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Der Wind weht mäßig von Südwesten her über den Buchenwald und lässt die Bäume tanzen. Ich bin draußen in den Wäldern meiner Heimat. Es ist Dezember, daher neigt sich der Zyklus dem Ende und in einigen Tagen beginnt der Kreislauf von vorne. Doch hier, weitab von allem, das sich Zivilisation nennt, spielt es keine Rolle. Für mich spielt es keine Rolle, denn es ist mir egal.

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Keine Menschen, keine Elektronik. Nur ich, die Skelette der Buchen und das leise Rascheln der herabgefallenen Blätter unter meinen Stiefeln. Im Wald ist Stillstand. Alle haben sich zurückgezogen, versuchen den Winter unbeschadet zu überstehen. Plötzlich treffen sich Buntspechte und Kleiber in den Ästen der Buchen, um die letzten Früchte zu sammeln, die ihr Überleben sichern. Ein Bussard fliegt freizügig über mir hinweg, sein winterliches Gefieder macht ihn auffälliger, doch er ist schnell und verschwindet in den Kronen der Bäume. Ich bin geduldig, warte und beobachte die Bewohner des Waldes. Ich suche im Laub nach Spuren, wehe die Blätter bei Seite, aber alles was ich finde, sind Schnecken, die sich dort versteckt haben, um nicht der nächsten Amsel zum Opfer zu fallen.

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Ich spüre die Kälte und atme tief ein. Es riecht nach aufgewühlter Erde. Es gab noch keinen richtigen Schnee. In der Stadt ist er sofort auf den erwärmten Straßen geschmolzen und der Winter hatte keine Chance sein weißes Kleid über ihr auszubreiten. In den umliegenden Wäldern ist etwas davon hängen geblieben, doch der Zauber blieb aus und alles verwandelte sich in Matsch und große Pfützen. Die Erde hat sich dunkel verfärbt, fast schwarz, doch ist sie nicht mehr frisch wie im Sommer. Die Kraft, die in ihr steckte ist vergangen, versorgte die Wurzeln der Bäume, denn auch sie müssen irgendwie überleben.

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Ich sinke zu Boden, lehne mich an eine Buche und genieße einen Moment der Stille. Der Blick nach oben zeigt Äste, welche sich flehend gen Himmel richten, sie bitten um mehr Sonne, doch diese ist rar geworden in den letzten Wochen. Es bleibt trüb und grau an diesem Tag. Ich kann diesem Ort im Moment nicht viel geben. Jeder bleibt sich selbst überlassen und versucht die Dunkelheit aus seinem Herzen zu vertreiben, um nicht der Lethargie zu verfallen, für die die Menschen so leicht empfänglich sind, wenn sie kein Licht mehr sehen.

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Eine Bibliothek aus Fotobüchern

Ich bin eine fleißige Leserin des Onlinemagazines „kwerfeldein„. Immer wieder werden dort Sachen vorgerstellt, die schnell das Herz eines jeden Fotografen höher schlagen lassen. So war es auch mit einem Fotobuch im Miniformat, eine tolle Möglichkeit für den Faulenzer von heute seine Sachen gedruckt zu bekommen oder einfach als kleines Geschenk, für die Leute, die immer meckern, dass man keine Prints verkauft. Das gibt es in drei verschiedenen Varianten und beginnt mit einem Preis von 4,95 €, also relativ günstig und erschwinglich in der Anschaffung.

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Ich bin zum Beispiel jemand, der es nie schafft Prints von seinen Arbeiten anfertigen zu lassen oder die Sachen einfach simpel auszudrucken und dann an die Wand zu hängen. In meiner Wohnung hängt nicht ein einziges Bild meiner Arbeiten. Alle verstauben in digitalen Räumen oder Festplatten. Ich wühle mich dann durch die Massen von Kontent, den ich produziert habe und kann mich an die meisten Sachen gar nicht mehr erinnern oder frage mich, warum ich mich nicht an meiner eigenen Kunst ergötzen kann. Lieber sehe ich meine Fotos über Social-Media-Plattformen auf Bildschirmen flimmern, als dass ich es auch in Händen halten könnte. Damit sollte jetzt Schluss sein. Ich habe bereits Anfang des Jahres damit begonnen meine liebsten Werke auszuwählen und sie in einem Fotobuch zu verewigen. Das Problem war dann aber, dass ich mich schlecht entscheiden konnte und am liebsten jedem Thema ein Buch gegönnt hätte. Doch das wäre mein finanzieller Ruin, auch wenn ich danach eine Bibliothek mit Fotobüchern eröffnen könnte. Natürlich würde diese Bibliothek meinen Namen tragen und sie wäre ein Art Vermächtnis an mich selbst, aber so ich-bezogen bin ich nicht.

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Deshalb war für mich das Angebot von FotoPremio dann die beste Entscheidung meiner Leidenschaft zur Ewigkeit zu verhelfen und noch nicht mal viel Geld dafür ausgeben zu müssen. Ich will jetzt hier auch gar nicht noch darauf eingehen, wie sich die Seite gestaltet und wie man dort ein Buch erstellen kann. Katja von Kwerfeldein hat das alles bereits sehr schön in ihrem Post rezensiert, also kann man sich das gerne selber durchlesen und ich erspare mir die Mühe, dasselbe noch einmal zu erklären.

Mein Fazit: Ich bin mit diesen kleinen Fotobüchern mehr als zufrieden, kann sie in mehreren Stückzahlen drucken lassen und dann damit machen was ich will. Ob nun als Geschenk an mich selbst oder andere, Mini-Portfolio für unterwegs und in die Tasche gesteckt oder doch für die Eröffnung meiner eigenen Bibliothek.

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Hometown Gloom

Meine Heimat in düsterem Nebel, eine Atmosphäre die ich sehr genieße. Auf einem meiner morgendlichen Streifzüge, wenn alles noch schläft, kann ich die Welt viel intensiver wahrnehmen. Keine Menschen, kein Verkehr. Nur Pferde, die einsam im Nebel grasen oder Kraniche, die auf den Feldern zum Aufbruch nach Afrika rufen. Die Straßen sind leer und ich bin voller Erwartungen…

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

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Kamera: Canon 80D Objektiv: Lensbaby Twist60 f.2

 

Lensbaby Twist60 – pures Gold

Nachdem ich vor ein paar Tagen begonnen habe über alte Vintagelinsen zu schreiben, darf ich nicht vergessen, dass es auch Firmen wie Lensbaby gibt, die das alte Gefühl der analogen Zeiten in eine neue Hülle stecken. Ich habe das Lensbaby Twist60 noch vor dem Helios 44-2 und dem Carl Zeiss 80mm gekauft, weil ich Fotos auf Flickr entdeckt habe, die meinen Atem stocken ließen und ich diesen Look unbedingt selber produzieren wollte. Ich bin stetig auf der Suche nach Individualität und mit diesem Objektiv hat man als Fotograf absolute Freiheit.


Der Look des Lensbaby hat mich von Anfang an fasziniert. Knackenscharf, vielseitig, geschwungenes Bokeh – ein echtes Goldstück. Es ist eine komplett analoge 60mm Festbrennweite, die wirklich hochwertig hergestellt und mit einem Blendenring aus Messing versehen wurde. Wenn das Teil vorne an der Kamera sitzt, dann gucken die Leute schon, weil kein schwarzer Plastikbecher mit einem fetten Logo dran prangt. Viele Fotografen schwören auf teure Marken, aber man kann auch mit kleinen Independent-Firmen großes Glück  haben. Wem das Petzval 85mm von Lomography zu teuer ist, aber den Look liebt, kann mit dem Twist60 wirklich in die Liga dieser Ästhetik einsteigen. Dadurch, dass man sich mit diesem Objektiv und seiner Kamera noch einmal gründlicher auseinandersetzten muss, kann man sehr viel lernen und beinahe blind fotografieren, wenn man erstmal den Dreh raus hat.

Klar ist es eine Umstellung, aber bevor es die digitale Revolution gab, wurde alles per Hand gemacht und dahin geht der Trend. Die Leute wollen wieder mehr mit den Händen arbeiten, weil digital allein nun mal nicht befriedigend ist. Wenn man etwas Besonderes möchte, sollte man sich darauf einlassen und neue Wege gehen. Ich mag das Gefühl der Intensität, das man mit dem Lensbaby erreichen kann. Ein Teil des Fotos zu werden, indem ich nicht nur den Auslöser betätigt habe, denn es ist ein Stück Ich in dieser Arbeit gelandet. Es mag nicht nach besonders viel Handlung klingen, wenn man ein bisschen am Blendenring herumspielt, aber wie man den Blickwinkel auf die Dinge ändert und alles viel intensiver wahrnimmt, macht für mich dann schon Sinn. Öfter mal die Perspektive ändern und nicht nur auf den Bildschirm starren. Und darauf kommt es an, sich selbst treu zu bleiben, sich etwas zu trauen und kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man nicht das macht, was alle anderen machen. Individualität ist der Schlüssel zum Erfolg und nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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Diese letzten drei Fotos sind schon im Sommer entstanden. Ich war mit meiner Ausbeute nicht wirklich zufrieden und hab die Kamera einfach auf den Gorillapod geschnallt und ohne auf die Einstellungen zu achten wirr am Fokus herum geschraubt. Dank der Sonne ist das dabei heraus gekommen.

 

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