Fernweh nach Worten

Ich schreibe und schreibe und schreibe. Irgendwie kann ich im Moment nicht die richtigen Worte zu Papier bringen, die mich bewegen. Ich bin nicht unmotiviert etwas für den Blog zu schreiben. Ganz im Gegenteil – ich möchte den Blog mehr nutzen und mit Inhalt füllen, aber leider habe ich keine zündende Idee oder halte das, was ich veröffentlichen möchte für absoluten Humbug. Ich habe jede Menge Texte, die in meinem Notizheft schlummern und Dutzende von Fotos, die ich hochladen möchte, aber irgendwie passt nichts so richtig zusammen. Mir ist etwas die Ästhetik verloren gegangen. Ich möchte zum Denken anregen und im Gedächtnis bleiben. Ist es so schwer etwas Bleibendes zu hinterlassen? Ich fühle mich etwas verloren – es fühlt sich an wie ein Fernweh nach Worten, die irgendwo ganz weit weg sind. Vielleicht muss ich die Kraft der Worte erst wieder finden…die Frage ist nur: Wo soll ich suchen?

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Thron der Melancholie

Einst gabst du mir den einzigen Halt im Leben. Ich konnte mich an dir festhalten, du hast mich getröstet und mir den Mut gegeben, den ich verloren habe. Du hast mich gefunden als ich dich am meisten gebraucht habe – das war vor langer Zeit.

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Ich bin eine leere Hülle, weil ich dich verloren habe. Ich wachte auf aus meinem einstigen Traum von Perfektion und du warst nicht mehr da. Du bist gegangen, weil du wusstest, dass du deine Aufgabe erfüllt hast. Ich wusste nicht, dass du nur für eine vorgeschriebene Zeit an meiner Seite verweilen solltest. Ich dachte, es wäre für die Ewigkeit. Jetzt sehe ich dich so wie du bist und du siehst mich so wie ich bin – eine physische Narbe.

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Ich trage die Farben der Trauer, weil ich dich verloren habe. Ich wandere umher, die Blumen vertrocknen zu meinen Füßen, ich kann nur totes Gestrüpp auf dein Grab niederlegen. Das Leben ist getränkt in Vergänglichkeit – ebenso wie ich. Es gibt keine neuen Geschichten mehr für mich, nur die alten. Zusammengefasst in diesem Buch. Die Seiten sind verblasst und brüchig geworden – ebenso wie ich. Ich lebe mehr im Schatten als im Licht, meine Haut ist grau geworden, weil mich niemand berührt und mit Leben füllt.

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Warum hast du mich erst gerettet, um mich dann wieder fallen zu lassen? Ich drehe mich im Kreis. Warum rettest du mich nicht vor mir selbst? Ich bin müde. Die Welt ist trostlos und grau. Ich möchte dorthin gehen, wo du bist. Wo Melancholie in Ewigkeit trohnt. Ich habe aufgehört zu träumen. Ich schließe die Augen und sehe nichts. Mein Schlaf gleicht der Totenwache, die halte, weil ich dich verloren habe. Ich bin verloren.

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Ich trauere um dich. Ich trauere um mich. Meine Sinne zerbröckeln zu Staub – ich bin taub, stumm und blind. Zu deinen Füßen liegt nun meine Seele, gefangen in einem gläseren Körper, der zu zerbrechen droht. Infertil und karg bleiben nur die Blumen auf deinem oder meinem Grab zurück.

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Zurück nach Avalon

Dienstag – die Sonne scheint in mein Zimmer und hüllt mich in einen goldenen Glanz. Nebel über den Feldern im Nordwesten. Ich möchte sofort nach draußen und diesen Moment für immer in mir einschließen. Doch ich kann das Zimmer nicht verlassen, egal wie sehr ich es auch versuche, es geht nicht. Ich bin enttäuscht von mir, dass ich diese Gelegenheit verpasse. Ich liebe den Herbst und noch mehr liebe ich den Nebel am Morgen. Wenn er einsam am Ende der Stadt auf mich wartet und ich mich vollkommen in ihm auflösen könnte. Ich wäre nur für ein paar Minuten verschwunden, an einen Ort, der nur für mich geschaffen wurde. Eintauchen in die milchige Weite, niemand, der mich beobachten könnte, weil er mich nicht sieht.

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Doch dieser Moment bleibt mir verwehrt. Ich kann nicht flüchten, weil ich hier bin, weil ich es nicht schaffe gegen die Lethargie anzukämpfen. Morgen – morgen würde es eine neue Chance geben. Doch der Nebel kommt nicht wieder. Er lässt mich zurück im hier und jetzt. Eingesperrt mit mir selbst, sehne ich mich nach einer neuen Gelegenheit. Ich will zurück nach Avalon, dem geheimnisvollen Ort, den man nur im Nebel finden kann. Komme ich jemals dorthin zurück? Ich warte. Warte auf den Nebel.

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Selbsttherapie

Wer hätte gedacht, dass ich mal in die Bloggerwelt eintreten wollen würde. Ich fühle mich gerade so ein bisschen wie John Watson, der immer behauptet, er würde nichts erleben, doch als er Sherlock Holmes trifft, wird sein Leben alles andere als langweilig.

Ich weiß noch nicht, wohin die Reise gehen soll, aber auf jeden Fall etwas in Richtung Fotografie, Bearbeitung und ein paar kleine Projekte, die hier vorgestellt werden sollen. Ich bin nicht der Mensch, der dass was er macht, gern nach außen trägt und Anerkennung dafür verlangt. Es geht eher darum mich selbst besser zu verstehen, um zu tun was ich so tue, wenn sich bestimmte Faktoren ergeben. Ich versuche gezielter und vor allem mit einem Plan neue Seiten an meiner Fotografie und auch an mir selbst zu entdecken.

Also, sehen wir was kommt.

 

Wanheda

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Kamera: Canon Eos 80D Objektiv: Helios 44-2 58mm f2

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Kamera: Canon Eos 80D Objektiv: Helios 44-2 58mm f2

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Kamera: Canon Eos 80D Objektiv: Helios 44-2 58mm f2

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Kamera: Canon Eos 80D Objektiv: Helios 44-2 58mm f2

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Kamera: Canon Eos 80D Objektiv: Helios 44-2 58mm f2