Fare thee well

If I had wings like Noah’s dove
I’d fly the river to the one I love
Fare thee well, my honey, fare thee well

Well, I had a man, who was long and tall
He moved his body like a cannon ball
Fare thee well, my honey, fare thee well

I remember one evening in the pouring rain
And in my heart was an achin‘ pain
Fare thee well, my honey, fare thee well

Muddy river was muddy and wild
Can’t give a bloody for my unborn child
Fare thee well, my honey, fare thee well

So show us a bird flying high above
Life ain’t worth living without the one you love
Fare thee well, my honey, fare thee well
Fare thee well, my honey, fare thee well

Foto 23.06.19, 5 36 48 PM

Foto 23.06.19, 5 41 14 PM

Foto 23.06.19, 5 41 41 PM

Foto 23.06.19, 5 41 56 PM

Foto 23.06.19, 5 42 10 PM

Foto 23.06.19, 5 42 25 PM

Foto 23.06.19, 5 43 37 PM

Foto 23.06.19, 5 44 03 PM

Foto 23.06.19, 5 45 20 PM

Foto 23.06.19, 5 47 04 PM (1)

Foto 23.06.19, 5 47 22 PM

Foto 23.06.19, 5 48 43 PM

Foto 23.06.19, 5 49 23 PM

Foto 23.06.19, 5 49 29 PM

Foto 23.06.19, 5 50 00 PM

Foto 23.06.19, 5 51 34 PM

Foto 23.06.19, 5 51 50 PM

Foto 23.06.19, 5 52 41 PM

Foto 23.06.19, 5 53 30 PM

Foto 23.06.19, 5 57 28 PM

Foto 23.06.19, 5 58 02 PM

 

Werbeanzeigen

Higgs Boson Blues

Es war einer dieser heißen Sonntage. Eigentlich ist man zu träge etwas zu tun, liegt in der überhitzten Wohnung und starrt an die Decke. Typisch Sonntag eben. Aus dem Radio schwappt Nick Cave mit Miley Cyrus in einem Swimming Pool in Toluca Lake und fährt runter nach Geneva. Der Higgs Boson Blues bleibt im Ohr. Aber es gibt eben auch andere Sonntage, an denen man sich nicht vorstellen kann, was noch passieren könnte.

DSCF2865

DSCF2864

DSCF2874

DSCF2876

DSCF2913

DSCF2915

Also raus in die Natur, Agathe geschnappt und mit quietschendem Sattel die Asphaltstraße lang mit der Mutter, die extra Apple-Crumble backt und dir den Tag versüßt. Der Wind in den Haaren, die Sonne im Genick. Der Mais wächst zu Rechten und der Weizen zur Linken. Irgendwo über den Feldern schwebt ein Greifvogel und vollführt seine Flugakrobatik, ein Storch im hohen Gras sucht nach Beute und die Krähen krächzen hinter dem Traktor, der die Wiese abmäht.

DSCF2929

DSCF2930

DSCF2989

DSCF2990

DSCF2992

DSCF2991

Ein Blick über die Bundesstraße und weiter in den Wald zur alten Kirche, ein verschlafenes Dorf reiht sich an das nächste. Irgendwo im Wald befindet sich ein See. Einfach den Einheimischen folgen. Es wird bergig – in Brandenburg. Eine kleine klare Pfütze umringt von Bäumen und Hochspannungsleitungen. Leider zu warm, um Abkühlung zu verschaffen, zu viele Menschen. Der Crumble hat wieder Backofentemperatur angenommen, allein durch die Sonne. Die recycelte Tasche aus PET-Flaschen scheint beinahe flüssig zu werden.

DSCF2982

DSCF2984

DSCF2853

DSCF2851

DSCF2924

DSCF2904

Den Kuchen verschlungen, die Straße ins nächste Dorf juckeln. Der ungeträumte Traum eines Hauses. Eine Ebene, oder lieber Dachschrägen? Erbe müsste man sein. Zurück auf der Teerstraße Richtung Zivilisation. Autos und Menschen werden mehr. Ein kurzes Innehalten – ein toter Eichelhäher mitten auf der Straße. Wie viele Leute sind ungeachtet an ihm vorbei gefahren? Niemand erbarmt sich den Vogel an den Wegesrand zu legen. Ruhe nun, im Schatten eines Rosenstrauches.

DSCF2952

DSCF2945

DSCF2917

DSCF2918

DSCF2939

DSCF2932

Die Sonne brennt unbarmherzig auf die Felder im Nordosten. Die Plattenstraße zwischen den Feldern glüht, die Feldlerchen lassen ihren perlenden Gesang erklingen. Weites Land umringt von Bäumen. In der Ferne der Kirchturm und das alte Gymnasium. Der Mohn verblüht, die Kornblumen verblasst, die Ähren hängen schwer – bitten um Erlösung oder einem lauen Sommerregen. Die Straße endet und somit dieser Sonntag.

DSCF2907

DSCF2901

DSCF2899

DSCF2897

DSCF2941

DSCF2942

Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

La Bohème

Nach zwei Monaten ohne Bloggen hab ich mich ja bereits im letzten Beitrag gefragt, wie lange ich das hier noch machen möchte. Jemand hat geschrieben, dass ich solange weiter machen soll, wie es Spaß macht und ich muss sagen, dass es mir immer Spaß gemacht hat. Raus zu gehen in die Natur, Musik im Ohr und die Kamera in der Hand. Sich Gedanken machen, was mich bewegt, Ideen auszuprobieren – Kunst zu machen. So hat es auch nach diesem Dilemma nicht lange gedauert, dass ich wieder losgezogen bin und dem nachgegangen bin, was ich sonst so tue. Und ich muss sagen – es war befreiend. Genauso wie es jetzt gerade befreiend ist in die Tasten zu hauen und mir genau das von der Seele zu schreiben.

IMG_0006

IMG_0014

IMG_0008

IMG_0015

IMG_0009

Ich habe Identitätskrisen – mehrmals im Jahr. Ich lösche alles was es über mich im Internet zu finden gibt, verbanne meine digitale Scheinidentität, um dann nach zwei Wochen mit einem neuen Pseudonym aus dem Sumpf der Contentcreater zu kriechen und die selbe Masche zu fahren wie bisher – meist mit dem gleichen Erfolg oder noch weniger.  Das Leben als Künstler ist schwer – ob als Fotograf, Autor, Musiker oder sonst was. Du reißt dir den Arsch auf für nichts und wieder nichts. Wie lange dauert es Content zu kreieren? Wieviele Stunden hat man an den Arrangements gesessen? Wie viele Gedanken sind wieder gecancelt worden? Wer soll erreicht werden? Was willst du aussagen?

IMG_0011

IMG_0018

IMG_0016

IMG_0013

IMG_0022

Tausend Fragen und das Endergebnis? Für die Katz. Es ist wirklich erschreckend, wie wenig die Arbeit eines Künstlers gewertschätzt wird. Wenn nicht innerhalb der ersten Stunde genug Leute deine Kunst gesehen haben, verschwindet sie schneller in der Versenkung als du gucken kannst. Die Plattformen verschlucken dich einfach und spülen dich den Abfluss runter zu den ganzen anderen Individualisten, die da unten schwimmen, weil sie kein Geld für die VIP-Lounge ausgeben wollten oder die Sponsoren nicht da sind. Dann lieber im kleinsten Kreis präsentieren, um die Leute anzulocken, die sich wirklich für Kunst interessieren. Aber in was für einer Welt leben wir, in der man für seine eigene Kreativität bezahlen muss, um sie an den Mann zu bringen? Muss neuerdings alles exklusiv sein um interessant zu sein? Unvorstellbar – aber wahr.

IMG_0033

IMG_0031

IMG_0023

IMG_0036

IMG_0028

Menschen passen sich an und wenn sie nicht nach irgendetwas streben, dann sind sie nicht glücklich. Nur, dass das Glück heute nicht mehr darin besteht selbstständig zu sein, sich sein Essen selber zu kochen oder einfach das zu tun was man soll, sondern aus Followern, neusten Trends und der meisten Reichweite. Man wird quasi dazu gezwungen ständig seine Arbeit schlecht zu reden, weil jemand anders es besser gemacht hat und mehr Leute erreicht hat. Soll man die Kunst an den Nagel hängen? Das nagt am Selbstwertgefühl und das widerum führt dazu, dass man zu irgendwelchen Influencern aufblickt, die Dinge kauft, die genannte präsentieren und es ihnen gleich tun will. Doch der Traum platzt so schnell wie eine Seifenblase und man landet direkt wieder auf dem Boden der Tatsachen neben den Rechnungen, die sich nicht durch Advertisement und Affiliatelinks bezahlen lassen.

IMG_0054

IMG_0041

IMG_0048

IMG_0043

IMG_0060

IMG_0074

IMG_0063

Ich bin wieder vom Thema abgekommen, hab ich überhaupt ein Thema? Keine Ahnung. Naja, jedenfalls denke ich, dass das hier mit dem Blog unter dem Pseudonym Wanheda Wild unter Umständen weitergeht. Erstmal als Fotogalerie, weil ich keine andere Plattform kenne, auf der ich meine Arbeiten sonst hochladen könnte. Ich werde auch meine Seele nicht auf der nächst besten Kreuzung an einen Dämon verkaufen, nur weil ich irgendetwas sein könnte, was ich nicht will. Ich selbst bin die beste Form mich so auszudrücken wie ich bin, genau auf diese Weise wie ich es bisher getan habe. Ich wüsste nicht, wie ich mich neu erfinden sollte, um mein altes Ich am Strassenrand liegen zu lassen und in den nächsten Hippiebus gen Nirwana zu springen, der mir das Blaue vom Himmel verspricht und ich mich besser fühlen würde denn je. Deshalb werde ich weiter der „brotlosen Kunst“ – wie Z. immer so schön sagt – fröhnen und mich freuen, wenn jemand sagt, dass ihm das gefällt, was ich tue.

Von daher „viva la vie bohème!“.

IMG_0019

IMG_0067

IMG_0073

IMG_0070

IMG_0034

Palast der Erinnerung

Erinnerungen – sie begleiten jeden Menschen tagtäglich. Die meisten erinnern sich an die guten Dinge und verdrängen die schlimmen Ereignisse. Assoziationen sind an Erinnerungen gekoppelt – zu jeder Zeit abrufbar. Mein Gedächtnispalast – ein Palast aus Erinnerungen wächst mit jedem Augenblick empor, den ich erlebe. Ein Spiel aus Licht und Schatten, einsame Korridore und dunkle Ecken. Ein Ort, den nur ich betreten kann.

Foto 09.09.18, 12 44 11 PMFoto 09.09.18, 1 04 42 PMIMG_1395IMG_1403

Vor langer Zeit habe ich damit begonnen meine Erinnerungen kategorisch abzuspeichern. Es klingt maschinell, wie ein System, das immer wieder aktualisiert werden muss, um auf dem neusten Stand zu sein. Selektiert, kategorisiert und abgelegt in alten Schachteln und Schränken, die auf dem Speicher verstauben oder von Motten zerfressen werden, denn es lebt niemand mehr, der sich daran erinnert. Eine leere Bibliothek aus verflossenen Sehnsüchten und Träumen.

Foto 09.09.18, 12 40 20 PMIMG_1357IMG_1354Foto 09.09.18, 12 48 51 PMIMG_1356IMG_1359

Doch irgendwo in den dunkelsten Ecken meines Geistes liegen verblasste Erinnerungen, die wie Tiere angekettet sind. Sie können nicht entkommen aus ihrem Verließ. Manchmal habe ich Angst diese Räume zu betreten. Sie sind doppelt gesichert, der Schlüssel an einem geheimen Ort versteckt. Ich höre ihre Schreie, wie sie in den Korridoren widerhallen und wie sie in der Ferne an den Wänden kratzen und versuchen zu mir durchzudringen.

Foto 09.09.18, 1 04 59 PMFoto 09.09.18, 1 16 37 PMFoto 09.09.18, 1 17 24 PMFoto 09.09.18, 1 23 06 PMFoto 09.09.18, 1 35 26 PMFoto 09.09.18, 12 34 52 PM

Die Mauern sind dick, aus Zement, doch das Fundament wurde auf Sand gebaut. Schritt für Schritt werde ich angezogen, ich höre das Flüstern in meinem Kopf. Es lockt mich an, ich habe schon den Schlüssel in der Hand. Ich entziehe mich dem Verlangen nach roher Erinnerung. Das erste Schloss hat sich gelöst. Stimmen und Bilder prasseln auf mich ein, Worte, die lange nicht mehr ausgesprochen wurden. Ich muss es einfach sehen. Ich muss mich sehen. Damals.

Foto 09.09.18, 12 49 04 PM (1)Foto 09.09.18, 12 55 38 PMFoto 09.09.18, 2 48 14 PMFoto 09.09.18, 12 56 19 PMFoto 09.09.18, 12 43 50 PM

Den Namen – ich soll den Namen aussprechen. Er ist das Passwort und es kommt mir so leicht von den Lippen, dass ich fast den Verstand verliere. Das zweite Schloss öffnet sich. Staub kommt durch die Tür, schwere Schritte und ein leises Stöhnen sind zu vernehmen. Das letzte Hindernis sind die Eisenketten, am Boden festgeschmiedet sind sie unüberwindbar, aber mit jeder Sekunde, die ich hier unten bin, wird die schemenhafte Gestalt stärker. Sie nährt sich von mir und ich kann mich dem nicht widersetzen. Das Biest ist entfesselt – das Grauen beginnt von vorn.

Foto 09.09.18, 12 49 52 PMIMG_1370Foto 09.09.18, 12 49 46 PM

Es verbreitet Chaos und Schrecken. Das Verließ ist jetzt kein Hindernis mehr. Es nährt sich von schlechten Erinnerungen und bahnt sich seinen Weg in die Eingangshalle meines Gedächtnispalastes. Langsam, aber sicher bröckelt er in sich zusammen und das, was sich dort jahrelang versteckt hat, tritt ins Licht. Es wartet auf seine Vorstellung, hinter dem Vorhang und vorn das gespannte Publikum.

IMG_1367IMG_1361IMG_1363

Was wird dieses Mal passieren? Mehr Schmerz, mehr Angst, mehr Wahnsinn? Ich weiß es nicht. Negative Energien scheinen mein Handeln zu steuern und ich verliere die Kontrolle, gebe mich meinen Reminiszenzen hin und schwelge darin. Alles regnet auf mich nieder. Alles, was es zu verdrängen gibt. Bin ich nun der Verräter oder der Verratene? Es wird ein Akt aus meinem Leben gespielt mit mir in der Hauptrolle. Ich bin Protagonist, mein verdrängtes Ich der Antagonist.

IMG_1384IMG_1383IMG_1391

H: Den Ort seiner Kindheit zu sehen bringt keine Heilung, doch es hilft zu ermessen, ob man gebrochen ist. Wie und warum. Sofern man es wissen will.

W: Ich will es wissen. Hat hier die Konstruktion begonnen?

H: Meines Palastes der Erinnerung? Seine Tore im Zentrum meines Geistes und da sind Sie und tasten nach der Klinke.

W: Die Räume in Ihrem Geist, die Ihren frühsten Jahren geweiht sind. Sind sie anders als die anderen? Sind sie anders als dieser Raum?

H: Dieser Raum enthält Klang und Bewegung, riesige Schlangen, die sich in der Dunkelheit wälzen. Andere Räume sind statische Szenen, Bruchstückhaft, wie bemalte Glassplitter.

W: Jedes Ding an Erinnerung gekoppelt und jede führt zu weiteren Erinnerungen. Räume, die sie zu betreten Sie sich nicht überwinden können. Nichts, das daraus entkommt, kann Ihnen Trost spenden.

H: Manche der Räume sind von Schreien erfüllt, doch sie hallen nicht in den Fluren wieder, denn ich höre Musik.

Bright Lies

The same hoping
We’re hoping for a dark cold winter sun
My body is bitter cold
My mind is overthrown

IMG_0379IMG_0375IMG_0385IMG_0393IMG_0388

Since the world is full of roles that we play
And as long as we do there’s no time to regret
All the ways how you and I had come together

IMG_0398IMG_0399IMG_0383IMG_0395IMG_0401IMG_0403

Bright lies shine on
Illusions past ages ago
From a distance
See my self existing
Pretend to feel your undertow

IMG_0412IMG_0408IMG_0413IMG_0406IMG_0414IMG_0407IMG_0410

You see bright lies, they shine on
Illusions past ages ago
From a distance
See my self existing
Pretend to feel your undertow

IMG_0418IMG_0390IMG_0419IMG_0417IMG_0422

Ophelia, I leave my broken bones in the desert
Ophelia, I leave my broken bones in the desert

IMG_0416

Song „Bright Lies“ by Giant Rooks

 

Vollendung

17. Februar, 2:23 AM

Ein Anruf – von einer öffentlichen Telefonzelle. Ein Opfer – 28, weiblich. Eine Karte – sein Markenzeichen. Er ist es, ich weiß es. Es gibt keine Zweifel, aber diesmal ist etwas anders. Es ist persönlich. Mein Name steht auf einem Zettel. Ich bin leitender Ermittler, vom Hauptkommissar dazu beauftragt worden. Aber jetzt bin ich Teil seines Spiels. Wieso? Eine Bibel wurde am Tatort gefunden. Markiert war ein christliches Lied in Bezug auf Tod und Ewigkeit. Das ist neu. Er hat sich Zeit gelassen alles auszuwählen und hat alles minutiös geplant. Er wusste, wann wir am Tatort eintreffen würden. Möglicherweise beobachtet er uns. Jetzt. In dieser Sekunde.

3. März, 3:49 AM

Die Spur führt ins nichts. Niemand hat ein solches Kartenspiel verkauft. Wahrscheinlich besitzt er es schon länger. Die Bibel wurde aus einer öffentlichen Bibliothek ausgeliehen und nie zurückgebracht. Niemand erinnert sich daran. Es gibt keine Aufzeichnungen bis auf eine alte Adresse. Eine falsche Adresse, dennoch wird sie untersucht. Ein altes Lagerhaus in einem Industriegebiet. Warum stand mein Name auf diesem Zettel? Was will mir der Täter sagen? Er wollte, dass ich hier her komme.

18. April, 9:21 AM

Ein Anruf – wieder. Ein Opfer – wieder. Eine Karte – wieder. Zum zweiten Mal das gleiche Spiel. Immer dieselbe Vorgehensweise, aber der Hintergrund für seine Taten bleibt verdeckt. Langsam glaube alle, dass wir es mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber wer ist er? Ein gelangweilter Psychopath? Ein bibelbesessener Fanatiker oder ein spielsüchtiger Geschäftsmann auf der Suche nach dem ultimativen Kick? Das forensische Team zerbricht sich den Kopf. Ich liege Nacht für Nacht wach. Alles Spuren sind nichtssagend, ich komme nicht voran. Was ist das für ein Spiel?

Info:

Das ist ein kleines Experiment, welches ich schon länger geplant hatte. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich einen Teil aus meiner Geschichte „Vollendung“. Untermalt mit dazu passenden Bildern soll diese Geschichte mit der Zeit wachsen. Ich weiß nicht wohin sie führen wird, denn es ist ein Experiment. Viel Spaß auf der Jagd.

WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

IMG_1723IMG_1541IMG_1581IMG_1544IMG_1743

Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

IMG_1715IMG_1718IMG_1699IMG_1691IMG_1694IMG_1688

Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

IMG_1547IMG_1708IMG_1735IMG_1745IMG_1733IMG_1622

Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

IMG_1585IMG_1746IMG_1689IMG_1738IMG_1596

Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

IMG_1721IMG_1763IMG_1713IMG_1726IMG_1637

Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

IMG_1645

 

 

Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

In the woods somewhere

My head was warm
My skin was soaked
I called your name
‘Til the fever broke

IMG_1201IMG_1198

When I awoke
The moon still hung
The night so black
That the darkness hums

IMG_1208IMG_1193

I raised myself
My legs were weak
I prayed my mind
Be good to me

IMG_1202IMG_1210

An awful noise
Filled the air
I heard a scream
In the woods somewhere

IMG_1190IMG_1184

A woman’s voice
I quickly ran
Into the trees
With empty hands

IMG_1179IMG_1177

A fox it was
He shook afraid
I spoke no word
No sound he made

IMG_1173IMG_1153

His bones exposed
His hind was lame
I raised a stone
To end his pain

IMG_1182IMG_1181

What caused the wound?
How large the teeth?
I saw new eyes
Were watching me

IMG_1170IMG_1168

The creature lunged
I turned and ran
To save a life
I didn’t have

IMG_1148IMG_1147

Deer in the chase
There as I flew
I forgot all prayers
Of joining you

IMG_1189IMG_1188

I clutched my life
And wished it kept
My dearest love
I’m not done yet

IMG_1161IMG_1163

How many years
I know I’ll bare
I found something
In the woods somewhere

IMG_1159IMG_1157

In the woods somewhere by Hozier