Fare thee well

If I had wings like Noah’s dove
I’d fly the river to the one I love
Fare thee well, my honey, fare thee well

Well, I had a man, who was long and tall
He moved his body like a cannon ball
Fare thee well, my honey, fare thee well

I remember one evening in the pouring rain
And in my heart was an achin‘ pain
Fare thee well, my honey, fare thee well

Muddy river was muddy and wild
Can’t give a bloody for my unborn child
Fare thee well, my honey, fare thee well

So show us a bird flying high above
Life ain’t worth living without the one you love
Fare thee well, my honey, fare thee well
Fare thee well, my honey, fare thee well

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Restitution

Die ehrlichste Wiedergutmachung ist eine Gesinnungsänderung.

-Fritz P. Rinnhofer

Es war wohl eine ganze Weile still hier – so still wie der Kiefernwald an diesem Morgen. Ich hab in den letzten Monaten nicht ein mal bei WordPress reingesehen, weil ich es schlicht weg verdrängt habe oder keinen Grund dazu hatte dort etwas nachzusehen. Ich wusste nicht, was ich schreiben sollte. Ich habe meine Kamera ewig nicht mehr in der Hand gehabt, meine Entdeckertouren in der Natur vernachlässigt und mich in andere Projekte geflüchtet. Ich hatte wenig Lust mich mit anderen Individuen abzugeben oder ihnen etwas beweisen zu müssen.

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Tja, nun kam wieder der plötzliche Sinneswandel und ich freue mich, wenn ich hinaus in die Wälder fahren kann, nichts mehr ansteht und ich alles hinter mir lassen kann. Ich war/bin ziemlich beschäftigt mit meinem Nebenprojekt, einem Etsyshop und so diversen anderen Dingen, die mir immer das Gefühl vermittelt haben, ich hatte keine Zeit mehr für irgendetwas anderes. Ich denke, dass Problem liegt wohl eher darin, dass ich schlichtweg zu viele Hobbies habe und sie alle mit der gleichen Hingabe erfüllen möchte. Leider artet das nur in Stress aus und dann wird gar nichts gut von dem was man sich vorgenommen hat.

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Fotografie, Design, Musik, Bloggen – Kunst in der allgemeinen Form ist für mich das Ausdrucksmittel meiner Gefühle. Und da ich ein ziemlich gefühlsgeladener Mensch bin, brauche ich bestimmt auch so viele Ventile, aber ich kann nicht aus allen Ventilen gleich viel Druck ablassen. Fotografie war in der letzten Zeit gleich null  – zwar habe ich stupide meine Flatlays für den Shop gemacht, aber das musste auch nur gut aussehen und keine Stimmung vermitteln. Und mich selbst zu fotografieren war mir irgendwie auch zu blöd, weil ich mit allem unzufrieden war. Keine Ideen oder neuen Impulse. Da blieb mir nichts anderes übrig als ehrlich zu mir selbst zu sein und festzustellen, dass ich wohl irgendeine Phase überwunden habe. Die Zeit für einen neuen Blickwinkel scheint gekommen.

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Und jetzt setze ich mich in den Ausguck und halte Ausschau nach neuen Abenteuern.

Peace out!

 

 

La Bohème

Nach zwei Monaten ohne Bloggen hab ich mich ja bereits im letzten Beitrag gefragt, wie lange ich das hier noch machen möchte. Jemand hat geschrieben, dass ich solange weiter machen soll, wie es Spaß macht und ich muss sagen, dass es mir immer Spaß gemacht hat. Raus zu gehen in die Natur, Musik im Ohr und die Kamera in der Hand. Sich Gedanken machen, was mich bewegt, Ideen auszuprobieren – Kunst zu machen. So hat es auch nach diesem Dilemma nicht lange gedauert, dass ich wieder losgezogen bin und dem nachgegangen bin, was ich sonst so tue. Und ich muss sagen – es war befreiend. Genauso wie es jetzt gerade befreiend ist in die Tasten zu hauen und mir genau das von der Seele zu schreiben.

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Ich habe Identitätskrisen – mehrmals im Jahr. Ich lösche alles was es über mich im Internet zu finden gibt, verbanne meine digitale Scheinidentität, um dann nach zwei Wochen mit einem neuen Pseudonym aus dem Sumpf der Contentcreater zu kriechen und die selbe Masche zu fahren wie bisher – meist mit dem gleichen Erfolg oder noch weniger.  Das Leben als Künstler ist schwer – ob als Fotograf, Autor, Musiker oder sonst was. Du reißt dir den Arsch auf für nichts und wieder nichts. Wie lange dauert es Content zu kreieren? Wieviele Stunden hat man an den Arrangements gesessen? Wie viele Gedanken sind wieder gecancelt worden? Wer soll erreicht werden? Was willst du aussagen?

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Tausend Fragen und das Endergebnis? Für die Katz. Es ist wirklich erschreckend, wie wenig die Arbeit eines Künstlers gewertschätzt wird. Wenn nicht innerhalb der ersten Stunde genug Leute deine Kunst gesehen haben, verschwindet sie schneller in der Versenkung als du gucken kannst. Die Plattformen verschlucken dich einfach und spülen dich den Abfluss runter zu den ganzen anderen Individualisten, die da unten schwimmen, weil sie kein Geld für die VIP-Lounge ausgeben wollten oder die Sponsoren nicht da sind. Dann lieber im kleinsten Kreis präsentieren, um die Leute anzulocken, die sich wirklich für Kunst interessieren. Aber in was für einer Welt leben wir, in der man für seine eigene Kreativität bezahlen muss, um sie an den Mann zu bringen? Muss neuerdings alles exklusiv sein um interessant zu sein? Unvorstellbar – aber wahr.

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Menschen passen sich an und wenn sie nicht nach irgendetwas streben, dann sind sie nicht glücklich. Nur, dass das Glück heute nicht mehr darin besteht selbstständig zu sein, sich sein Essen selber zu kochen oder einfach das zu tun was man soll, sondern aus Followern, neusten Trends und der meisten Reichweite. Man wird quasi dazu gezwungen ständig seine Arbeit schlecht zu reden, weil jemand anders es besser gemacht hat und mehr Leute erreicht hat. Soll man die Kunst an den Nagel hängen? Das nagt am Selbstwertgefühl und das widerum führt dazu, dass man zu irgendwelchen Influencern aufblickt, die Dinge kauft, die genannte präsentieren und es ihnen gleich tun will. Doch der Traum platzt so schnell wie eine Seifenblase und man landet direkt wieder auf dem Boden der Tatsachen neben den Rechnungen, die sich nicht durch Advertisement und Affiliatelinks bezahlen lassen.

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Ich bin wieder vom Thema abgekommen, hab ich überhaupt ein Thema? Keine Ahnung. Naja, jedenfalls denke ich, dass das hier mit dem Blog unter dem Pseudonym Wanheda Wild unter Umständen weitergeht. Erstmal als Fotogalerie, weil ich keine andere Plattform kenne, auf der ich meine Arbeiten sonst hochladen könnte. Ich werde auch meine Seele nicht auf der nächst besten Kreuzung an einen Dämon verkaufen, nur weil ich irgendetwas sein könnte, was ich nicht will. Ich selbst bin die beste Form mich so auszudrücken wie ich bin, genau auf diese Weise wie ich es bisher getan habe. Ich wüsste nicht, wie ich mich neu erfinden sollte, um mein altes Ich am Strassenrand liegen zu lassen und in den nächsten Hippiebus gen Nirwana zu springen, der mir das Blaue vom Himmel verspricht und ich mich besser fühlen würde denn je. Deshalb werde ich weiter der „brotlosen Kunst“ – wie Z. immer so schön sagt – fröhnen und mich freuen, wenn jemand sagt, dass ihm das gefällt, was ich tue.

Von daher „viva la vie bohème!“.

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Bright Lies

The same hoping
We’re hoping for a dark cold winter sun
My body is bitter cold
My mind is overthrown

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Since the world is full of roles that we play
And as long as we do there’s no time to regret
All the ways how you and I had come together

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Bright lies shine on
Illusions past ages ago
From a distance
See my self existing
Pretend to feel your undertow

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You see bright lies, they shine on
Illusions past ages ago
From a distance
See my self existing
Pretend to feel your undertow

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Ophelia, I leave my broken bones in the desert
Ophelia, I leave my broken bones in the desert

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Song „Bright Lies“ by Giant Rooks

 

WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Selbstverliebt, oder was?

Ist es Selbstverliebtheit, wenn ich ständig vor der Kamera posiere, obwohl ich auch andere Dinge in Szene setzen könnte? Kommt es irgendwie arrogant rüber, wenn man durch meine Beiträge scrollt und immer nur das gleiche Gesicht sieht? Denken die Leute ich wäre einsam und hätte keine Freunde, die mit mir Zeit verbringen oder dass ich einfach Langeweile hätte?

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Diese Fragen habe ich mir schon des öfteren gestellt, bin aber nie zu einer richtigen Antwort gekommen. Der Großteil des Blogs besteht aus Selbstportraits von mir, die wohl irgendwie das darstellen sollen, was ich nicht in Worte fassen kann oder nach außen bringen kann. Ich bin ein stiller und introvertierter Mensch und auf meinen Fotos muss ich nichts verbalisieren, um etwas ausdrücken zu können. Diese Fotos sind meist ein stiller Reminder für mich in der gegenwärtigen Situation, in der ich gerade stecke. Manchmal fahre ich mit irgendwelchen wirren Ideen raus in den Wald und habe sie schon wieder vergessen, wenn ich dort angekommen bin. Es läuft immer alles etwas chaotisch, weil ein Bild in meinem Kopf schon entstanden ist und ich wie ein Eichelhäher irgendwo eine Idee vergraben habe, mich aber später nicht mehr dran erinnern kann, wo ich sie gelassen habe oder wie ich sie umsetzten wollte.

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Stativ aufbauen, Kamera einschalten, Objektiv checken, Selbstauslöser aktivieren – vier simple Schritte, die mir ins Blut übergegangen sind. Früher habe ich mich merkwürdig gefühlt vor der Kamera zu posieren. Ich kam mir irgendwie nackt vor, als ob andere Menschen etwas von mir sehen könnten, was ich eigentlich für mich behalten wollte. Ich fühlte mich unwohl, wenn Leute in der Nähe waren und mich beobachteten. Dann tat ich immer so, als würde ich schwer beschäftigt sein die Landschaft zu fotografieren und habe wirr in den Einstellungen meiner Kamera gesucht. Deswegen suche ich mir wohl immer die abgelegensten Orte zu den unmenschlichsten Zeiten, weil ich weiß, dass ich dort allein und ungestört sein kann. Ich kann springen, mich verrenken, schnell umziehen oder vor der Kamera wegrennen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

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Da stand ich nun also mitten im Nirgendwo – ein Mädchen allein mit ihrer Kamera ohne Ahnung, was dabei herauskommen würde.  Aber nach einer gewissen Zeit fiel es mir leichter und ich wurde selbstbewusster, weil ich mich als Person jedes Mal in einem anderem Licht sehen konnte. Ich konnte machen was ich wollte und fühlte mich wohl, weil niemand von außen sich in meinen Arbeitsprozess einmischen konnte. Natürlich bin ich selbst mein größter Kritiker und versuche ständig etwas anders zu machen, aber irgendwie hat sich dadurch mein Stil entwickelt, den ich leider selbst nicht beschreiben kann. Manchmal bin ich die Wahrheit und manchmal bin ich eine Lüge – wie das zustande kommt? Während des Bearbeitungsprozesses entwickelt sich in meinen Gedanken eine Geschichte zu den Bildern, die ich dann in einer bestimmten Reihenfolge zusammensetzen kann. Manchmal mit mehr Sinn, manchmal ohne Sinn.

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Auf meinen Fotos sieht man mich so gut wie nie lächeln. Ich lache – ständig, am liebsten mit Z. oder über Z., das bin ich und nicht die Person, die ich auf den Fotos darstelle, manchmal mehr, manchmal weniger.

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Entstanden sind die Fotos an einem heißen Vormittag im Juli mit dem Lensbaby Twist60 und der Canon EOS80D.

In the woods somewhere

My head was warm
My skin was soaked
I called your name
‘Til the fever broke

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When I awoke
The moon still hung
The night so black
That the darkness hums

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I raised myself
My legs were weak
I prayed my mind
Be good to me

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An awful noise
Filled the air
I heard a scream
In the woods somewhere

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A woman’s voice
I quickly ran
Into the trees
With empty hands

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A fox it was
He shook afraid
I spoke no word
No sound he made

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His bones exposed
His hind was lame
I raised a stone
To end his pain

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What caused the wound?
How large the teeth?
I saw new eyes
Were watching me

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The creature lunged
I turned and ran
To save a life
I didn’t have

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Deer in the chase
There as I flew
I forgot all prayers
Of joining you

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I clutched my life
And wished it kept
My dearest love
I’m not done yet

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How many years
I know I’ll bare
I found something
In the woods somewhere

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In the woods somewhere by Hozier

Zeit ist relativ – eine Zwischenbilanz

Der Sommer ist zu Ende und der September klopft an der Tür, um die Schwelle zu meiner liebsten Jahreszeit zu überschreiten. Der Herbst ist mit Ach und Krach eingekehrt. Die Luft hat sich verändert, es wird endlich früher dunkel und der Abendhimmel zeigt sich in den schönsten Rottönen. Am Morgen sammelt sich der Nebel in den Senken der Wiesen und Felder, wartet darauf, dass die Sonne am Horizont hervorbricht, um alles in ein goldenes Licht zu tauchen. An all diesen Dingen empfinde ich Freude, denn ich bin ein Herbstmensch.

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Gleichtzeitig ruft diese Zeit einen Moment aus meinen Gedächtnis zurück, die meine Emotionen in das Gegenteil verwandelt. Eine Epoche voller Aufruhe, Verzweiflung und Unwissenheit. Ein Gemütszustand, an den ich mich nicht gern zurückerinnere, der mich aber jeden Tag begleitet und mit dem Dahingleiten der vergangenen Monate habe ich verstanden, dass es wieder besser wird. Ich wurde mit den schlimmsten Ängsten meines Lebens konfrontiert, habe kaum Nächte durchgeschlafen und immer neue Zustände an mir erlebt, die ich nicht kannte – ich musste mir selbst helfen und verstehen, was gerade mit mir und meinem Leben passierte. Ich war ahnungslos, wie ich das schaffen sollte und es hat viel Zeit und Kraft gekostet  – aber ich bin noch hier.

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Genau vor einem Jahr habe ich mit diesem Blog angefangen. Ich fühlte mich wie John Watson – einsam, etwas verlassen und zu introvertiert, um ein Abendteuer zu erleben. Also habe ich einfach drauflosgeschrieben, mir Gedanken gemacht und sie mit Bildern untermalt. Ich fühlte mich ein wenig komisch meine Gedankenwelt mit dem Äther des Internets zu teilen. Ich wollte nicht so erscheinen, als hätte ich einen akuten Geltungsdrang, dem schnell Abhilfe geschaffen werden musste, aber ich wollte mich nicht weiter verstecken, denn ich brauchte jemanden zum Reden, auch wenn dieser jemand nur der Laptop und die leere Seite mit dem blinkendem Tab war. Ich fühlte mich weniger verlassen, weil ich einfach alles aufgeschrieben habe, was ich niemanden erzählen konnte oder wollte. Eine Art Selbsttherapie hat damit für mich gestartet. Ich habe reflektiert und selektiert, um gewisse Dinge zu verarbeiten und mir einen Weg aus diesem Sumpf der negativen Gefühle zu bahnen. Mit Erfolg – mal mehr, mal weniger.

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Nach den ersten Blogbeiträgen stellte sich mir die Frage, ob das etwas längerfristiges werden könnte und ich habe laut gelacht und mir selbst gesagt, die Ausdauer würde ich nicht besitzen. Ich bin ein Mensch mit tausenden Ideen am Tag, mein Kopf explodiert manchmal vor Kreativität und ich weiß nicht wohin damit. Der Blog hat sich zu einem meiner vielen Ventile entwickelt, wenn in meinem Gehirn wieder nur Gedankenblitze herrschen und ich einfach herausschreien will, was auch raus muss. Natürlich schreie ich nicht. Ich bin in allen Lebenslagen ein stiller Beobachter und diese Entwicklung mit dem Schreiben und dem Fotografieren habe ich ebenfalls still beobachtet, um ein Fazit zu treffen und den Zwischenzustand zu beurteilen. Ich fühle mich damit auf jeden Fall besser – stabiler, wenn man den Server, auf dem der Blog liegt, als Säule oder festen Standpunkt im Leben bezeichnen kann. Es hilft mir und vielleicht ja auch dem ein oder anderen.

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Ich denke, dass es weiter geht wie gehabt. Das Rad der Zeit bleibt nicht stehen, denn Benjamin Linus hat es weiterbewegt. Ich werde auf dieser kleinen Plattform nicht die Welt mit dem verändern, was ich hier schreibe, aber es wird meinen Mikrokosmos weiterdrehen oder verändern und mir immer geben, was ich gerade brauche. Einen Raum in mitten tausend anderer Räume – Tagebuch, Galerie, Weltbewegung. Ich kann also beruhigt mit den Dingen vorangehen, die mich prägen und bewegen. Sie geben mir die Freiheit mich und meine Gedankenwelten ins Gleichgewicht zu bringen, zu fokussieren und mich mit Zufriedenheit zu erfüllen.

Bis dahin und mahalo…

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Fernweh nach Worten

Ich schreibe und schreibe und schreibe. Irgendwie kann ich im Moment nicht die richtigen Worte zu Papier bringen, die mich bewegen. Ich bin nicht unmotiviert etwas für den Blog zu schreiben. Ganz im Gegenteil – ich möchte den Blog mehr nutzen und mit Inhalt füllen, aber leider habe ich keine zündende Idee oder halte das, was ich veröffentlichen möchte für absoluten Humbug. Ich habe jede Menge Texte, die in meinem Notizheft schlummern und Dutzende von Fotos, die ich hochladen möchte, aber irgendwie passt nichts so richtig zusammen. Mir ist etwas die Ästhetik verloren gegangen. Ich möchte zum Denken anregen und im Gedächtnis bleiben. Ist es so schwer etwas Bleibendes zu hinterlassen? Ich fühle mich etwas verloren – es fühlt sich an wie ein Fernweh nach Worten, die irgendwo ganz weit weg sind. Vielleicht muss ich die Kraft der Worte erst wieder finden…die Frage ist nur: Wo soll ich suchen?

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