Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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Palast der Erinnerung

Erinnerungen – sie begleiten jeden Menschen tagtäglich. Die meisten erinnern sich an die guten Dinge und verdrängen die schlimmen Ereignisse. Assoziationen sind an Erinnerungen gekoppelt – zu jeder Zeit abrufbar. Mein Gedächtnispalast – ein Palast aus Erinnerungen wächst mit jedem Augenblick empor, den ich erlebe. Ein Spiel aus Licht und Schatten, einsame Korridore und dunkle Ecken. Ein Ort, den nur ich betreten kann.

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Vor langer Zeit habe ich damit begonnen meine Erinnerungen kategorisch abzuspeichern. Es klingt maschinell, wie ein System, das immer wieder aktualisiert werden muss, um auf dem neusten Stand zu sein. Selektiert, kategorisiert und abgelegt in alten Schachteln und Schränken, die auf dem Speicher verstauben oder von Motten zerfressen werden, denn es lebt niemand mehr, der sich daran erinnert. Eine leere Bibliothek aus verflossenen Sehnsüchten und Träumen.

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Doch irgendwo in den dunkelsten Ecken meines Geistes liegen verblasste Erinnerungen, die wie Tiere angekettet sind. Sie können nicht entkommen aus ihrem Verließ. Manchmal habe ich Angst diese Räume zu betreten. Sie sind doppelt gesichert, der Schlüssel an einem geheimen Ort versteckt. Ich höre ihre Schreie, wie sie in den Korridoren widerhallen und wie sie in der Ferne an den Wänden kratzen und versuchen zu mir durchzudringen.

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Die Mauern sind dick, aus Zement, doch das Fundament wurde auf Sand gebaut. Schritt für Schritt werde ich angezogen, ich höre das Flüstern in meinem Kopf. Es lockt mich an, ich habe schon den Schlüssel in der Hand. Ich entziehe mich dem Verlangen nach roher Erinnerung. Das erste Schloss hat sich gelöst. Stimmen und Bilder prasseln auf mich ein, Worte, die lange nicht mehr ausgesprochen wurden. Ich muss es einfach sehen. Ich muss mich sehen. Damals.

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Den Namen – ich soll den Namen aussprechen. Er ist das Passwort und es kommt mir so leicht von den Lippen, dass ich fast den Verstand verliere. Das zweite Schloss öffnet sich. Staub kommt durch die Tür, schwere Schritte und ein leises Stöhnen sind zu vernehmen. Das letzte Hindernis sind die Eisenketten, am Boden festgeschmiedet sind sie unüberwindbar, aber mit jeder Sekunde, die ich hier unten bin, wird die schemenhafte Gestalt stärker. Sie nährt sich von mir und ich kann mich dem nicht widersetzen. Das Biest ist entfesselt – das Grauen beginnt von vorn.

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Es verbreitet Chaos und Schrecken. Das Verließ ist jetzt kein Hindernis mehr. Es nährt sich von schlechten Erinnerungen und bahnt sich seinen Weg in die Eingangshalle meines Gedächtnispalastes. Langsam, aber sicher bröckelt er in sich zusammen und das, was sich dort jahrelang versteckt hat, tritt ins Licht. Es wartet auf seine Vorstellung, hinter dem Vorhang und vorn das gespannte Publikum.

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Was wird dieses Mal passieren? Mehr Schmerz, mehr Angst, mehr Wahnsinn? Ich weiß es nicht. Negative Energien scheinen mein Handeln zu steuern und ich verliere die Kontrolle, gebe mich meinen Reminiszenzen hin und schwelge darin. Alles regnet auf mich nieder. Alles, was es zu verdrängen gibt. Bin ich nun der Verräter oder der Verratene? Es wird ein Akt aus meinem Leben gespielt mit mir in der Hauptrolle. Ich bin Protagonist, mein verdrängtes Ich der Antagonist.

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H: Den Ort seiner Kindheit zu sehen bringt keine Heilung, doch es hilft zu ermessen, ob man gebrochen ist. Wie und warum. Sofern man es wissen will.

W: Ich will es wissen. Hat hier die Konstruktion begonnen?

H: Meines Palastes der Erinnerung? Seine Tore im Zentrum meines Geistes und da sind Sie und tasten nach der Klinke.

W: Die Räume in Ihrem Geist, die Ihren frühsten Jahren geweiht sind. Sind sie anders als die anderen? Sind sie anders als dieser Raum?

H: Dieser Raum enthält Klang und Bewegung, riesige Schlangen, die sich in der Dunkelheit wälzen. Andere Räume sind statische Szenen, Bruchstückhaft, wie bemalte Glassplitter.

W: Jedes Ding an Erinnerung gekoppelt und jede führt zu weiteren Erinnerungen. Räume, die sie zu betreten Sie sich nicht überwinden können. Nichts, das daraus entkommt, kann Ihnen Trost spenden.

H: Manche der Räume sind von Schreien erfüllt, doch sie hallen nicht in den Fluren wieder, denn ich höre Musik.

Vollendung

17. Februar, 2:23 AM

Ein Anruf – von einer öffentlichen Telefonzelle. Ein Opfer – 28, weiblich. Eine Karte – sein Markenzeichen. Er ist es, ich weiß es. Es gibt keine Zweifel, aber diesmal ist etwas anders. Es ist persönlich. Mein Name steht auf einem Zettel. Ich bin leitender Ermittler, vom Hauptkommissar dazu beauftragt worden. Aber jetzt bin ich Teil seines Spiels. Wieso? Eine Bibel wurde am Tatort gefunden. Markiert war ein christliches Lied in Bezug auf Tod und Ewigkeit. Das ist neu. Er hat sich Zeit gelassen alles auszuwählen und hat alles minutiös geplant. Er wusste, wann wir am Tatort eintreffen würden. Möglicherweise beobachtet er uns. Jetzt. In dieser Sekunde.

3. März, 3:49 AM

Die Spur führt ins nichts. Niemand hat ein solches Kartenspiel verkauft. Wahrscheinlich besitzt er es schon länger. Die Bibel wurde aus einer öffentlichen Bibliothek ausgeliehen und nie zurückgebracht. Niemand erinnert sich daran. Es gibt keine Aufzeichnungen bis auf eine alte Adresse. Eine falsche Adresse, dennoch wird sie untersucht. Ein altes Lagerhaus in einem Industriegebiet. Warum stand mein Name auf diesem Zettel? Was will mir der Täter sagen? Er wollte, dass ich hier her komme.

18. April, 9:21 AM

Ein Anruf – wieder. Ein Opfer – wieder. Eine Karte – wieder. Zum zweiten Mal das gleiche Spiel. Immer dieselbe Vorgehensweise, aber der Hintergrund für seine Taten bleibt verdeckt. Langsam glaube alle, dass wir es mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber wer ist er? Ein gelangweilter Psychopath? Ein bibelbesessener Fanatiker oder ein spielsüchtiger Geschäftsmann auf der Suche nach dem ultimativen Kick? Das forensische Team zerbricht sich den Kopf. Ich liege Nacht für Nacht wach. Alles Spuren sind nichtssagend, ich komme nicht voran. Was ist das für ein Spiel?

Info:

Das ist ein kleines Experiment, welches ich schon länger geplant hatte. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich einen Teil aus meiner Geschichte „Vollendung“. Untermalt mit dazu passenden Bildern soll diese Geschichte mit der Zeit wachsen. Ich weiß nicht wohin sie führen wird, denn es ist ein Experiment. Viel Spaß auf der Jagd.

WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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Selbstverliebt, oder was?

Ist es Selbstverliebtheit, wenn ich ständig vor der Kamera posiere, obwohl ich auch andere Dinge in Szene setzen könnte? Kommt es irgendwie arrogant rüber, wenn man durch meine Beiträge scrollt und immer nur das gleiche Gesicht sieht? Denken die Leute ich wäre einsam und hätte keine Freunde, die mit mir Zeit verbringen oder dass ich einfach Langeweile hätte?

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Diese Fragen habe ich mir schon des öfteren gestellt, bin aber nie zu einer richtigen Antwort gekommen. Der Großteil des Blogs besteht aus Selbstportraits von mir, die wohl irgendwie das darstellen sollen, was ich nicht in Worte fassen kann oder nach außen bringen kann. Ich bin ein stiller und introvertierter Mensch und auf meinen Fotos muss ich nichts verbalisieren, um etwas ausdrücken zu können. Diese Fotos sind meist ein stiller Reminder für mich in der gegenwärtigen Situation, in der ich gerade stecke. Manchmal fahre ich mit irgendwelchen wirren Ideen raus in den Wald und habe sie schon wieder vergessen, wenn ich dort angekommen bin. Es läuft immer alles etwas chaotisch, weil ein Bild in meinem Kopf schon entstanden ist und ich wie ein Eichelhäher irgendwo eine Idee vergraben habe, mich aber später nicht mehr dran erinnern kann, wo ich sie gelassen habe oder wie ich sie umsetzten wollte.

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Stativ aufbauen, Kamera einschalten, Objektiv checken, Selbstauslöser aktivieren – vier simple Schritte, die mir ins Blut übergegangen sind. Früher habe ich mich merkwürdig gefühlt vor der Kamera zu posieren. Ich kam mir irgendwie nackt vor, als ob andere Menschen etwas von mir sehen könnten, was ich eigentlich für mich behalten wollte. Ich fühlte mich unwohl, wenn Leute in der Nähe waren und mich beobachteten. Dann tat ich immer so, als würde ich schwer beschäftigt sein die Landschaft zu fotografieren und habe wirr in den Einstellungen meiner Kamera gesucht. Deswegen suche ich mir wohl immer die abgelegensten Orte zu den unmenschlichsten Zeiten, weil ich weiß, dass ich dort allein und ungestört sein kann. Ich kann springen, mich verrenken, schnell umziehen oder vor der Kamera wegrennen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

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Da stand ich nun also mitten im Nirgendwo – ein Mädchen allein mit ihrer Kamera ohne Ahnung, was dabei herauskommen würde.  Aber nach einer gewissen Zeit fiel es mir leichter und ich wurde selbstbewusster, weil ich mich als Person jedes Mal in einem anderem Licht sehen konnte. Ich konnte machen was ich wollte und fühlte mich wohl, weil niemand von außen sich in meinen Arbeitsprozess einmischen konnte. Natürlich bin ich selbst mein größter Kritiker und versuche ständig etwas anders zu machen, aber irgendwie hat sich dadurch mein Stil entwickelt, den ich leider selbst nicht beschreiben kann. Manchmal bin ich die Wahrheit und manchmal bin ich eine Lüge – wie das zustande kommt? Während des Bearbeitungsprozesses entwickelt sich in meinen Gedanken eine Geschichte zu den Bildern, die ich dann in einer bestimmten Reihenfolge zusammensetzen kann. Manchmal mit mehr Sinn, manchmal ohne Sinn.

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Auf meinen Fotos sieht man mich so gut wie nie lächeln. Ich lache – ständig, am liebsten mit Z. oder über Z., das bin ich und nicht die Person, die ich auf den Fotos darstelle, manchmal mehr, manchmal weniger.

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Entstanden sind die Fotos an einem heißen Vormittag im Juli mit dem Lensbaby Twist60 und der Canon EOS80D.

Zeit ist relativ – eine Zwischenbilanz

Der Sommer ist zu Ende und der September klopft an der Tür, um die Schwelle zu meiner liebsten Jahreszeit zu überschreiten. Der Herbst ist mit Ach und Krach eingekehrt. Die Luft hat sich verändert, es wird endlich früher dunkel und der Abendhimmel zeigt sich in den schönsten Rottönen. Am Morgen sammelt sich der Nebel in den Senken der Wiesen und Felder, wartet darauf, dass die Sonne am Horizont hervorbricht, um alles in ein goldenes Licht zu tauchen. An all diesen Dingen empfinde ich Freude, denn ich bin ein Herbstmensch.

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Gleichtzeitig ruft diese Zeit einen Moment aus meinen Gedächtnis zurück, die meine Emotionen in das Gegenteil verwandelt. Eine Epoche voller Aufruhe, Verzweiflung und Unwissenheit. Ein Gemütszustand, an den ich mich nicht gern zurückerinnere, der mich aber jeden Tag begleitet und mit dem Dahingleiten der vergangenen Monate habe ich verstanden, dass es wieder besser wird. Ich wurde mit den schlimmsten Ängsten meines Lebens konfrontiert, habe kaum Nächte durchgeschlafen und immer neue Zustände an mir erlebt, die ich nicht kannte – ich musste mir selbst helfen und verstehen, was gerade mit mir und meinem Leben passierte. Ich war ahnungslos, wie ich das schaffen sollte und es hat viel Zeit und Kraft gekostet  – aber ich bin noch hier.

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Genau vor einem Jahr habe ich mit diesem Blog angefangen. Ich fühlte mich wie John Watson – einsam, etwas verlassen und zu introvertiert, um ein Abendteuer zu erleben. Also habe ich einfach drauflosgeschrieben, mir Gedanken gemacht und sie mit Bildern untermalt. Ich fühlte mich ein wenig komisch meine Gedankenwelt mit dem Äther des Internets zu teilen. Ich wollte nicht so erscheinen, als hätte ich einen akuten Geltungsdrang, dem schnell Abhilfe geschaffen werden musste, aber ich wollte mich nicht weiter verstecken, denn ich brauchte jemanden zum Reden, auch wenn dieser jemand nur der Laptop und die leere Seite mit dem blinkendem Tab war. Ich fühlte mich weniger verlassen, weil ich einfach alles aufgeschrieben habe, was ich niemanden erzählen konnte oder wollte. Eine Art Selbsttherapie hat damit für mich gestartet. Ich habe reflektiert und selektiert, um gewisse Dinge zu verarbeiten und mir einen Weg aus diesem Sumpf der negativen Gefühle zu bahnen. Mit Erfolg – mal mehr, mal weniger.

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Nach den ersten Blogbeiträgen stellte sich mir die Frage, ob das etwas längerfristiges werden könnte und ich habe laut gelacht und mir selbst gesagt, die Ausdauer würde ich nicht besitzen. Ich bin ein Mensch mit tausenden Ideen am Tag, mein Kopf explodiert manchmal vor Kreativität und ich weiß nicht wohin damit. Der Blog hat sich zu einem meiner vielen Ventile entwickelt, wenn in meinem Gehirn wieder nur Gedankenblitze herrschen und ich einfach herausschreien will, was auch raus muss. Natürlich schreie ich nicht. Ich bin in allen Lebenslagen ein stiller Beobachter und diese Entwicklung mit dem Schreiben und dem Fotografieren habe ich ebenfalls still beobachtet, um ein Fazit zu treffen und den Zwischenzustand zu beurteilen. Ich fühle mich damit auf jeden Fall besser – stabiler, wenn man den Server, auf dem der Blog liegt, als Säule oder festen Standpunkt im Leben bezeichnen kann. Es hilft mir und vielleicht ja auch dem ein oder anderen.

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Ich denke, dass es weiter geht wie gehabt. Das Rad der Zeit bleibt nicht stehen, denn Benjamin Linus hat es weiterbewegt. Ich werde auf dieser kleinen Plattform nicht die Welt mit dem verändern, was ich hier schreibe, aber es wird meinen Mikrokosmos weiterdrehen oder verändern und mir immer geben, was ich gerade brauche. Einen Raum in mitten tausend anderer Räume – Tagebuch, Galerie, Weltbewegung. Ich kann also beruhigt mit den Dingen vorangehen, die mich prägen und bewegen. Sie geben mir die Freiheit mich und meine Gedankenwelten ins Gleichgewicht zu bringen, zu fokussieren und mich mit Zufriedenheit zu erfüllen.

Bis dahin und mahalo…

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Selbstfürsorge

Wohin gehe ich, wenn ich allein sein möchte? Wohin, wenn alles um mich herum zu explodieren droht? Ich gehe nicht in mich, denn in der lauten Gesellschaft anderer Menschen schaffe ich das nicht. Ich brauche einen Rückzugsort, fernab von allem, was mich täglich umgibt. Manchmal klettere ich über Mauern, übersehe ganz bewusst das „Betreten verboten“, um etwas Zeit für mich zu haben. Man mag von mir denken, ich wäre einsam und hätte niemanden zum Reden, doch die Wahrheit ist: ich bin einfach gern allein. Dort ist niemand der mich bevormundet oder versucht mich umzukrempeln. Ich erwische mich viel zu oft dabei, wie ich versuche es anderen recht zu machen, nur mir selbst nicht.

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Mein Gehirn fühlt sich ausgewaschen an, es ist dreckig, weil mich jeder mit seinen Problemen oder sinnlosen Gedankenwelten belastet. Diese Seelenjäger, die überall warten und sich in mir einnisten wollen, um mich meiner Energie zu berauben. Sie wollen, dass ihre Probleme zu meinen werden und ich mache mir über das Seelenleben anderer Menschen mehr Gedanken als über mein eigenes. Ich spüre, wie ich beginne von innen zu verrotten, wie ich geistig zerfalle, weil alles andere wichtiger erscheint als ich selbst. Ich brauche frische Luft und Freiheit zum Denken. Diese Gedanken, die nicht mir gehören, müssen raus – deshalb muss ich weg. Mich auf die Suche nach neuen Wegen machen, um dem zu entfliehen, wozu andere mich machen wollen – ihrem Sklaven.

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Alles was ich dagegen tun kann ist, die Wege dieser Dinge nicht zu kreuzen und einfach zu verschwinden, mich in meinen eigenen Kaskaden zu verbarrikadieren und niemanden hineinzulassen. Doch irgendetwas hält mich hier, hält mich fest wie ein Magnet ohne das ich nicht existieren kann und sorgt dafür, dass ich die Tore nicht verschließen kann. Ich suche einen Ausweg, aber er ist nie so weit entfernt, dass ich nicht wieder zurückkehren kann. Und so suche ich nach neuen Wegen, um meine Zeit zu verschwenden, nicht an die Probleme anderer zu denken. Egoistisch würde man mich nennen, doch ich nenne es Selbstfürsorge.

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Meine Gedanken können frei existieren, mich umkreisen, mich verschlingen, sie flüstern mir ins Ohr oder schreien mir direkt ins Gesicht, doch ohne sie fühle ich mich taub. Ich brauche sie – sie zu verdrängen wäre als würde ich ein wildes Tier in einen Käfig sperren und sie würden gegen die Gitterstäbe drücken bis sie zu bersten drohen. Ich lasse sie also frei – schreie oder schreibe sie heraus und warte darauf, was passiert. Allein, weil ich gern allein bin. Manchmal sitze ich gern in der Stille und lasse die Welt an mir vorbeiziehen, weil ich gerade an nichts denke. Verschwendete Zeit denkt man jetzt, aber nein – es ist die beste Reinigung für die Seele. Dann merke ich nicht, ob nur Sekunden oder bereits Stunden vergangen sind. Ich lasse es einfach geschehen, mich von niemandem aufhalten.

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Nach solchen Momenten blicke ich nach oben, sehe wie sich Blätter im Wind wiegen und die Welt sich trotzdem weiterdreht.

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Verblendung

„Es gibt mehr als eine Art der Freiheit… die Freiheit zu, und die Freiheit von. In den Tagen der Anarchie war es die Freiheit zu. Jetzt ist dir die Freiheit von gegeben. Unterschätze das nicht.“

-Margaret Atwood

Sie vergiften uns und du weißt es. Sie vergiften uns mit ihren Ideologien, ihren Meinungen, zwingen uns zu glauben, was sie uns vorsetzen. In was für einer Welt leben wir? Unsere Gehirne werden geprüft und mit Mainstream gewaschen. Sie lenken uns ab von der wirklichen Welt. Die Irrealität sitzt vor unseren Augen wie Scheuklappen. Niemand sieht mehr nach links oder rechts, nur noch nach vorn. Voran Marsch mit dem Zug. Wir alle sollen zu ihren Opfern werden und einkehren in die Hallen des Wahnsinns. Nur die, die stark sind, schaffen es ihnen zu entfliehen. Du bist kein Opfer. Du kannst es schaffen. Gib dich nicht dem hin was sie sagen. Du bist frei. Noch…

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Sie benutzen uns, benutzen uns für ihre Programme wie Versuchstiere. Sie würden es niemals an sich selbst testen, nur an den Gutgläubigen und den Unwissenden. Unwissenheit ist kein Segen. Die Wahrheit ist hässlich, nackt und voller Narben. Sie verstecken sie unter großen Schlagzeilen, sinnloser Massenware und beängstigenden Ereignissen. Sieh hinter den Vorhang. Trau dich die Regeln zu brechen und leg endlich die verdammte Brille ab. Die Utopie in der du gelebt hast ist dem Untergang geweiht.

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Wieviel werden sie dir lassen und wieviel wirst du geben? Es gibt kein Gleichgewicht mehr in dieser Welt. Stehst du nicht auf ihrer Seite so stehst du auf der anderen ohne das dich jemand gefragt hat. Du wurdest abgestempelt und kategorisiert. Nichts weiter als eine Nummer, die in einer Akte verrottet. Ob du gefährlich bist? Sie halten dich für einen Einzelkämpfer. Also nicht relevant. Doch wissen sie nicht, welche Macht in dir steckt und was du bewegen kannst. Du bist wie ein stummes Gewitter am Horizont, elektrisiert durch die Unruhe, die in dir wohnt.

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Ein Schmetterling kann einen Wirbelsturm entfachen – auch wenn es nur die Theorie des Chaos sein mag – ich glaube daran. Ich glaube an dich.

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Die Hoffnung stirbt…

Ich vermisse den Herbst – seine Farben, den Nebel, die Traurigkeit. Ich vermisse, wie die Blätter einen bunten Teppich im Wald bilden, die verzweifelten Schreie der Kraniche auf den Feldern, den Dunst am Morgen nach dem Regen in der Nacht. Ich vermisse die Melancholie dieser Jahreszeit, die Schönheit und die Vergänglichkeit.

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Ich fühle mich im Herbst am meisten geborgen, ziehe mit meiner Ausrüstung hinaus in die Auen und Kiefernwälder. Ich bin stundenlang unterwegs, nur um die Feuchtigkeit auf meiner Haut zu spüren, die sich wie ein Film über mich legt. Die Blätter regnen von den Ästen herab, die Luft ist erfüllt mit dem Geruch von Pilzen, Rehe bewegen sich leichtfüßig durch das Unterholz.

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Ich atme tief ein, der Duft des Waldbodens lässt mich entspannen. Der See liegt ruhig da, die Wellen schlagen ans andere Ufer, dort wo sich die Farbpalette des Herbstes durch die Bäume zieht. Warme Töne erfüllen mein Herz mit Freude und Wehmut, weil ich weiß, dass es nicht von Dauer sein wird.

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Die Wolken hängen schwer am Himmel, der Regen perlt an mir ab, bildet kleine Glasperlen in den Ästen und lässt sie glänzen. Ich wandere die Pfade entlang, die mir vertraut sind, doch breche auf ins Ungewisse. In der Hoffnung einen Weg zu finden, dass dieser Moment ewig weilt.

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Eine Wanderung bei Regen, die schon länger zurückliegt, aber da mir der Herbst gerade so unglaublich fehlt, kommt er einfach auf meinen Blog. Vielleicht wünscht sich ja noch jemand ein wenig das bunte Farbspektakel zurück, denn der Frühling lässt wohl noch auf sich warten. Aufgenommen wurde alles mit der Canon EOS 80D und einer alten 35mm Linse.

Smother

In the darkness I will meet my creators
And they will all agree, that I’m a suffocator

I should go now quietly
For my bones have found a place to lie down and sleep
Where all my layers can become reeds
All my limbs can become trees
All my children can become me
What a mess I leave

Smother – Daughter

Es kommt wie ein Dolchstoß, wenn ich mich gerade in einem „glücklichen“ Moment befinde. Eben hatte ich noch die Kontrolle und plötzlich bin ich wie eine im Meer Umhertreibende an ein Stück Treibholz geklammert, das sich Hoffnung nennt, auf der Suche nach einem Stück Land, das mir wieder Boden unter den Füßen gibt. Irgendwo dort ist eine Kiste mit Wundern vergraben, die ich nur aus der Erde holen darf, wenn ich sie wirklich brauche. Die Schaufel habe ich weggeworfen, damit es nicht zu einfach für mich ist, an die Wunder heran zu kommen, sie einfach zu verschwenden, wenn mir danach ist. 10 Fuß entfernt von dem, was es zu unterdrücken gilt, wühle ich die Erde auf. Ich reiße sie auf, weil ich es nicht mehr aushalte. Ich reiße mir die Fingernägel ab, schlucke die schwarze Erde, die mir entgegen fliegt, auf die Gier nach einem Wunder. Ich spüre das Holz unter meinen Nägeln kratzen und hole die Truhe aus ihrem dunklen Verließ. Jetzt oder nie…

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