IPhonography Part II

An sich bin ich keine Sommerperson, es ist zu warm, es gibt Mücken und man muss kurze Klamotten tragen. Das sind die negativen Seiten des Sommers für mich. Was ich hingegen mehr schätze ist, dass die Natur sich in ihrer vollen Pracht zeigt und ich bis abends um 10 durch die Gegend fahren kann, um die laue Sommerluft zu genießen. Nicht immer habe ich meine Kamera dabei und deshalb muss das iPhone herreichen. Vor einer Weile habe ich mal einen Beitrag geschrieben, der darauf eingeht, dass man aus jeder Kamera etwas herausholen kann. So bin ich ganz bewusst nur mit dem iPhone bewaffnet losgefahren – durch die Rapsfelder oder zur alten Fischerhütte, um mal wieder das Gegenteil zu beweisen, dass nicht jeder eine DSLR brauch. Ich habe die Bilder ewig in meinem Feed gespeichert und sie am Wochenende durch Lightroom gejagt, um zu schauen, in wie fern ich meine Technik abspecken kann. Ich kann sagen, dass mich manche Ergebnisse sehr überrascht haben und ich meinen Blickwinkel nochmal überdacht habe oder auf neue Ideen zum Thema Perspektive gestoßen bin. Ich habe auf einigen Fotos erst auf dem MacBook Insekten entdeckt, die ich nicht bewusst wahrgenommen habe oder durch die Froschperspektive sind Motive entstanden, die ich mit meiner DSLR gar nicht hätte machen können, weil ich kein Weitwinkelobjektiv besitze.

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Klar sind die Farben oder die Tiefenschärfe, die eine Handykamera liefert nicht Eins A, trotzdem lernt man dadurch sein eigenes Equipment zu schätzen und wie minimalistisch man doch zu tollen Ergebnissen kommt. In der heutigen Generation hat jeder so ein Ding in der Tasche und lieber werde ich kreativ mit der Kamera anstatt nur auf das Display zu starren, um den Status anderer Leute in mich aufzusaugen. Viel zu viele Leute merken nicht, ob sie ein fotografisches Auge haben, weil sie sich nicht damit beschäftigen. Ein Selfie kann jeder machen und jeden Tag werden Millionen von Bildern ins Internet geladen – doch die meisten davon sind ohne Sinn und Verstand und das vertreibt die kleinen Leute, die wirklich wollen, dass jemand ihre Arbeiten sieht, auch wenn es nur mit dem Smartphone fotografiert wurde. Es bricht eine Bilderflut über uns herein und wir freuen uns nur noch über Huskies, die grinsen oder Menschen, die lustige Filter über ihrem Gesicht tragen. Ich will Content sehen, der mich bewegt oder an dem ich sehe, wie viel Mühe sich der Macher gegeben hat.

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Jedenfalls lohnt es sich mal nur mit dem Smartphone auf die Pirsch zu gehen. Besonders in der Abendsonne oder mit einem Gadget wie einer Lupe bewaffnet kann man Dinge festhalten oder in ein anderes Licht rücken. So entgehe ich auch dem sogenannten KREATIEF, wenn ich meine eigene Art zu fotografieren wieder nicht ertragen kann oder ich etwas Neues ausprobieren möchte.

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IPhonography

Ende August habe ich mir ein neues iPhone zugelegt, weil ich ein kompaktes Smartphone mit einer guten Kamera brauche. Als Fotograf bin ich eher der Typ, der alles mit der DSLR fotografieren will, aber manchmal ist das gute Stück dann zu Hause und man muss improvisieren. Der Mythos, dass man nur mit einer teuren Kamera ein gutes Foto schießen kann, ist nicht wahr. Ich bin mir oft nicht bewusst, welches Potenzial in einer einfachen Smartphonekamera stecken kann. Es ist für mich sehr wichtig ab und zu den Blickwinkel auf die Dinge zu ändern und da macht sich eine Tour nur mit dem iPhone sehr bezahlt. Es gibt keinen Zoom, der mir bequem die Arbeit abnimmt, ein Objekt nahe auf den Bildschirm zu kriegen. Nein, ich werde selbst zum Zoom. Fotografieren mit begrenzten Mitteln macht kreativ und vor allem Spaß. Viele Perspektiven, sofortige Bildbearbeitung, hochladen in die Cloud.

Wenn ich nach einer Weile mit meinem Streifzug zufrieden bin, suche ich mir ein bequemes Plätzchen und kann meine Fotos quasi gleich draußen in der Natur selektieren, bearbeiten und hochladen. Zum Bearbeiten nutze ich VSCO, Mextures oder Afterlight. Je nachdem wie ich die Fotos entwickeln möchte, kommen all diese Apps irgendwie zum Einsatz und zum Schluss dann noch mal in Lightroom, falls es spezielle Anpassungen geben soll. Die Apps kann man für einen kleinen Obolus im Appstore runterlasen und noch diverse zusätzliche Filter, von denen man garantiert nie alle benutzen wird. Ich arbeite hauptsächlich mit VSCO und hab mir meine Einstellungen so angepasst und abgespeichert, dass ich sie leicht auf meine Fotos übertragen kann. Das erspart wieder jede Menge Arbeit, wenn man viele Fotos bearbeiten muss.

Fazit: Nur weil man keine DSLR besitzt, heißt es nicht, dass man kein Auge für die Fotografie haben kann. Nicht die Technik ist das Wesentliche, sondern die Perspektive und die Kreativität, die im Künstler steckt. Also, ruhig mal den Klopper zu Hause lassen und mit einfachen Mitteln zu tollen Ergebnissen kommen.