistisch würde man mich nennen, doch ich nenne es Selbstfürsorge.

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Meine Gedanken können frei existieren, mich umkreisen, mich verschlingen, sie flüstern mir ins Ohr oder schreien mir direkt ins Gesicht, doch ohne sie fühle ich mich taub. Ich brauche sie – sie zu verdrängen wäre als würde ich ein wildes Tier in einen Käfig sperren und sie würden gegen die Gitterstäbe drücken bis sie zu bersten drohen. Ich lasse sie also frei – schreie oder schreibe sie heraus und warte darauf, was passiert. Allein, weil ich gern allein bin. Manchmal sitze ich gern in der Stille und lasse die Welt an mir vorbeiziehen, weil ich gerade an nichts denke. Verschwendete Zeit denkt man jetzt, aber nein – es ist die beste Reinigung für die Seele. Dann merke ich nicht, ob nur Sekunden oder bereits Stunden vergangen sind. Ich lasse es einfach geschehen, mich von niemandem aufhalten.

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Nach solchen Momenten blicke ich nach oben, sehe wie sich Blätter im Wind wiegen und die Welt sich trotzdem weiterdreht.

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And she ran out in the woods

„The Woods“

I asked Saint Christopher
To find your sister
And she ran out in the woods
And she ran out in the woods

 

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Oh, it was certain then
And we were trying to stop the winter
Killing all it could
Killing all it could

 
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And I pray a lot for you
And I look out for you

 
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We are what we are
Don’t need no excuses
For the scars
From our mothers

 

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And we know what we know
‚Cause we’re made of all the little bones
Of our fathers

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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I asked Saint Christopher
To find your sister
She ran out in the woods
‚Cause she ran out in the woods

 
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Song is called „The Woods“ from Daughter

 

In der Stille des Waldes

Es ist zu laut. Alles ist zu laut. Strom, Maschinen, Menschen. Die Stadt ist gefüllt mit einer Geräuschkulisse, die alles übertönt. Das sanfte Wispern der Blätter im Wind ist nicht zu hören, die Vögel können nur in Scharen kundtun, dass auch sie Teil der Stadt sind. Schreiende Kinder, brummende Neonlichter, hupende Autos. Berliner Nummernschilder drängen sich auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen, um schnell das Wochenenddomizil zu erreichen. Alle versuchen dem Stress der Großstadt zu entkommen und fliehen in die Wälder um die Stadt, in kleine Bungalows oder abgeschiedene Waldhütten. Langsam wird es auch hier zu voll, weil jeder die Ruhe und Gelassenheit spüren möchte. Alles ist zu laut. Ich muss hier raus.

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An einem grauen Märzmorgen ziehe ich in den Wald. Ich lebe im Nordosten von Brandenburg, dort wo die Wälder noch schnell zu erreichen sind. Es ist für mich der Ort an den ich fliehen kann, um dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ich kann den Kopf frei bekommen und mich wieder konzentrieren. Die trockenen Blätter unter meinen Schuhen knistern und vereinen sich mit dem Klicken meiner Kamera zu einem neuen Rhythmus, den ich am besten beherrsche.

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Unter den Kronen der Bäume suche ich nach Spechten, Eichelhähern und anderen Bewohnern. Ich schiebe das alte Laub beiseite und versuche die ersten Boten des Frühlings zu finden. Und dann kommt der Schnee. Der See ist noch gefroren und lässt alles starr wirken, dennoch tanzen die Schneeflocken noch ein letztes Mal vom Himmel und hüllen mich in eine weiße Schicht. Ich genieße den Moment – allein und in absoluter Stille. Kein Mensch weit und breit sieht mich, wie ich im Schnee tanze. Ich bin nass bis auf die Knochen und friere.

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