Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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La Bohème

Nach zwei Monaten ohne Bloggen hab ich mich ja bereits im letzten Beitrag gefragt, wie lange ich das hier noch machen möchte. Jemand hat geschrieben, dass ich solange weiter machen soll, wie es Spaß macht und ich muss sagen, dass es mir immer Spaß gemacht hat. Raus zu gehen in die Natur, Musik im Ohr und die Kamera in der Hand. Sich Gedanken machen, was mich bewegt, Ideen auszuprobieren – Kunst zu machen. So hat es auch nach diesem Dilemma nicht lange gedauert, dass ich wieder losgezogen bin und dem nachgegangen bin, was ich sonst so tue. Und ich muss sagen – es war befreiend. Genauso wie es jetzt gerade befreiend ist in die Tasten zu hauen und mir genau das von der Seele zu schreiben.

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Ich habe Identitätskrisen – mehrmals im Jahr. Ich lösche alles was es über mich im Internet zu finden gibt, verbanne meine digitale Scheinidentität, um dann nach zwei Wochen mit einem neuen Pseudonym aus dem Sumpf der Contentcreater zu kriechen und die selbe Masche zu fahren wie bisher – meist mit dem gleichen Erfolg oder noch weniger.  Das Leben als Künstler ist schwer – ob als Fotograf, Autor, Musiker oder sonst was. Du reißt dir den Arsch auf für nichts und wieder nichts. Wie lange dauert es Content zu kreieren? Wieviele Stunden hat man an den Arrangements gesessen? Wie viele Gedanken sind wieder gecancelt worden? Wer soll erreicht werden? Was willst du aussagen?

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Tausend Fragen und das Endergebnis? Für die Katz. Es ist wirklich erschreckend, wie wenig die Arbeit eines Künstlers gewertschätzt wird. Wenn nicht innerhalb der ersten Stunde genug Leute deine Kunst gesehen haben, verschwindet sie schneller in der Versenkung als du gucken kannst. Die Plattformen verschlucken dich einfach und spülen dich den Abfluss runter zu den ganzen anderen Individualisten, die da unten schwimmen, weil sie kein Geld für die VIP-Lounge ausgeben wollten oder die Sponsoren nicht da sind. Dann lieber im kleinsten Kreis präsentieren, um die Leute anzulocken, die sich wirklich für Kunst interessieren. Aber in was für einer Welt leben wir, in der man für seine eigene Kreativität bezahlen muss, um sie an den Mann zu bringen? Muss neuerdings alles exklusiv sein um interessant zu sein? Unvorstellbar – aber wahr.

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Menschen passen sich an und wenn sie nicht nach irgendetwas streben, dann sind sie nicht glücklich. Nur, dass das Glück heute nicht mehr darin besteht selbstständig zu sein, sich sein Essen selber zu kochen oder einfach das zu tun was man soll, sondern aus Followern, neusten Trends und der meisten Reichweite. Man wird quasi dazu gezwungen ständig seine Arbeit schlecht zu reden, weil jemand anders es besser gemacht hat und mehr Leute erreicht hat. Soll man die Kunst an den Nagel hängen? Das nagt am Selbstwertgefühl und das widerum führt dazu, dass man zu irgendwelchen Influencern aufblickt, die Dinge kauft, die genannte präsentieren und es ihnen gleich tun will. Doch der Traum platzt so schnell wie eine Seifenblase und man landet direkt wieder auf dem Boden der Tatsachen neben den Rechnungen, die sich nicht durch Advertisement und Affiliatelinks bezahlen lassen.

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Ich bin wieder vom Thema abgekommen, hab ich überhaupt ein Thema? Keine Ahnung. Naja, jedenfalls denke ich, dass das hier mit dem Blog unter dem Pseudonym Wanheda Wild unter Umständen weitergeht. Erstmal als Fotogalerie, weil ich keine andere Plattform kenne, auf der ich meine Arbeiten sonst hochladen könnte. Ich werde auch meine Seele nicht auf der nächst besten Kreuzung an einen Dämon verkaufen, nur weil ich irgendetwas sein könnte, was ich nicht will. Ich selbst bin die beste Form mich so auszudrücken wie ich bin, genau auf diese Weise wie ich es bisher getan habe. Ich wüsste nicht, wie ich mich neu erfinden sollte, um mein altes Ich am Strassenrand liegen zu lassen und in den nächsten Hippiebus gen Nirwana zu springen, der mir das Blaue vom Himmel verspricht und ich mich besser fühlen würde denn je. Deshalb werde ich weiter der „brotlosen Kunst“ – wie Z. immer so schön sagt – fröhnen und mich freuen, wenn jemand sagt, dass ihm das gefällt, was ich tue.

Von daher „viva la vie bohème!“.

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The Call of the Wild

Deep in the forest a call was sounding, and as often as he heard this call, mysteriously thrilling and luring, he felt compelled to turn his back upon the fire and the beaten earth around it, and to plunge into the forest, and on and on, he knew not where or why; nor did he wonder where or why, the call sounding imperiously, deep in the forest. 

– Jack London

Keine Sonne, graue Wolken, stürmische Böen, Nieselregen, nicht zu durchdringender Nebel – dieses Wetter draußen wird den einen oder anderen sicher depressiv machen, aber für mich ist diese düstere Stimmung eher ein Antidepressivum. Der Sommer war zu lang und zu heiß. Nun ist aber fast November und die Temperaturen sind endlich der Jahreszeit entsprechend. Natürlich freue ich mich, wenn die Sonne scheint, aber noch mehr freue ich mich, wenn es draußen regnet und stürmt, denn dann habe ich die besten Ideen. Also Kamera checken, Tee in die Thermoskanne füllen, Rucksack packen und ab mit dem Rad in Richtung Nirgendwo. Die Wildnis ruft – es ist Zeit für eines dieser kleinen Abenteuer vor der Haustür.

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Der Wind hat kein Erbarmen, kommt von vorn und macht die Fahrt ein wenig mühselig. Aber nichtsdestotrotz sprudeln in meinem Kopf immer noch die Ideen vor sich hin und wollen realisiert werden. Mit dem Soundtrack von The Handmaid’s Tale im Ohr wird die Fahrt unter den grauen Wolken noch etwas bedrohlicher, aber meiner Vorstellungskraft gibt es noch etwas mehr Anreiz. The road goes on and on and on…. Das Laub ist wie weggefegt von der Straße, aber die kleinen Dinge die man dort findet sind es trotzdem wert abgelichtet zu werden. Die Teerstraße war früher mal ein alter Bahndamm und jetzt verbindet sie alle Dörfer miteinander, so dass man sie schnell mit dem Rad erreichen kann. Ich fahre hier ständig lang, beobachte wie sich die Natur verändert, welche Vögel man sehen kann oder genieße einfach die Ruhe.

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Die Straße schlängelt sich in die Ewigkeit, rechts das Moor und links der Buchenwald. Die Kraniche schwirren irgendwo über mir und rufen, ein paar Rehe überqueren vorsichtig den Weg als ich gerade mein Stativ aufbaue. Ich halte inne und lasse die scheuen Tiere passieren. Unter ihnen ist auch das schwarze Reh, welches ich letzten November zum ersten Mal gesehen habe. Die kleine Herde lässt sich von mir nicht stören und so gehen sie ihren Tagwerk nach und ich meinem. Der Geruch der Tannen lässt mich an ein schönes Lagerfeuer denken, doch mir klebt nur der Harz an den Fingern als ich an den Zapfen rieche. Der Wind ist ruhiger geworden, aber trotzdem sind meine Fingerglieder steif geworden. Der Tee in meinem Abenteuerbecher wärmt mich.

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Ich renne die Straße entlang so schnell ich kann. Ich renne mir die Seele aus dem Leib bis ich nicht mehr kann – alles für ein Foto. Ich scheuche alles auf, was sich in den Büschen versteckt hält. Ein Viertel-Meilen-Lauf mit vollgepacktem Rucksack – warum? Weil es irgendwie befreiend ist kurz nichts anderes zu spüren als die Luft, nach der man ringt und die Schmerzen, weil man überhaupt keine Kondition mehr hat. Ich kriege damit die Gedanken aus meinem Kopf, die wie ein Strudel darin rotieren.

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WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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In der Stille des Waldes

Es ist zu laut. Alles ist zu laut. Strom, Maschinen, Menschen. Die Stadt ist gefüllt mit einer Geräuschkulisse, die alles übertönt. Das sanfte Wispern der Blätter im Wind ist nicht zu hören, die Vögel können nur in Scharen kundtun, dass auch sie Teil der Stadt sind. Schreiende Kinder, brummende Neonlichter, hupende Autos. Berliner Nummernschilder drängen sich auf den holprigen Kopfsteinpflasterstraßen, um schnell das Wochenenddomizil zu erreichen. Alle versuchen dem Stress der Großstadt zu entkommen und fliehen in die Wälder um die Stadt, in kleine Bungalows oder abgeschiedene Waldhütten. Langsam wird es auch hier zu voll, weil jeder die Ruhe und Gelassenheit spüren möchte. Alles ist zu laut. Ich muss hier raus.

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An einem grauen Märzmorgen ziehe ich in den Wald. Ich lebe im Nordosten von Brandenburg, dort wo die Wälder noch schnell zu erreichen sind. Es ist für mich der Ort an den ich fliehen kann, um dem Lärm der Stadt zu entkommen. Ich kann den Kopf frei bekommen und mich wieder konzentrieren. Die trockenen Blätter unter meinen Schuhen knistern und vereinen sich mit dem Klicken meiner Kamera zu einem neuen Rhythmus, den ich am besten beherrsche.

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Unter den Kronen der Bäume suche ich nach Spechten, Eichelhähern und anderen Bewohnern. Ich schiebe das alte Laub beiseite und versuche die ersten Boten des Frühlings zu finden. Und dann kommt der Schnee. Der See ist noch gefroren und lässt alles starr wirken, dennoch tanzen die Schneeflocken noch ein letztes Mal vom Himmel und hüllen mich in eine weiße Schicht. Ich genieße den Moment – allein und in absoluter Stille. Kein Mensch weit und breit sieht mich, wie ich im Schnee tanze. Ich bin nass bis auf die Knochen und friere.

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Die Hoffnung stirbt…

Ich vermisse den Herbst – seine Farben, den Nebel, die Traurigkeit. Ich vermisse, wie die Blätter einen bunten Teppich im Wald bilden, die verzweifelten Schreie der Kraniche auf den Feldern, den Dunst am Morgen nach dem Regen in der Nacht. Ich vermisse die Melancholie dieser Jahreszeit, die Schönheit und die Vergänglichkeit.

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Ich fühle mich im Herbst am meisten geborgen, ziehe mit meiner Ausrüstung hinaus in die Auen und Kiefernwälder. Ich bin stundenlang unterwegs, nur um die Feuchtigkeit auf meiner Haut zu spüren, die sich wie ein Film über mich legt. Die Blätter regnen von den Ästen herab, die Luft ist erfüllt mit dem Geruch von Pilzen, Rehe bewegen sich leichtfüßig durch das Unterholz.

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Ich atme tief ein, der Duft des Waldbodens lässt mich entspannen. Der See liegt ruhig da, die Wellen schlagen ans andere Ufer, dort wo sich die Farbpalette des Herbstes durch die Bäume zieht. Warme Töne erfüllen mein Herz mit Freude und Wehmut, weil ich weiß, dass es nicht von Dauer sein wird.

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Die Wolken hängen schwer am Himmel, der Regen perlt an mir ab, bildet kleine Glasperlen in den Ästen und lässt sie glänzen. Ich wandere die Pfade entlang, die mir vertraut sind, doch breche auf ins Ungewisse. In der Hoffnung einen Weg zu finden, dass dieser Moment ewig weilt.

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Eine Wanderung bei Regen, die schon länger zurückliegt, aber da mir der Herbst gerade so unglaublich fehlt, kommt er einfach auf meinen Blog. Vielleicht wünscht sich ja noch jemand ein wenig das bunte Farbspektakel zurück, denn der Frühling lässt wohl noch auf sich warten. Aufgenommen wurde alles mit der Canon EOS 80D und einer alten 35mm Linse.

Rückkehr

Es ist Winter, doch das sanfte Kleid des Schnees bleibt den Hallen meiner Heimat fern. Alles was geblieben ist, ist die weiße Unendlichkeit – ein Dunst aus verblassten Leben und Erinnerungen. Sie lässt mich unablässig in die Ferne blicken, auf der Suche nach einem bekannten Gesicht. Doch niemand tritt hinter dem Schleier hervor oder vermag sich meiner zu erinnern.

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Eine Grenze zwischen dieser und der nächsten Welt gibt es nicht. Die Grenze, die ich mir selbst schaffe, ist die zwischen Wahnsinn und Verstand. Den Unterschied erkannte ich erst als es bereits zu spät war. Zu weit war ich vom Ufer abgetrieben in den Gewässern meines Bewusstseins und habe den Rückweg nicht mehr finden können. Auf der anderen Seite war es ruhig. Totenstill. Meine Gedanken fingen an zu kreisen. Leben, Geschichten, Träume, Verlust, Erinnerungen – alle kamen dort zu Tage, wo sie eingeschlossen waren. All die Stimmen werden lauter – ich habe den Verstand verloren. Ich habe euch begraben!

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Ich habe eure kalten Leiber in die Erde gelegt. Es war nicht mehr viel davon übrig. Gebrochene Hüllen, kalt, starr, ohne vollendetes Lebensziel. Ich habe euch dem Jenseits übergeben und dennoch verfolgt ihr mich in meinen Träumen wie ein Diarium längst vergessener Zeiten. Ihr wart einst wie ich. Ich war einst wie ihr. Oder bin ich wie ihr? Ein Geist, der andere heimsucht, um sie die Angst spüren zu lassen, die sie mich einst spüren ließen?

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Ich war lange fort und hatte gehofft, dass ich bei meiner Rückkehr etwas wiederfinden würde, dass ich vor langer Zeit verloren hatte. Ich erinnere mich an das Selbst, dass ich einst hier zurück gelassen haben, doch jetzt liegt es verscharrt zwischen Matsch, Blut und zerbrochenen Träumen. Eine innere Leere kleidet mich aus, die mit nichts in der Welt gefüllt werden kann als dem sanften Klang der Äste im Wind.

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Stable

As long as you can still grab a breath, you fight. You breathe. Keep breathing. When there is a storm and you stand in front of a tree, if you look at its branches, you swear it will fall. But if you watch the trunk, you will see its stability.

The Revenant

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SchWinden

Wohin? Wohin bringst du mich? Ich habe dich gefragt, wohin du mich bringst! Du antwortest mir nie. Ich bin weg von meiner Sicherheit – zu weit weg. Weg von allem, was mir wichtig ist. Du hast mich hier hergebracht. Hunderte Meilen fort. Ich kann nicht einmal mehr die Himmelsrichtungen bestimmen, so weit weg hast du micht gebracht. Wie lange verweile ich schon hier? Ich weiß nicht, wie lange ich unterwegs war oder wie lange ich schon hier bin. Ich habe das Zeitgefühl verloren. Ich schwinde, ich fühle es. Ich löse mich auf, bis ich nichts mehr fühle. Ich werde ein Teil von dir, ein Teil der ich niemals werden wollte. Ich habe die Kontrolle verloren. Nicht nur über mich sondern auch über meine Entscheidungen. Ich kann an nichts anderes mehr denken. Alles was ich wollte ist weg. Die Erinnerungen, die Wahrheit, die Gefühle. Es ist verschwunden. Ausradiert aus meinem Gedächtnis. Du hast mich mitgenommen, mich leicht gemacht, doch ich kann dir sagen: das ist keine Freiheit.

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