Let´s get lost – Fotoheft von Saal Digital

Ich habe eine Leidenschaft für Fotobücher. Wenn ich könnte wie ich wollte, würde ich wie in meinem Blogbeitrag eine ganze Bibliothek aus Fotobüchern besitzen. Ich hatte vor einigen Wochen die Möglichkeit das Fotoheft von Saal Digital  zu testen. Da lasse ich mich natürlich nicht zwei Mal bitten und habe die Gelegenheit genutzt, um mein Portfolio um ein Fotoheft zu erweitern.

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Es gab jede Menge Auswahlmöglichkeiten, sich sein Fotoheft zu gestalten. Von quadratisch über Hochformat bis zum Querformat in verschiedensten Größen. Das Fotoheft ist individuell zu gestalten und besticht durch seine Einfachheit. Zusammengehalten wird es durch eine Spiralbindung, so dass die Seiten gut zum Umblättern sind. Als Umschlag dienen zwei robuste Plastikseiten, die dem Heft Schutz und Stabilität garantieren. Ich habe mich für die Größe A4 (21x30cm) im Querformat entschieden, da ich meine Fotos gerne etwas größer haben wollte.

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Die Gestaltung ist durch die Software, die man direkt bei Saal Digital herunterladen kann, sehr gut strukturiert und verhalf mir in wenigen Minuten zu einer Zusammenfassung meines Portfolios und einem schönen Ergebnis. Ich habe bewusst nur 16 Seiten gestaltet, um jeweils zwei Kompositionen aus meinen letzten Fotoserien gegenüberzustellen. Ich mache viele Selbstportraits und diese sollten sich jeweils auf der anderen Seite widerspiegeln.

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Gedruckt wurde alles auf mattem Premium-Fotopapier und durch die Dicke der Seiten merke ich, dass ich etwas qualitativ hochwertiges in den Händen halte. Die Farben der Drucke sind genauso wie ich sie mir vorgestellt habe: nicht zu viel Kontrast, knackscharf und sehr natürlich. Die Lieferung hat nur wenige Tage gedauert, der Service war wie immer freundlich und schnell.

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Mein Fazit: Für Fotografen, die ihr Portfolio im Großformat zur Schau stellen möchten, ist das Fotoheft eine gute Alternative, um Arbeiten zu sammeln und zu dokumentieren. Die Seitenanzahl ist so gut wie unbegrenzt und somit kann man ein weites Spektrum abfächern. Mit der Qualität kann man mehr als zufrieden sein und wenn man irgendwann keine Lust mehr darauf hat, kann man die Spiralbindung ganz einfach entfernen und die Prints in einen Bilderrahmen fassen.

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And she ran out in the woods

„The Woods“

I asked Saint Christopher
To find your sister
And she ran out in the woods
And she ran out in the woods

 

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Oh, it was certain then
And we were trying to stop the winter
Killing all it could
Killing all it could

 
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And I pray a lot for you
And I look out for you

 
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We are what we are
Don’t need no excuses
For the scars
From our mothers

 

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And we know what we know
‚Cause we’re made of all the little bones
Of our fathers

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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And I pray a lot for you
And I look out for you

 

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I asked Saint Christopher
To find your sister
She ran out in the woods
‚Cause she ran out in the woods

 
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Song is called „The Woods“ from Daughter

 

Verblendung

„Es gibt mehr als eine Art der Freiheit… die Freiheit zu, und die Freiheit von. In den Tagen der Anarchie war es die Freiheit zu. Jetzt ist dir die Freiheit von gegeben. Unterschätze das nicht.“

-Margaret Atwood

Sie vergiften uns und du weißt es. Sie vergiften uns mit ihren Ideologien, ihren Meinungen, zwingen uns zu glauben, was sie uns vorsetzen. In was für einer Welt leben wir? Unsere Gehirne werden geprüft und mit Mainstream gewaschen. Sie lenken uns ab von der wirklichen Welt. Die Irrealität sitzt vor unseren Augen wie Scheuklappen. Niemand sieht mehr nach links oder rechts, nur noch nach vorn. Voran Marsch mit dem Zug. Wir alle sollen zu ihren Opfern werden und einkehren in die Hallen des Wahnsinns. Nur die, die stark sind, schaffen es ihnen zu entfliehen. Du bist kein Opfer. Du kannst es schaffen. Gib dich nicht dem hin was sie sagen. Du bist frei. Noch…

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Sie benutzen uns, benutzen uns für ihre Programme wie Versuchstiere. Sie würden es niemals an sich selbst testen, nur an den Gutgläubigen und den Unwissenden. Unwissenheit ist kein Segen. Die Wahrheit ist hässlich, nackt und voller Narben. Sie verstecken sie unter großen Schlagzeilen, sinnloser Massenware und beängstigenden Ereignissen. Sieh hinter den Vorhang. Trau dich die Regeln zu brechen und leg endlich die verdammte Brille ab. Die Utopie in der du gelebt hast ist dem Untergang geweiht.

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Wieviel werden sie dir lassen und wieviel wirst du geben? Es gibt kein Gleichgewicht mehr in dieser Welt. Stehst du nicht auf ihrer Seite so stehst du auf der anderen ohne das dich jemand gefragt hat. Du wurdest abgestempelt und kategorisiert. Nichts weiter als eine Nummer, die in einer Akte verrottet. Ob du gefährlich bist? Sie halten dich für einen Einzelkämpfer. Also nicht relevant. Doch wissen sie nicht, welche Macht in dir steckt und was du bewegen kannst. Du bist wie ein stummes Gewitter am Horizont, elektrisiert durch die Unruhe, die in dir wohnt.

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Ein Schmetterling kann einen Wirbelsturm entfachen – auch wenn es nur die Theorie des Chaos sein mag – ich glaube daran. Ich glaube an dich.

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In der Stille des Waldes

Es ist zu laut. Alles ist zu laut. Strom, Maschinen, Menschen. Die Stadt ist gefüllt mit einer Geräuschkulisse, die alles übertönt. Das sanfte Wispern der Blätter im Wind ist nicht zu hören, die Vögel können nur in Scharen kundtun, dass auch sie Teil der Stadt sind. Schreiende Kinder, brummende Neonlichter, hupende Autos. Berliner Nummernschilder drängen sich auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen, um schnell das Wochenenddomizil zu erreichen. Alle versuchen dem Stress der Großstadt zu entkommen und fliehen in die Wälder um die Stadt, in kleine Bungalows oder abgeschiedene Waldhütten. Langsam wird es auch hier zu voll, weil jeder die Ruhe und Gelassenheit spüren möchte. Alles ist zu laut. Ich muss hier raus.

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An einem grauen Märzmorgen ziehe ich in den Wald. Ich lebe im Nordosten von Brandenburg, dort wo die Wälder noch schnell zu erreichen sind. Es ist für mich der Ort an den ich fliehen kann, um dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ich kann den Kopf frei bekommen und mich wieder konzentrieren. Die trockenen Blätter unter meinen Schuhen knistern und vereinen sich mit dem Klicken meiner Kamera zu einem neuen Rhythmus, den ich am besten beherrsche.

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Unter den Kronen der Bäume suche ich nach Spechten, Eichelhähern und anderen Bewohnern. Ich schiebe das alte Laub beiseite und versuche die ersten Boten des Frühlings zu finden. Und dann kommt der Schnee. Der See ist noch gefroren und lässt alles starr wirken, dennoch tanzen die Schneeflocken noch ein letztes Mal vom Himmel und hüllen mich in eine weiße Schicht. Ich genieße den Moment – allein und in absoluter Stille. Kein Mensch weit und breit sieht mich, wie ich im Schnee tanze. Ich bin nass bis auf die Knochen und friere.

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Thron der Melancholie

Einst gabst du mir den einzigen Halt im Leben. Ich konnte mich an dir festhalten, du hast mich getröstet und mir den Mut gegeben, den ich verloren habe. Du hast mich gefunden als ich dich am meisten gebraucht habe – das war vor langer Zeit.

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Ich bin eine leere Hülle, weil ich dich verloren habe. Ich wachte auf aus meinem einstigen Traum von Perfektion und du warst nicht mehr da. Du bist gegangen, weil du wusstest, dass du deine Aufgabe erfüllt hast. Ich wusste nicht, dass du nur für eine vorgeschriebene Zeit an meiner Seite verweilen solltest. Ich dachte, es wäre für die Ewigkeit. Jetzt sehe ich dich so wie du bist und du siehst mich so wie ich bin – eine physische Narbe.

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Ich trage die Farben der Trauer, weil ich dich verloren habe. Ich wandere umher, die Blumen vertrocknen zu meinen Füßen, ich kann nur totes Gestrüpp auf dein Grab niederlegen. Das Leben ist getränkt in Vergänglichkeit – ebenso wie ich. Es gibt keine neuen Geschichten mehr für mich, nur die alten. Zusammengefasst in diesem Buch. Die Seiten sind verblasst und brüchig geworden – ebenso wie ich. Ich lebe mehr im Schatten als im Licht, meine Haut ist grau geworden, weil mich niemand berührt und mit Leben füllt.

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Warum hast du mich erst gerettet, um mich dann wieder fallen zu lassen? Ich drehe mich im Kreis. Warum rettest du mich nicht vor mir selbst? Ich bin müde. Die Welt ist trostlos und grau. Ich möchte dorthin gehen, wo du bist. Wo Melancholie in Ewigkeit trohnt. Ich habe aufgehört zu träumen. Ich schließe die Augen und sehe nichts. Mein Schlaf gleicht der Totenwache, die halte, weil ich dich verloren habe. Ich bin verloren.

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Ich trauere um dich. Ich trauere um mich. Meine Sinne zerbröckeln zu Staub – ich bin taub, stumm und blind. Zu deinen Füßen liegt nun meine Seele, gefangen in einem gläseren Körper, der zu zerbrechen droht. Infertil und karg bleiben nur die Blumen auf deinem oder meinem Grab zurück.

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Die Hoffnung stirbt…

Ich vermisse den Herbst – seine Farben, den Nebel, die Traurigkeit. Ich vermisse, wie die Blätter einen bunten Teppich im Wald bilden, die verzweifelten Schreie der Kraniche auf den Feldern, den Dunst am Morgen nach dem Regen in der Nacht. Ich vermisse die Melancholie dieser Jahreszeit, die Schönheit und die Vergänglichkeit.

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Ich fühle mich im Herbst am meisten geborgen, ziehe mit meiner Ausrüstung hinaus in die Auen und Kiefernwälder. Ich bin stundenlang unterwegs, nur um die Feuchtigkeit auf meiner Haut zu spüren, die sich wie ein Film über mich legt. Die Blätter regnen von den Ästen herab, die Luft ist erfüllt mit dem Geruch von Pilzen, Rehe bewegen sich leichtfüßig durch das Unterholz.

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Ich atme tief ein, der Duft des Waldbodens lässt mich entspannen. Der See liegt ruhig da, die Wellen schlagen ans andere Ufer, dort wo sich die Farbpalette des Herbstes durch die Bäume zieht. Warme Töne erfüllen mein Herz mit Freude und Wehmut, weil ich weiß, dass es nicht von Dauer sein wird.

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Die Wolken hängen schwer am Himmel, der Regen perlt an mir ab, bildet kleine Glasperlen in den Ästen und lässt sie glänzen. Ich wandere die Pfade entlang, die mir vertraut sind, doch breche auf ins Ungewisse. In der Hoffnung einen Weg zu finden, dass dieser Moment ewig weilt.

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Eine Wanderung bei Regen, die schon länger zurückliegt, aber da mir der Herbst gerade so unglaublich fehlt, kommt er einfach auf meinen Blog. Vielleicht wünscht sich ja noch jemand ein wenig das bunte Farbspektakel zurück, denn der Frühling lässt wohl noch auf sich warten. Aufgenommen wurde alles mit der Canon EOS 80D und einer alten 35mm Linse.

Wiegt euch nicht in Instagram

Da erwische ich mich wieder selbst, wie ich fleißig Content für Instagram produziere, mir etliche Hashtags herausuche, die zum Bild passen und dann den Upload-Button drücke. Vor ein paar Wochen habe ich mich schrecklich darüber aufgeregt, dass ich mich von dieser Plattform so abhängig mache. Ich konnte hochladen was ich wollte, aber die Reichweite blieb aus. Es kam mir schon etwas spanisch vor, denn der Content, den ich normalerweise produziere, wird gut geliket und verbreitet sich recht schnell, doch irgendwas schien meine Reichweite zu blocken, als wäre ich in einer Art Sperre gelandet oder einer Filterblase.

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Z. befasste sich ebenfalls mit diesem Phänomen und wagte ein Experiment. Über seinen Account lud er meine Bilder hoch und dachte sich dazu abstruse Hashtags aus, so wie Hackbraten oder Gartenzaun. Innerhalb kürzester Zeit flatterten die Herzen über den Homescreen und ich dachte mir, dass das doch wohl nicht wahr sein konnte. Für mich war Instagram dann erst einmal Geschichte. Ich suchte nach einer anderen Plattform, die mir die Möglichkeit gab, meine Arbeiten ins Netz zu stellen zu gleichen Konditionen wie Instagram, nur ohne Bevorzugung für Posts, die bezahlt wurden.

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Wie aus dem Nichts kam dann VERO aus dem Boden gesprossen. Ich hatte bereits durch einige Fotografen, die ich verfolge, davon gehört und gönnte mir einfach mal den Spaß und meldete mich dort an. Die App besticht durch ihr dunkles Design und ihre Aufmachung, die mich persönlich sehr angesprochen hat. Aber es ist eben nicht die eierlegende Wollmilchsau. Natürlich war die Zeit sehr ungünstig, weil sich gerade gefühlt jeder dort ein Konto angelegt hatte und die App ständig abstürzte oder der Server Probleme hatte mit der Masse an Traffic. Vero predigt den Leitsatz „true social“. Ob ich das auch glaube? Nein, denn alles was sich in der digitalen Welt abspielt, kann nicht true sein. Es gibt immer zwei Seiten.

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Die einen glauben, dass sie sich nur über die Zahl ihrer Follower und Likes definieren können und dadurch zu etwas Besonderem werden, doch wenn der Account gelöscht oder gehackt wird, dann bleibt nichts übrig von der Bewunderung der Bots und Fakeprofile im Äther des Netz. Ich stehe da eher auf der anderen Seite. Natürlich uploade ich Sachen im Internet, aber ich sehe das eher als Portfolio, welches überall und von jedermann einsehbar ist. Hin und wieder stolpert dann  jemand über mein Profil und lässt einen Like oder ein Kommentar da, aber nur weil es ihm wirklich gefällt und nicht, weil eine Followerapp mich in den Algorhytmus eingespeist hat. Und da stellt sich mir wieder die Frage – wie true bin ich und wie true ist die Sache mit den Apps, die uns Verbindung garantieren?

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Ich gebe zu, dass ich mich darüber freue, wenn jemand mich anschreibt, der meine Arbeit gut findet, aber das kommt sehr selten vor. Manchmal erwische ich mich auch dabei, wie ich mich darüber ärgere, dass die Mühe, die ich mir mit den Fotos mache nicht gewertschätzt wird, aber auch das kommt selten vor. Ich bin eben auch nur ein Mensch, der hin und wieder gegen seine Prinzipien verstößt, aber das ist okay, denn so kann man sein Verhalten reflektieren und sich weiter entwickeln.

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Ich kann euch nur sagen, ihr seid echt so wie ihr seid – ohne Filter und Hashtags. Menschen, im echten Leben, finden euch, wenn sie euch auf der Straße begegnen, beim Einkaufen anrempeln oder nach der Zeit fragen. Das ist das echte Leben, nicht das was auf dem Bildschirm des Smartphones steht. Die Waage zwischen der realen und digitalen Welt wird sich nie ausgleichen, aber wir selber bestimmen, welches Gewicht wir mit unserem Gramm bewegen wollen.

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Das Buch ist übrigens „A Field Guide To The Birds East Of The Rockies“ von Roger Tory Peterson, wunderschön illustriert und perfekt für den Hobby-Ornithologen.

Abenteuer in Brandenburg

Sonntag – seit Tagen sind die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Sonne scheint, der Himmel ist klar – jedoch ist der Wind, der aus dem Osten über das Land weht, mehr als unnachsichtig. Ein kräftige Brise peitscht uns entgegen als wir mal wieder der Unruhe der Stadt entfliehen wollen. Z. und ich sind gemütliche Menschen, die gerne mal den Alltag an sich vorbeiziehen lassen. Aber sonntags packt uns hin und wieder die Abenteuerlust und wir ziehen los in unbekannte Gefilde – brandenburgische Gefilde.

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Brandenburg ist ein naturreiches Bundesland und wird von vielen Leuten unterschätzt – gut, wir haben keine Berge, aber dafür wunderschöne Kiefer- und Buchenwälder, Biber, Wölfe und hin und wieder auch mal einen Elch, der die Ortschaft in Aufruhr versetzt, wenn er durch die Gärten spaziert. Brandenburg ist meine Heimat, gesäumt von tausend Seen, kleinen Flüssen und einer Vielzahl an Naturschutzgebieten.

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Unser Flecken Land ist dünn besiedelt und deshalb ist hier wahrscheinlich die Flora und Fauna so unberührt. So auch unser Weg durch den Wald – keine Menschenseele, die uns begegnet – auf der Suche nach einer Fischerhütte, die ich irgendwann mal auf einem Bild gesehen habe. Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wo ich suchen soll. Ich wusste nur, dass sie sich in der Nähe eines Sees befindet, der offiziell nirgends angegeben wurde.

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Das Auto holpert über den Waldweg, die Sonne wirft lange Schatten und lässt unsere Fahrt ein wenig wie eine Prozession wirken. Die Bäume umringen uns. Das GPS zeigt an, dass sich drei Seen in der Nähe befinden. Z. steuert den ersten an. Der See ist nicht mehr als ein Tümpel, gefroren und immer wieder ist ein „klonk“ zuhören, was wie eine fremde Lebensform durch den Wald hallt. Der Wind kennt auch hier kein Erbarmen und wir ziehen uns die Kapuzen tief ins Gesicht. Ich kann nicht glauben, dass sich diese Hütte nicht hier befindet. Ich spüre, dass sie irgendwo sein muss.

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Ein paar hundert Meter weiter befindet sich der nächste See, versteckt hinter einer Schneise, die wohl oft von Wildschweinen besucht wird. Der Boden ist aufgewühlt, aber gefroren, deswegen kann ich nicht erkennen, ob sie vor kurzem hier waren. Z. meint, dass es sich nicht lohnt noch weiter zu gehen, doch ich lasse mich nicht davon abbringen, nach dieser Hütte zu suchen. Wir gehen noch tiefer in den Wald, hören die Äste knacken und weichen umgestürzten Birken aus, debattieren über neues Schuhwerk zum Wandern und unserer Liebe zur Natur.

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Und endlich – dort steht sie. Verlassen und ein bisschen verfallen. Im kargen Buchenwald steht sie allein, umringt von gefrorenem Wasser und wartet darauf entdeckt zu werden. Nicht ein Mucks ist zu hören – typisch Brandenburg. Der Steg ist glatt, aber stabil und ich bin aufgeregt, dass mich meine Intuition hier her geführt hat. Z. traut sich gleich auf die Veranda und untersucht alles. Ich genieße den Ausblick und die Wärme der Sonne. Die Kälte hat meine Hände steif gefroren, aber das ist egal, denn ich bin da wo ich hin wollte. Das Holz der Hütte ist dunkel gefärbt, kein Strom, kein fließendes Wasser. Alles wirkt als wäre es aus einer anderen Zeit. Das Skelett eines alten Kahns liegt am Ufer, die Lappen auf der Leine wehen im Wind. Wir verweilen einen Moment, malen uns aus, wie wir hier im Sommer sitzen – abgeschieden von der Zivilisation.

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Ich bin glücklich – ich weiß, wo ich zuhause bin.

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Smother

In the darkness I will meet my creators
And they will all agree, that I’m a suffocator

I should go now quietly
For my bones have found a place to lie down and sleep
Where all my layers can become reeds
All my limbs can become trees
All my children can become me
What a mess I leave

Smother – Daughter

Es kommt wie ein Dolchstoß, wenn ich mich gerade in einem „glücklichen“ Moment befinde. Eben hatte ich noch die Kontrolle und plötzlich bin ich wie eine im Meer Umhertreibende an ein Stück Treibholz geklammert, das sich Hoffnung nennt, auf der Suche nach einem Stück Land, das mir wieder Boden unter den Füßen gibt. Irgendwo dort ist eine Kiste mit Wundern vergraben, die ich nur aus der Erde holen darf, wenn ich sie wirklich brauche. Die Schaufel habe ich weggeworfen, damit es nicht zu einfach für mich ist, an die Wunder heran zu kommen, sie einfach zu verschwenden, wenn mir danach ist. 10 Fuß entfernt von dem, was es zu unterdrücken gilt, wühle ich die Erde auf. Ich reiße sie auf, weil ich es nicht mehr aushalte. Ich reiße mir die Fingernägel ab, schlucke die schwarze Erde, die mir entgegen fliegt, auf die Gier nach einem Wunder. Ich spüre das Holz unter meinen Nägeln kratzen und hole die Truhe aus ihrem dunklen Verließ. Jetzt oder nie…

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Eine Art von Verbindung…

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Demnächst soll es ein paar kleine Gastbeiträge von anderen Fotografen auf meinem Blog geben. Ich suche deshalb Fotografen aus Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Verbundenheit zur Fotografie in den Fokus rücken und die gleiche Leidenschaft teilen wie ich. Egal ob Natur-, Portrait- oder Hochzeitsfotograf, jeder kann Teil dieser kleinen Geschichte werden. Der Beitrag wird immer in Form eines Interviews sein und der Fotograf wird hier mit einigen seiner ausgewählten Werke vorgestellt. Das ganze ist auch ganz unverbindlich. Ich hoffe, dass sich durch solche Kooperationen ein kleines Kollektiv bildet, welches andere dazu anregt Ideen, Kontakte und Erfahrungen auszutauschen. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, den das interessieren könnte, schreibt mir einfach in die Kommentare und ich nehme Kontakt mit euch auf.

Bis dahin,

Wanheda

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