Vollendung

17. Februar, 2:23 AM

Ein Anruf – von einer öffentlichen Telefonzelle. Ein Opfer – 28, weiblich. Eine Karte – sein Markenzeichen. Er ist es, ich weiß es. Es gibt keine Zweifel, aber diesmal ist etwas anders. Es ist persönlich. Mein Name steht auf einem Zettel. Ich bin leitender Ermittler, vom Hauptkommissar dazu beauftragt worden. Aber jetzt bin ich Teil seines Spiels. Wieso? Eine Bibel wurde am Tatort gefunden. Markiert war ein christliches Lied in Bezug auf Tod und Ewigkeit. Das ist neu. Er hat sich Zeit gelassen alles auszuwählen und hat alles minutiös geplant. Er wusste, wann wir am Tatort eintreffen würden. Möglicherweise beobachtet er uns. Jetzt. In dieser Sekunde.

3. März, 3:49 AM

Die Spur führt ins nichts. Niemand hat ein solches Kartenspiel verkauft. Wahrscheinlich besitzt er es schon länger. Die Bibel wurde aus einer öffentlichen Bibliothek ausgeliehen und nie zurückgebracht. Niemand erinnert sich daran. Es gibt keine Aufzeichnungen bis auf eine alte Adresse. Eine falsche Adresse, dennoch wird sie untersucht. Ein altes Lagerhaus in einem Industriegebiet. Warum stand mein Name auf diesem Zettel? Was will mir der Täter sagen? Er wollte, dass ich hier her komme.

18. April, 9:21 AM

Ein Anruf – wieder. Ein Opfer – wieder. Eine Karte – wieder. Zum zweiten Mal das gleiche Spiel. Immer dieselbe Vorgehensweise, aber der Hintergrund für seine Taten bleibt verdeckt. Langsam glaube alle, dass wir es mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber wer ist er? Ein gelangweilter Psychopath? Ein bibelbesessener Fanatiker oder ein spielsüchtiger Geschäftsmann auf der Suche nach dem ultimativen Kick? Das forensische Team zerbricht sich den Kopf. Ich liege Nacht für Nacht wach. Alles Spuren sind nichtssagend, ich komme nicht voran. Was ist das für ein Spiel?

Info:

Das ist ein kleines Experiment, welches ich schon länger geplant hatte. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich einen Teil aus meiner Geschichte „Vollendung“. Untermalt mit dazu passenden Bildern soll diese Geschichte mit der Zeit wachsen. Ich weiß nicht wohin sie führen wird, denn es ist ein Experiment. Viel Spaß auf der Jagd.

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WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Selbstverliebt, oder was?

Ist es Selbstverliebtheit, wenn ich ständig vor der Kamera posiere, obwohl ich auch andere Dinge in Szene setzen könnte? Kommt es irgendwie arrogant rüber, wenn man durch meine Beiträge scrollt und immer nur das gleiche Gesicht sieht? Denken die Leute ich wäre einsam und hätte keine Freunde, die mit mir Zeit verbringen oder dass ich einfach Langeweile hätte?

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Diese Fragen habe ich mir schon des öfteren gestellt, bin aber nie zu einer richtigen Antwort gekommen. Der Großteil des Blogs besteht aus Selbstportraits von mir, die wohl irgendwie das darstellen sollen, was ich nicht in Worte fassen kann oder nach außen bringen kann. Ich bin ein stiller und introvertierter Mensch und auf meinen Fotos muss ich nichts verbalisieren, um etwas ausdrücken zu können. Diese Fotos sind meist ein stiller Reminder für mich in der gegenwärtigen Situation, in der ich gerade stecke. Manchmal fahre ich mit irgendwelchen wirren Ideen raus in den Wald und habe sie schon wieder vergessen, wenn ich dort angekommen bin. Es läuft immer alles etwas chaotisch, weil ein Bild in meinem Kopf schon entstanden ist und ich wie ein Eichelhäher irgendwo eine Idee vergraben habe, mich aber später nicht mehr dran erinnern kann, wo ich sie gelassen habe oder wie ich sie umsetzten wollte.

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Stativ aufbauen, Kamera einschalten, Objektiv checken, Selbstauslöser aktivieren – vier simple Schritte, die mir ins Blut übergegangen sind. Früher habe ich mich merkwürdig gefühlt vor der Kamera zu posieren. Ich kam mir irgendwie nackt vor, als ob andere Menschen etwas von mir sehen könnten, was ich eigentlich für mich behalten wollte. Ich fühlte mich unwohl, wenn Leute in der Nähe waren und mich beobachteten. Dann tat ich immer so, als würde ich schwer beschäftigt sein die Landschaft zu fotografieren und habe wirr in den Einstellungen meiner Kamera gesucht. Deswegen suche ich mir wohl immer die abgelegensten Orte zu den unmenschlichsten Zeiten, weil ich weiß, dass ich dort allein und ungestört sein kann. Ich kann springen, mich verrenken, schnell umziehen oder vor der Kamera wegrennen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

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Da stand ich nun also mitten im Nirgendwo – ein Mädchen allein mit ihrer Kamera ohne Ahnung, was dabei herauskommen würde.  Aber nach einer gewissen Zeit fiel es mir leichter und ich wurde selbstbewusster, weil ich mich als Person jedes Mal in einem anderem Licht sehen konnte. Ich konnte machen was ich wollte und fühlte mich wohl, weil niemand von außen sich in meinen Arbeitsprozess einmischen konnte. Natürlich bin ich selbst mein größter Kritiker und versuche ständig etwas anders zu machen, aber irgendwie hat sich dadurch mein Stil entwickelt, den ich leider selbst nicht beschreiben kann. Manchmal bin ich die Wahrheit und manchmal bin ich eine Lüge – wie das zustande kommt? Während des Bearbeitungsprozesses entwickelt sich in meinen Gedanken eine Geschichte zu den Bildern, die ich dann in einer bestimmten Reihenfolge zusammensetzen kann. Manchmal mit mehr Sinn, manchmal ohne Sinn.

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Auf meinen Fotos sieht man mich so gut wie nie lächeln. Ich lache – ständig, am liebsten mit Z. oder über Z., das bin ich und nicht die Person, die ich auf den Fotos darstelle, manchmal mehr, manchmal weniger.

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Entstanden sind die Fotos an einem heißen Vormittag im Juli mit dem Lensbaby Twist60 und der Canon EOS80D.

IPhonography Part II

An sich bin ich keine Sommerperson, es ist zu warm, es gibt Mücken und man muss kurze Klamotten tragen. Das sind die negativen Seiten des Sommers für mich. Was ich hingegen mehr schätze ist, dass die Natur sich in ihrer vollen Pracht zeigt und ich bis abends um 10 durch die Gegend fahren kann, um die laue Sommerluft zu genießen. Nicht immer habe ich meine Kamera dabei und deshalb muss das iPhone herreichen. Vor einer Weile habe ich mal einen Beitrag geschrieben, der darauf eingeht, dass man aus jeder Kamera etwas herausholen kann. So bin ich ganz bewusst nur mit dem iPhone bewaffnet losgefahren – durch die Rapsfelder oder zur alten Fischerhütte, um mal wieder das Gegenteil zu beweisen, dass nicht jeder eine DSLR brauch. Ich habe die Bilder ewig in meinem Feed gespeichert und sie am Wochenende durch Lightroom gejagt, um zu schauen, in wie fern ich meine Technik abspecken kann. Ich kann sagen, dass mich manche Ergebnisse sehr überrascht haben und ich meinen Blickwinkel nochmal überdacht habe oder auf neue Ideen zum Thema Perspektive gestoßen bin. Ich habe auf einigen Fotos erst auf dem MacBook Insekten entdeckt, die ich nicht bewusst wahrgenommen habe oder durch die Froschperspektive sind Motive entstanden, die ich mit meiner DSLR gar nicht hätte machen können, weil ich kein Weitwinkelobjektiv besitze.

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Klar sind die Farben oder die Tiefenschärfe, die eine Handykamera liefert nicht Eins A, trotzdem lernt man dadurch sein eigenes Equipment zu schätzen und wie minimalistisch man doch zu tollen Ergebnissen kommt. In der heutigen Generation hat jeder so ein Ding in der Tasche und lieber werde ich kreativ mit der Kamera anstatt nur auf das Display zu starren, um den Status anderer Leute in mich aufzusaugen. Viel zu viele Leute merken nicht, ob sie ein fotografisches Auge haben, weil sie sich nicht damit beschäftigen. Ein Selfie kann jeder machen und jeden Tag werden Millionen von Bildern ins Internet geladen – doch die meisten davon sind ohne Sinn und Verstand und das vertreibt die kleinen Leute, die wirklich wollen, dass jemand ihre Arbeiten sieht, auch wenn es nur mit dem Smartphone fotografiert wurde. Es bricht eine Bilderflut über uns herein und wir freuen uns nur noch über Huskies, die grinsen oder Menschen, die lustige Filter über ihrem Gesicht tragen. Ich will Content sehen, der mich bewegt oder an dem ich sehe, wie viel Mühe sich der Macher gegeben hat.

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Jedenfalls lohnt es sich mal nur mit dem Smartphone auf die Pirsch zu gehen. Besonders in der Abendsonne oder mit einem Gadget wie einer Lupe bewaffnet kann man Dinge festhalten oder in ein anderes Licht rücken. So entgehe ich auch dem sogenannten KREATIEF, wenn ich meine eigene Art zu fotografieren wieder nicht ertragen kann oder ich etwas Neues ausprobieren möchte.

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