Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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Rückkehr

Es ist Winter, doch das sanfte Kleid des Schnees bleibt den Hallen meiner Heimat fern. Alles was geblieben ist, ist die weiße Unendlichkeit – ein Dunst aus verblassten Leben und Erinnerungen. Sie lässt mich unablässig in die Ferne blicken, auf der Suche nach einem bekannten Gesicht. Doch niemand tritt hinter dem Schleier hervor oder vermag sich meiner zu erinnern.

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Eine Grenze zwischen dieser und der nächsten Welt gibt es nicht. Die Grenze, die ich mir selbst schaffe, ist die zwischen Wahnsinn und Verstand. Den Unterschied erkannte ich erst als es bereits zu spät war. Zu weit war ich vom Ufer abgetrieben in den Gewässern meines Bewusstseins und habe den Rückweg nicht mehr finden können. Auf der anderen Seite war es ruhig. Totenstill. Meine Gedanken fingen an zu kreisen. Leben, Geschichten, Träume, Verlust, Erinnerungen – alle kamen dort zu Tage, wo sie eingeschlossen waren. All die Stimmen werden lauter – ich habe den Verstand verloren. Ich habe euch begraben!

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Ich habe eure kalten Leiber in die Erde gelegt. Es war nicht mehr viel davon übrig. Gebrochene Hüllen, kalt, starr, ohne vollendetes Lebensziel. Ich habe euch dem Jenseits übergeben und dennoch verfolgt ihr mich in meinen Träumen wie ein Diarium längst vergessener Zeiten. Ihr wart einst wie ich. Ich war einst wie ihr. Oder bin ich wie ihr? Ein Geist, der andere heimsucht, um sie die Angst spüren zu lassen, die sie mich einst spüren ließen?

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Ich war lange fort und hatte gehofft, dass ich bei meiner Rückkehr etwas wiederfinden würde, dass ich vor langer Zeit verloren hatte. Ich erinnere mich an das Selbst, dass ich einst hier zurück gelassen haben, doch jetzt liegt es verscharrt zwischen Matsch, Blut und zerbrochenen Träumen. Eine innere Leere kleidet mich aus, die mit nichts in der Welt gefüllt werden kann als dem sanften Klang der Äste im Wind.

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I can sea you

Ich stehe hier vor dir in der Kälte, die Gischt peitscht mir unaufhörlich ins Gesicht, aber du bist unerreichbar für mich. Viel zu lange warte ich schon darauf, dass du einen Schritt auf mich zumachst, aber du bleibst starr an der Stelle stehen, wo alles angefangen hat, wie ein einsamer Leuchtturm mitten im weiträumigen Meer, dass unsere Seelen von dem trennt, was wir einst Glück nannten.

Ich kann dir vom anderen Ufer aus zuwinken, doch du drehst dich einfach weg und lässt mich zurück wie eine Gestrandete. Gestrandet mit meinen Erinnerungen an eine andere Zeit, eine Zeit die unbeschwert war und erfüllt von Momenten. Ich habe versucht ein Boot zu bauen, es mühsam aus alten Brettern und Reminiszenz zusammen gehämmert, um ans andere Ufer zu gelangen, doch mein Boot zerschellte an den Klippen deines Hochmutes und ich wurde wie Treibholz zurück an meinen Strand gespült. Ich wünschte, ich wäre ertrunken, doch hast du irgendwie dafür gesorgt, dass ich nach oben getrieben wurde und mich wieder mit kraftlosen Händen zurück an den Strand gekämpft habe.


Die Wellen spülen Fetzen von Erinnerungen an den mit Algen übersäten Strand. Ich könnte ein Netz auswerfen, dass alle die Augenblicke einfängt, die dich an mich erinnern. Ich würde sie dir nehmen, wie du mir meine genommen hast und mich dann forttreiben lassen, egal wohin, nur weg von hier. Denn irgendwann wird das hier nicht mehr der Strand sein, der uns beiden gehörte. Die Ebbe wird kommen und dafür sorgen, dass andere diesen Strand entdecken, doch ich werde dann nicht mehr hier sein. Du bleibst an deinem Standpunkt wie ein Fels in der Brandung, allein.

Ich kann dich sehen, aber du siehst mich nicht mehr, deshalb gehe ich mit der Flut zurück ins Meer, lasse mich hinabziehen in die Kälte und ertrinke in meinem Kummer. Ich gehe ins Wasser, denn Leben geht und entsteht.

Ruf der Kraniche

Ein Blick zum Himmel, große Schwingen über mir, schrille Rufe, die mich mit nach Afrika nehmen.

Doch ich bin am Boden, die Schwerkraft hält mich hier, auf der nassen Herbststraße, gesäumt von gefallenen Blättern.

Ich versuche euch zu folgen, mein Fahrrad bringt mich schneller voran, doch ihr steigt höher und höher mit der Thermik, ich kann nicht fliegen.

Die Rufe werden leiser und ich langsamer, ich kann euch nicht mehr sehen, verschwunden hinter den Baumkronen, die Straße nimmt keine Ende.

Es ist still, mein Atem wird intensiver, die Räder haften schlecht auf nassem Untergrund, eine Kreuzung biegt ab nach Süden.

Weites Land, zu weit, um alles sehen zu können, der Mais steht hoch, ich höre euch in der Ferne, kleine Punkte am Himmel.

Der Weg ist lang, ich werde euch wieder finden, wenn nicht heute, dann im nächsten Jahr, mögen wir uns wiedersehen, ein letzter Ruf nach Afrika.

Ich muss zurück bleiben, denn es gibt noch viel zu tun, aber ich warte auf euch und eure weiten Schwingen, auf den Ruf der Kraniche.

Hope

„Hope“

Go back to where you held armour against your skin, don’t sink, just swim towards the storm and once again you’ll be reborn, reborn, reborn.

Go back to where I held armour against my skin, won’t sink, I swim towards the storm and once again I’ll be reborn, reborn, reborn.

Daughter – Music from before the Storm

Raus aus der Stille

„Das Gewissen macht uns alle zu Egoisten.“ – Oscar Wilde

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Kennt ihr das? Man sitzt allein in seiner Wohnung und es ist nichts zu hören? Die Leere kann beruhigend sein, wenn man dem Lärm des Tages entfliehen will. Doch auf Dauer ist es ein Gefängnis der Stille. Kein Knarren der Holzdielen, kein Schleifen von nackten Füßen über dem Boden, kein Zeichen von Leben. Es stauen sich Gefühle an, die man nicht loswerden kann, wenn man sich allein fühlt. Einsamkeit, Angst, Verzweiflung. Ein Karussell aus Emotionen beginnt sich zu drehen und man ist der einzige Fahrgast. Das Karussell hält nicht an, wenn man es will. Es dreht sich und zieht einen weiter in den Strudel, dem man so verzweifelnd zu entkommen versucht. Alles was man hört ist der Herzschlag im Brustkorb, ein Takt, der vorgibt in welche Richtung es geht. Schneller, denn jede Gedankenwelle die sich im Inneren bricht, könnte die letzte sein. Der Atem gerät ins Stocken, eine sich anbahnende Ohnmacht versucht die Kontrolle über den Körper zu übernehmen. Doch irgendwie schafft man es sich aufzuraffen, sich nicht dem Kontrollverlust hinzugeben, weil man weiß, dass es nicht hilft. Langsam, manchmal dauert es eine ganze Nacht, wird man sich der Dinge bewusst, die geschehen sind. All diese Emotionen – sie müssen bekämpft werden. Mauern müssen eingerissen werden, um ihnen den Raum zu nehmen, den sie versuchen einzunehmen.

Es ist schwierig sich allein aus dem Sog zu befreien, so sollte man niemals ein schlechtes Gewissen, wenn man um Hilfe bittet, deshalb ruft eure Freunde an, auch wenn sie noch soweit weg wohnen. Reden hilft und lachen erst recht.

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