Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

In der Stille des Waldes

Es ist zu laut. Alles ist zu laut. Strom, Maschinen, Menschen. Die Stadt ist gefüllt mit einer Geräuschkulisse, die alles übertönt. Das sanfte Wispern der Blätter im Wind ist nicht zu hören, die Vögel können nur in Scharen kundtun, dass auch sie Teil der Stadt sind. Schreiende Kinder, brummende Neonlichter, hupende Autos. Berliner Nummernschilder drängen sich auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen, um schnell das Wochenenddomizil zu erreichen. Alle versuchen dem Stress der Großstadt zu entkommen und fliehen in die Wälder um die Stadt, in kleine Bungalows oder abgeschiedene Waldhütten. Langsam wird es auch hier zu voll, weil jeder die Ruhe und Gelassenheit spüren möchte. Alles ist zu laut. Ich muss hier raus.

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An einem grauen Märzmorgen ziehe ich in den Wald. Ich lebe im Nordosten von Brandenburg, dort wo die Wälder noch schnell zu erreichen sind. Es ist für mich der Ort an den ich fliehen kann, um dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ich kann den Kopf frei bekommen und mich wieder konzentrieren. Die trockenen Blätter unter meinen Schuhen knistern und vereinen sich mit dem Klicken meiner Kamera zu einem neuen Rhythmus, den ich am besten beherrsche.

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Unter den Kronen der Bäume suche ich nach Spechten, Eichelhähern und anderen Bewohnern. Ich schiebe das alte Laub beiseite und versuche die ersten Boten des Frühlings zu finden. Und dann kommt der Schnee. Der See ist noch gefroren und lässt alles starr wirken, dennoch tanzen die Schneeflocken noch ein letztes Mal vom Himmel und hüllen mich in eine weiße Schicht. Ich genieße den Moment – allein und in absoluter Stille. Kein Mensch weit und breit sieht mich, wie ich im Schnee tanze. Ich bin nass bis auf die Knochen und friere.

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Die Hoffnung stirbt…

Ich vermisse den Herbst – seine Farben, den Nebel, die Traurigkeit. Ich vermisse, wie die Blätter einen bunten Teppich im Wald bilden, die verzweifelten Schreie der Kraniche auf den Feldern, den Dunst am Morgen nach dem Regen in der Nacht. Ich vermisse die Melancholie dieser Jahreszeit, die Schönheit und die Vergänglichkeit.

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Ich fühle mich im Herbst am meisten geborgen, ziehe mit meiner Ausrüstung hinaus in die Auen und Kiefernwälder. Ich bin stundenlang unterwegs, nur um die Feuchtigkeit auf meiner Haut zu spüren, die sich wie ein Film über mich legt. Die Blätter regnen von den Ästen herab, die Luft ist erfüllt mit dem Geruch von Pilzen, Rehe bewegen sich leichtfüßig durch das Unterholz.

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Ich atme tief ein, der Duft des Waldbodens lässt mich entspannen. Der See liegt ruhig da, die Wellen schlagen ans andere Ufer, dort wo sich die Farbpalette des Herbstes durch die Bäume zieht. Warme Töne erfüllen mein Herz mit Freude und Wehmut, weil ich weiß, dass es nicht von Dauer sein wird.

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Die Wolken hängen schwer am Himmel, der Regen perlt an mir ab, bildet kleine Glasperlen in den Ästen und lässt sie glänzen. Ich wandere die Pfade entlang, die mir vertraut sind, doch breche auf ins Ungewisse. In der Hoffnung einen Weg zu finden, dass dieser Moment ewig weilt.

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Eine Wanderung bei Regen, die schon länger zurückliegt, aber da mir der Herbst gerade so unglaublich fehlt, kommt er einfach auf meinen Blog. Vielleicht wünscht sich ja noch jemand ein wenig das bunte Farbspektakel zurück, denn der Frühling lässt wohl noch auf sich warten. Aufgenommen wurde alles mit der Canon EOS 80D und einer alten 35mm Linse.

Smother

In the darkness I will meet my creators
And they will all agree, that I’m a suffocator

I should go now quietly
For my bones have found a place to lie down and sleep
Where all my layers can become reeds
All my limbs can become trees
All my children can become me
What a mess I leave

Smother – Daughter

Es kommt wie ein Dolchstoß, wenn ich mich gerade in einem „glücklichen“ Moment befinde. Eben hatte ich noch die Kontrolle und plötzlich bin ich wie eine im Meer Umhertreibende an ein Stück Treibholz geklammert, das sich Hoffnung nennt, auf der Suche nach einem Stück Land, das mir wieder Boden unter den Füßen gibt. Irgendwo dort ist eine Kiste mit Wundern vergraben, die ich nur aus der Erde holen darf, wenn ich sie wirklich brauche. Die Schaufel habe ich weggeworfen, damit es nicht zu einfach für mich ist, an die Wunder heran zu kommen, sie einfach zu verschwenden, wenn mir danach ist. 10 Fuß entfernt von dem, was es zu unterdrücken gilt, wühle ich die Erde auf. Ich reiße sie auf, weil ich es nicht mehr aushalte. Ich reiße mir die Fingernägel ab, schlucke die schwarze Erde, die mir entgegen fliegt, auf die Gier nach einem Wunder. Ich spüre das Holz unter meinen Nägeln kratzen und hole die Truhe aus ihrem dunklen Verließ. Jetzt oder nie…

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Rückkehr

Es ist Winter, doch das sanfte Kleid des Schnees bleibt den Hallen meiner Heimat fern. Alles was geblieben ist, ist die weiße Unendlichkeit – ein Dunst aus verblassten Leben und Erinnerungen. Sie lässt mich unablässig in die Ferne blicken, auf der Suche nach einem bekannten Gesicht. Doch niemand tritt hinter dem Schleier hervor oder vermag sich meiner zu erinnern.

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Eine Grenze zwischen dieser und der nächsten Welt gibt es nicht. Die Grenze, die ich mir selbst schaffe, ist die zwischen Wahnsinn und Verstand. Den Unterschied erkannte ich erst als es bereits zu spät war. Zu weit war ich vom Ufer abgetrieben in den Gewässern meines Bewusstseins und habe den Rückweg nicht mehr finden können. Auf der anderen Seite war es ruhig. Totenstill. Meine Gedanken fingen an zu kreisen. Leben, Geschichten, Träume, Verlust, Erinnerungen – alle kamen dort zu Tage, wo sie eingeschlossen waren. All die Stimmen werden lauter – ich habe den Verstand verloren. Ich habe euch begraben!

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Ich habe eure kalten Leiber in die Erde gelegt. Es war nicht mehr viel davon übrig. Gebrochene Hüllen, kalt, starr, ohne vollendetes Lebensziel. Ich habe euch dem Jenseits übergeben und dennoch verfolgt ihr mich in meinen Träumen wie ein Diarium längst vergessener Zeiten. Ihr wart einst wie ich. Ich war einst wie ihr. Oder bin ich wie ihr? Ein Geist, der andere heimsucht, um sie die Angst spüren zu lassen, die sie mich einst spüren ließen?

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Ich war lange fort und hatte gehofft, dass ich bei meiner Rückkehr etwas wiederfinden würde, dass ich vor langer Zeit verloren hatte. Ich erinnere mich an das Selbst, dass ich einst hier zurück gelassen haben, doch jetzt liegt es verscharrt zwischen Matsch, Blut und zerbrochenen Träumen. Eine innere Leere kleidet mich aus, die mit nichts in der Welt gefüllt werden kann als dem sanften Klang der Äste im Wind.

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Stable

As long as you can still grab a breath, you fight. You breathe. Keep breathing. When there is a storm and you stand in front of a tree, if you look at its branches, you swear it will fall. But if you watch the trunk, you will see its stability.

The Revenant

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JSS

Der Wind weht mäßig von Südwesten her über den Buchenwald und lässt die Bäume tanzen. Ich bin draußen in den Wäldern meiner Heimat. Es ist Dezember, daher neigt sich der Zyklus dem Ende und in einigen Tagen beginnt der Kreislauf von vorne. Doch hier, weitab von allem, das sich Zivilisation nennt, spielt es keine Rolle. Für mich spielt es keine Rolle, denn es ist mir egal.

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Keine Menschen, keine Elektronik. Nur ich, die Skelette der Buchen und das leise Rascheln der herabgefallenen Blätter unter meinen Stiefeln. Im Wald ist Stillstand. Alle haben sich zurückgezogen, versuchen den Winter unbeschadet zu überstehen. Plötzlich treffen sich Buntspechte und Kleiber in den Ästen der Buchen, um die letzten Früchte zu sammeln, die ihr Überleben sichern. Ein Bussard fliegt freizügig über mir hinweg, sein winterliches Gefieder macht ihn auffälliger, doch er ist schnell und verschwindet in den Kronen der Bäume. Ich bin geduldig, warte und beobachte die Bewohner des Waldes. Ich suche im Laub nach Spuren, wehe die Blätter bei Seite, aber alles was ich finde, sind Schnecken, die sich dort versteckt haben, um nicht der nächsten Amsel zum Opfer zu fallen.

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Ich spüre die Kälte und atme tief ein. Es riecht nach aufgewühlter Erde. Es gab noch keinen richtigen Schnee. In der Stadt ist er sofort auf den erwärmten Straßen geschmolzen und der Winter hatte keine Chance sein weißes Kleid über ihr auszubreiten. In den umliegenden Wäldern ist etwas davon hängen geblieben, doch der Zauber blieb aus und alles verwandelte sich in Matsch und große Pfützen. Die Erde hat sich dunkel verfärbt, fast schwarz, doch ist sie nicht mehr frisch wie im Sommer. Die Kraft, die in ihr steckte ist vergangen, versorgte die Wurzeln der Bäume, denn auch sie müssen irgendwie überleben.

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Ich sinke zu Boden, lehne mich an eine Buche und genieße einen Moment der Stille. Der Blick nach oben zeigt Äste, welche sich flehend gen Himmel richten, sie bitten um mehr Sonne, doch diese ist rar geworden in den letzten Wochen. Es bleibt trüb und grau an diesem Tag. Ich kann diesem Ort im Moment nicht viel geben. Jeder bleibt sich selbst überlassen und versucht die Dunkelheit aus seinem Herzen zu vertreiben, um nicht der Lethargie zu verfallen, für die die Menschen so leicht empfänglich sind, wenn sie kein Licht mehr sehen.

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Lost amongst the leaves

By tomorrow we’ll be swimming with the fishes
Leave our troubles in the sand.
And when the sun comes up,
We’ll be nothing but dust,
Just the outlines of our hands

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By tomorrow we’ll be lost amongst the leaves,
In a wind that chills the skeletons of trees,
And when the moon, it shines, I will leave two lines.
Find my love, then find me.

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Don’t bring tomorrow
‚cause I already know
I’ll lose you
Don’t bring tomorrow
‚cause I already know
I’ll lose you
I’ll lose you

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By tomorrow I’ll be left in the darkness,
Amongst your cold sheets.
And your shoes will be gone,
And your body warmth no longer beside me.

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But don’t bring tomorrow
‚cause I already know
I’ll lose you
Don’t bring tomorrow
‚cause I already know
I’ll lose
I’ll lose
You

Tomorrow – Daughter