WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Selbstverliebt, oder was?

Ist es Selbstverliebtheit, wenn ich ständig vor der Kamera posiere, obwohl ich auch andere Dinge in Szene setzen könnte? Kommt es irgendwie arrogant rüber, wenn man durch meine Beiträge scrollt und immer nur das gleiche Gesicht sieht? Denken die Leute ich wäre einsam und hätte keine Freunde, die mit mir Zeit verbringen oder dass ich einfach Langeweile hätte?

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Diese Fragen habe ich mir schon des öfteren gestellt, bin aber nie zu einer richtigen Antwort gekommen. Der Großteil des Blogs besteht aus Selbstportraits von mir, die wohl irgendwie das darstellen sollen, was ich nicht in Worte fassen kann oder nach außen bringen kann. Ich bin ein stiller und introvertierter Mensch und auf meinen Fotos muss ich nichts verbalisieren, um etwas ausdrücken zu können. Diese Fotos sind meist ein stiller Reminder für mich in der gegenwärtigen Situation, in der ich gerade stecke. Manchmal fahre ich mit irgendwelchen wirren Ideen raus in den Wald und habe sie schon wieder vergessen, wenn ich dort angekommen bin. Es läuft immer alles etwas chaotisch, weil ein Bild in meinem Kopf schon entstanden ist und ich wie ein Eichelhäher irgendwo eine Idee vergraben habe, mich aber später nicht mehr dran erinnern kann, wo ich sie gelassen habe oder wie ich sie umsetzten wollte.

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Stativ aufbauen, Kamera einschalten, Objektiv checken, Selbstauslöser aktivieren – vier simple Schritte, die mir ins Blut übergegangen sind. Früher habe ich mich merkwürdig gefühlt vor der Kamera zu posieren. Ich kam mir irgendwie nackt vor, als ob andere Menschen etwas von mir sehen könnten, was ich eigentlich für mich behalten wollte. Ich fühlte mich unwohl, wenn Leute in der Nähe waren und mich beobachteten. Dann tat ich immer so, als würde ich schwer beschäftigt sein die Landschaft zu fotografieren und habe wirr in den Einstellungen meiner Kamera gesucht. Deswegen suche ich mir wohl immer die abgelegensten Orte zu den unmenschlichsten Zeiten, weil ich weiß, dass ich dort allein und ungestört sein kann. Ich kann springen, mich verrenken, schnell umziehen oder vor der Kamera wegrennen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

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Da stand ich nun also mitten im Nirgendwo – ein Mädchen allein mit ihrer Kamera ohne Ahnung, was dabei herauskommen würde.  Aber nach einer gewissen Zeit fiel es mir leichter und ich wurde selbstbewusster, weil ich mich als Person jedes Mal in einem anderem Licht sehen konnte. Ich konnte machen was ich wollte und fühlte mich wohl, weil niemand von außen sich in meinen Arbeitsprozess einmischen konnte. Natürlich bin ich selbst mein größter Kritiker und versuche ständig etwas anders zu machen, aber irgendwie hat sich dadurch mein Stil entwickelt, den ich leider selbst nicht beschreiben kann. Manchmal bin ich die Wahrheit und manchmal bin ich eine Lüge – wie das zustande kommt? Während des Bearbeitungsprozesses entwickelt sich in meinen Gedanken eine Geschichte zu den Bildern, die ich dann in einer bestimmten Reihenfolge zusammensetzen kann. Manchmal mit mehr Sinn, manchmal ohne Sinn.

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Auf meinen Fotos sieht man mich so gut wie nie lächeln. Ich lache – ständig, am liebsten mit Z. oder über Z., das bin ich und nicht die Person, die ich auf den Fotos darstelle, manchmal mehr, manchmal weniger.

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Entstanden sind die Fotos an einem heißen Vormittag im Juli mit dem Lensbaby Twist60 und der Canon EOS80D.

In the woods somewhere

My head was warm
My skin was soaked
I called your name
‘Til the fever broke

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When I awoke
The moon still hung
The night so black
That the darkness hums

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I raised myself
My legs were weak
I prayed my mind
Be good to me

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An awful noise
Filled the air
I heard a scream
In the woods somewhere

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A woman’s voice
I quickly ran
Into the trees
With empty hands

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A fox it was
He shook afraid
I spoke no word
No sound he made

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His bones exposed
His hind was lame
I raised a stone
To end his pain

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What caused the wound?
How large the teeth?
I saw new eyes
Were watching me

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The creature lunged
I turned and ran
To save a life
I didn’t have

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Deer in the chase
There as I flew
I forgot all prayers
Of joining you

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I clutched my life
And wished it kept
My dearest love
I’m not done yet

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How many years
I know I’ll bare
I found something
In the woods somewhere

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In the woods somewhere by Hozier

IPhonography Part II

An sich bin ich keine Sommerperson, es ist zu warm, es gibt Mücken und man muss kurze Klamotten tragen. Das sind die negativen Seiten des Sommers für mich. Was ich hingegen mehr schätze ist, dass die Natur sich in ihrer vollen Pracht zeigt und ich bis abends um 10 durch die Gegend fahren kann, um die laue Sommerluft zu genießen. Nicht immer habe ich meine Kamera dabei und deshalb muss das iPhone herreichen. Vor einer Weile habe ich mal einen Beitrag geschrieben, der darauf eingeht, dass man aus jeder Kamera etwas herausholen kann. So bin ich ganz bewusst nur mit dem iPhone bewaffnet losgefahren – durch die Rapsfelder oder zur alten Fischerhütte, um mal wieder das Gegenteil zu beweisen, dass nicht jeder eine DSLR brauch. Ich habe die Bilder ewig in meinem Feed gespeichert und sie am Wochenende durch Lightroom gejagt, um zu schauen, in wie fern ich meine Technik abspecken kann. Ich kann sagen, dass mich manche Ergebnisse sehr überrascht haben und ich meinen Blickwinkel nochmal überdacht habe oder auf neue Ideen zum Thema Perspektive gestoßen bin. Ich habe auf einigen Fotos erst auf dem MacBook Insekten entdeckt, die ich nicht bewusst wahrgenommen habe oder durch die Froschperspektive sind Motive entstanden, die ich mit meiner DSLR gar nicht hätte machen können, weil ich kein Weitwinkelobjektiv besitze.

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Klar sind die Farben oder die Tiefenschärfe, die eine Handykamera liefert nicht Eins A, trotzdem lernt man dadurch sein eigenes Equipment zu schätzen und wie minimalistisch man doch zu tollen Ergebnissen kommt. In der heutigen Generation hat jeder so ein Ding in der Tasche und lieber werde ich kreativ mit der Kamera anstatt nur auf das Display zu starren, um den Status anderer Leute in mich aufzusaugen. Viel zu viele Leute merken nicht, ob sie ein fotografisches Auge haben, weil sie sich nicht damit beschäftigen. Ein Selfie kann jeder machen und jeden Tag werden Millionen von Bildern ins Internet geladen – doch die meisten davon sind ohne Sinn und Verstand und das vertreibt die kleinen Leute, die wirklich wollen, dass jemand ihre Arbeiten sieht, auch wenn es nur mit dem Smartphone fotografiert wurde. Es bricht eine Bilderflut über uns herein und wir freuen uns nur noch über Huskies, die grinsen oder Menschen, die lustige Filter über ihrem Gesicht tragen. Ich will Content sehen, der mich bewegt oder an dem ich sehe, wie viel Mühe sich der Macher gegeben hat.

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Jedenfalls lohnt es sich mal nur mit dem Smartphone auf die Pirsch zu gehen. Besonders in der Abendsonne oder mit einem Gadget wie einer Lupe bewaffnet kann man Dinge festhalten oder in ein anderes Licht rücken. So entgehe ich auch dem sogenannten KREATIEF, wenn ich meine eigene Art zu fotografieren wieder nicht ertragen kann oder ich etwas Neues ausprobieren möchte.

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Selbstfürsorge

Wohin gehe ich, wenn ich allein sein möchte? Wohin, wenn alles um mich herum zu explodieren droht? Ich gehe nicht in mich, denn in der lauten Gesellschaft anderer Menschen schaffe ich das nicht. Ich brauche einen Rückzugsort, fernab von allem, was mich täglich umgibt. Manchmal klettere ich über Mauern, übersehe ganz bewusst das „Betreten verboten“, um etwas Zeit für mich zu haben. Man mag von mir denken, ich wäre einsam und hätte niemanden zum Reden, doch die Wahrheit ist: ich bin einfach gern allein. Dort ist niemand der mich bevormundet oder versucht mich umzukrempeln. Ich erwische mich viel zu oft dabei, wie ich versuche es anderen recht zu machen, nur mir selbst nicht.

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Mein Gehirn fühlt sich ausgewaschen an, es ist dreckig, weil mich jeder mit seinen Problemen oder sinnlosen Gedankenwelten belastet. Diese Seelenjäger, die überall warten und sich in mir einnisten wollen, um mich meiner Energie zu berauben. Sie wollen, dass ihre Probleme zu meinen werden und ich mache mir über das Seelenleben anderer Menschen mehr Gedanken als über mein eigenes. Ich spüre, wie ich beginne von innen zu verrotten, wie ich geistig zerfalle, weil alles andere wichtiger erscheint als ich selbst. Ich brauche frische Luft und Freiheit zum Denken. Diese Gedanken, die nicht mir gehören, müssen raus – deshalb muss ich weg. Mich auf die Suche nach neuen Wegen machen, um dem zu entfliehen, wozu andere mich machen wollen – ihrem Sklaven.

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Alles was ich dagegen tun kann ist, die Wege dieser Dinge nicht zu kreuzen und einfach zu verschwinden, mich in meinen eigenen Kaskaden zu verbarrikadieren und niemanden hineinzulassen. Doch irgendetwas hält mich hier, hält mich fest wie ein Magnet ohne das ich nicht existieren kann und sorgt dafür, dass ich die Tore nicht verschließen kann. Ich suche einen Ausweg, aber er ist nie so weit entfernt, dass ich nicht wieder zurückkehren kann. Und so suche ich nach neuen Wegen, um meine Zeit zu verschwenden, nicht an die Probleme anderer zu denken. Egoistisch würde man mich nennen, doch ich nenne es Selbstfürsorge.

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Meine Gedanken können frei existieren, mich umkreisen, mich verschlingen, sie flüstern mir ins Ohr oder schreien mir direkt ins Gesicht, doch ohne sie fühle ich mich taub. Ich brauche sie – sie zu verdrängen wäre als würde ich ein wildes Tier in einen Käfig sperren und sie würden gegen die Gitterstäbe drücken bis sie zu bersten drohen. Ich lasse sie also frei – schreie oder schreibe sie heraus und warte darauf, was passiert. Allein, weil ich gern allein bin. Manchmal sitze ich gern in der Stille und lasse die Welt an mir vorbeiziehen, weil ich gerade an nichts denke. Verschwendete Zeit denkt man jetzt, aber nein – es ist die beste Reinigung für die Seele. Dann merke ich nicht, ob nur Sekunden oder bereits Stunden vergangen sind. Ich lasse es einfach geschehen, mich von niemandem aufhalten.

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Nach solchen Momenten blicke ich nach oben, sehe wie sich Blätter im Wind wiegen und die Welt sich trotzdem weiterdreht.

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And she ran out in the woods

„The Woods“

I asked Saint Christopher
To find your sister
And she ran out in the woods
And she ran out in the woods

 

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Oh, it was certain then
And we were trying to stop the winter
Killing all it could
Killing all it could

 
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And I pray a lot for you
And I look out for you

 
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We are what we are
Don’t need no excuses
For the scars
From our mothers

 

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And we know what we know
‚Cause we’re made of all the little bones
Of our fathers

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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I asked Saint Christopher
To find your sister
She ran out in the woods
‚Cause she ran out in the woods

 
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Song is called „The Woods“ from Daughter

 

Verblendung

„Es gibt mehr als eine Art der Freiheit… die Freiheit zu, und die Freiheit von. In den Tagen der Anarchie war es die Freiheit zu. Jetzt ist dir die Freiheit von gegeben. Unterschätze das nicht.“

-Margaret Atwood

Sie vergiften uns und du weißt es. Sie vergiften uns mit ihren Ideologien, ihren Meinungen, zwingen uns zu glauben, was sie uns vorsetzen. In was für einer Welt leben wir? Unsere Gehirne werden geprüft und mit Mainstream gewaschen. Sie lenken uns ab von der wirklichen Welt. Die Irrealität sitzt vor unseren Augen wie Scheuklappen. Niemand sieht mehr nach links oder rechts, nur noch nach vorn. Voran Marsch mit dem Zug. Wir alle sollen zu ihren Opfern werden und einkehren in die Hallen des Wahnsinns. Nur die, die stark sind, schaffen es ihnen zu entfliehen. Du bist kein Opfer. Du kannst es schaffen. Gib dich nicht dem hin was sie sagen. Du bist frei. Noch…

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Sie benutzen uns, benutzen uns für ihre Programme wie Versuchstiere. Sie würden es niemals an sich selbst testen, nur an den Gutgläubigen und den Unwissenden. Unwissenheit ist kein Segen. Die Wahrheit ist hässlich, nackt und voller Narben. Sie verstecken sie unter großen Schlagzeilen, sinnloser Massenware und beängstigenden Ereignissen. Sieh hinter den Vorhang. Trau dich die Regeln zu brechen und leg endlich die verdammte Brille ab. Die Utopie in der du gelebt hast ist dem Untergang geweiht.

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Wieviel werden sie dir lassen und wieviel wirst du geben? Es gibt kein Gleichgewicht mehr in dieser Welt. Stehst du nicht auf ihrer Seite so stehst du auf der anderen ohne das dich jemand gefragt hat. Du wurdest abgestempelt und kategorisiert. Nichts weiter als eine Nummer, die in einer Akte verrottet. Ob du gefährlich bist? Sie halten dich für einen Einzelkämpfer. Also nicht relevant. Doch wissen sie nicht, welche Macht in dir steckt und was du bewegen kannst. Du bist wie ein stummes Gewitter am Horizont, elektrisiert durch die Unruhe, die in dir wohnt.

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Ein Schmetterling kann einen Wirbelsturm entfachen – auch wenn es nur die Theorie des Chaos sein mag – ich glaube daran. Ich glaube an dich.

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In der Stille des Waldes

Es ist zu laut. Alles ist zu laut. Strom, Maschinen, Menschen. Die Stadt ist gefüllt mit einer Geräuschkulisse, die alles übertönt. Das sanfte Wispern der Blätter im Wind ist nicht zu hören, die Vögel können nur in Scharen kundtun, dass auch sie Teil der Stadt sind. Schreiende Kinder, brummende Neonlichter, hupende Autos. Berliner Nummernschilder drängen sich auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen, um schnell das Wochenenddomizil zu erreichen. Alle versuchen dem Stress der Großstadt zu entkommen und fliehen in die Wälder um die Stadt, in kleine Bungalows oder abgeschiedene Waldhütten. Langsam wird es auch hier zu voll, weil jeder die Ruhe und Gelassenheit spüren möchte. Alles ist zu laut. Ich muss hier raus.

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An einem grauen Märzmorgen ziehe ich in den Wald. Ich lebe im Nordosten von Brandenburg, dort wo die Wälder noch schnell zu erreichen sind. Es ist für mich der Ort an den ich fliehen kann, um dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ich kann den Kopf frei bekommen und mich wieder konzentrieren. Die trockenen Blätter unter meinen Schuhen knistern und vereinen sich mit dem Klicken meiner Kamera zu einem neuen Rhythmus, den ich am besten beherrsche.

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Unter den Kronen der Bäume suche ich nach Spechten, Eichelhähern und anderen Bewohnern. Ich schiebe das alte Laub beiseite und versuche die ersten Boten des Frühlings zu finden. Und dann kommt der Schnee. Der See ist noch gefroren und lässt alles starr wirken, dennoch tanzen die Schneeflocken noch ein letztes Mal vom Himmel und hüllen mich in eine weiße Schicht. Ich genieße den Moment – allein und in absoluter Stille. Kein Mensch weit und breit sieht mich, wie ich im Schnee tanze. Ich bin nass bis auf die Knochen und friere.

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Thron der Melancholie

Einst gabst du mir den einzigen Halt im Leben. Ich konnte mich an dir festhalten, du hast mich getröstet und mir den Mut gegeben, den ich verloren habe. Du hast mich gefunden als ich dich am meisten gebraucht habe – das war vor langer Zeit.

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Ich bin eine leere Hülle, weil ich dich verloren habe. Ich wachte auf aus meinem einstigen Traum von Perfektion und du warst nicht mehr da. Du bist gegangen, weil du wusstest, dass du deine Aufgabe erfüllt hast. Ich wusste nicht, dass du nur für eine vorgeschriebene Zeit an meiner Seite verweilen solltest. Ich dachte, es wäre für die Ewigkeit. Jetzt sehe ich dich so wie du bist und du siehst mich so wie ich bin – eine physische Narbe.

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Ich trage die Farben der Trauer, weil ich dich verloren habe. Ich wandere umher, die Blumen vertrocknen zu meinen Füßen, ich kann nur totes Gestrüpp auf dein Grab niederlegen. Das Leben ist getränkt in Vergänglichkeit – ebenso wie ich. Es gibt keine neuen Geschichten mehr für mich, nur die alten. Zusammengefasst in diesem Buch. Die Seiten sind verblasst und brüchig geworden – ebenso wie ich. Ich lebe mehr im Schatten als im Licht, meine Haut ist grau geworden, weil mich niemand berührt und mit Leben füllt.

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Warum hast du mich erst gerettet, um mich dann wieder fallen zu lassen? Ich drehe mich im Kreis. Warum rettest du mich nicht vor mir selbst? Ich bin müde. Die Welt ist trostlos und grau. Ich möchte dorthin gehen, wo du bist. Wo Melancholie in Ewigkeit trohnt. Ich habe aufgehört zu träumen. Ich schließe die Augen und sehe nichts. Mein Schlaf gleicht der Totenwache, die halte, weil ich dich verloren habe. Ich bin verloren.

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Ich trauere um dich. Ich trauere um mich. Meine Sinne zerbröckeln zu Staub – ich bin taub, stumm und blind. Zu deinen Füßen liegt nun meine Seele, gefangen in einem gläseren Körper, der zu zerbrechen droht. Infertil und karg bleiben nur die Blumen auf deinem oder meinem Grab zurück.

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