Touch

Love hunt me down
I can’t stand to be so dead behind the eyes
And feed me, spark me up
A creature in my blood stream chews me up

So I can feel something
So I can feel something

Give me touch
‚Cause I’ve been missing it
I’m dreaming of
Strangers
Kissing me in the night
Just so I
Just so I

Can feel something
Can feel something
Can feel something
Can feel something

You steal me away
With your eyes and with your mouth
And just take me back to a room in your house
And stare at me with the lights off

To feel something
To feel something
To feel something
To feel something

In the night
In the night
In the night
When we touch
In the night
‚Cause I’ve been lusting it

 

Touch by Daughter

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Palast der Erinnerung

Erinnerungen – sie begleiten jeden Menschen tagtäglich. Die meisten erinnern sich an die guten Dinge und verdrängen die schlimmen Ereignisse. Assoziationen sind an Erinnerungen gekoppelt – zu jeder Zeit abrufbar. Mein Gedächtnispalast – ein Palast aus Erinnerungen wächst mit jedem Augenblick empor, den ich erlebe. Ein Spiel aus Licht und Schatten, einsame Korridore und dunkle Ecken. Ein Ort, den nur ich betreten kann.

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Vor langer Zeit habe ich damit begonnen meine Erinnerungen kategorisch abzuspeichern. Es klingt maschinell, wie ein System, das immer wieder aktualisiert werden muss, um auf dem neusten Stand zu sein. Selektiert, kategorisiert und abgelegt in alten Schachteln und Schränken, die auf dem Speicher verstauben oder von Motten zerfressen werden, denn es lebt niemand mehr, der sich daran erinnert. Eine leere Bibliothek aus verflossenen Sehnsüchten und Träumen.

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Doch irgendwo in den dunkelsten Ecken meines Geistes liegen verblasste Erinnerungen, die wie Tiere angekettet sind. Sie können nicht entkommen aus ihrem Verließ. Manchmal habe ich Angst diese Räume zu betreten. Sie sind doppelt gesichert, der Schlüssel an einem geheimen Ort versteckt. Ich höre ihre Schreie, wie sie in den Korridoren widerhallen und wie sie in der Ferne an den Wänden kratzen und versuchen zu mir durchzudringen.

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Die Mauern sind dick, aus Zement, doch das Fundament wurde auf Sand gebaut. Schritt für Schritt werde ich angezogen, ich höre das Flüstern in meinem Kopf. Es lockt mich an, ich habe schon den Schlüssel in der Hand. Ich entziehe mich dem Verlangen nach roher Erinnerung. Das erste Schloss hat sich gelöst. Stimmen und Bilder prasseln auf mich ein, Worte, die lange nicht mehr ausgesprochen wurden. Ich muss es einfach sehen. Ich muss mich sehen. Damals.

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Den Namen – ich soll den Namen aussprechen. Er ist das Passwort und es kommt mir so leicht von den Lippen, dass ich fast den Verstand verliere. Das zweite Schloss öffnet sich. Staub kommt durch die Tür, schwere Schritte und ein leises Stöhnen sind zu vernehmen. Das letzte Hindernis sind die Eisenketten, am Boden festgeschmiedet sind sie unüberwindbar, aber mit jeder Sekunde, die ich hier unten bin, wird die schemenhafte Gestalt stärker. Sie nährt sich von mir und ich kann mich dem nicht widersetzen. Das Biest ist entfesselt – das Grauen beginnt von vorn.

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Es verbreitet Chaos und Schrecken. Das Verließ ist jetzt kein Hindernis mehr. Es nährt sich von schlechten Erinnerungen und bahnt sich seinen Weg in die Eingangshalle meines Gedächtnispalastes. Langsam, aber sicher bröckelt er in sich zusammen und das, was sich dort jahrelang versteckt hat, tritt ins Licht. Es wartet auf seine Vorstellung, hinter dem Vorhang und vorn das gespannte Publikum.

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Was wird dieses Mal passieren? Mehr Schmerz, mehr Angst, mehr Wahnsinn? Ich weiß es nicht. Negative Energien scheinen mein Handeln zu steuern und ich verliere die Kontrolle, gebe mich meinen Reminiszenzen hin und schwelge darin. Alles regnet auf mich nieder. Alles, was es zu verdrängen gibt. Bin ich nun der Verräter oder der Verratene? Es wird ein Akt aus meinem Leben gespielt mit mir in der Hauptrolle. Ich bin Protagonist, mein verdrängtes Ich der Antagonist.

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H: Den Ort seiner Kindheit zu sehen bringt keine Heilung, doch es hilft zu ermessen, ob man gebrochen ist. Wie und warum. Sofern man es wissen will.

W: Ich will es wissen. Hat hier die Konstruktion begonnen?

H: Meines Palastes der Erinnerung? Seine Tore im Zentrum meines Geistes und da sind Sie und tasten nach der Klinke.

W: Die Räume in Ihrem Geist, die Ihren frühsten Jahren geweiht sind. Sind sie anders als die anderen? Sind sie anders als dieser Raum?

H: Dieser Raum enthält Klang und Bewegung, riesige Schlangen, die sich in der Dunkelheit wälzen. Andere Räume sind statische Szenen, Bruchstückhaft, wie bemalte Glassplitter.

W: Jedes Ding an Erinnerung gekoppelt und jede führt zu weiteren Erinnerungen. Räume, die sie zu betreten Sie sich nicht überwinden können. Nichts, das daraus entkommt, kann Ihnen Trost spenden.

H: Manche der Räume sind von Schreien erfüllt, doch sie hallen nicht in den Fluren wieder, denn ich höre Musik.

Tosende Kiefern und alte Filmrollen

Mein liebster Wald, eine Sturmlampe und ein tosender Wind in den Kiefern. Zu der Geschichte hinter den Fotos will ich gar nicht viel erzählen. Vor ein paar Tagen hatte ich mir eine Sturmlampe besorgt, um einige Ideen damit auszuprobieren. Wie gewohnt bin ich bepackt wie ein Esel los gefahren in meinen Lieblingswald ein Dorf weiter und hab mich von den Gegebenheiten überraschen lassen. In letzter Zeit wollte ich wieder mehr analog fotografieren und habe auch des öfteren bewusst nur meine Pentacon in der Tasche mitgenommen. Leider waren die letzten Umsetzungen damit nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich war im Stress und irgendwie auch davon überzeugt ein gutes Foto zu schießen. Von 12 kostbaren Abzügen und zwei Wochen des Wartens auf den entwickelten Film, kam dann nur ein gutes Foto heraus. Ich war etwas sauer auf mich selbst, weil ich einfach meine Filmrollen so verschleudert habe – für nichts.

Es war nur wieder einmal die Erfahrung mit mehr Gewissenhaftigkeit an die Dinge zu gehen und nicht einfach drauf loszuschießen wie mit einer DSLR. Wie dem auch sei bin ich dieses Mal wirklich gezielt vorgegangen, habe mich mit Perspektiven auseinandergesetzt und überlegt, was ich ablichten möchte, weil es nur 12 Fotos sind, die mir zur Verfügung stehen und es meine letzte Rolle 120mm-Film war. Diese 120mm Filmrollen kosten schon ein kleines Vermögen. Wenn man Glück hat, bekommt man gute Filmrollen zu einem moderaten Preis. Die Filme von Lomography sind meist in einer limitierten Auflage zu erhalten, daher immer schnell ausverkauft. Ich habe den Earl Grey B&W 100 ausprobiert, der im 3er-Pack erhältlich war und bin damit ganz zufrieden. Aber am liebsten lege ich Kodak Portra ein, weil die Farben wirklich der Hammer sind.

Bewusst schwarz-weiß zu fotografieren finde ich schwierig. Z. meinte, dass solche Kontraste besser wirken, wenn es draußen stürmisch und ungemütlich ist und er hatte Recht damit. An diesem Tag im Oktober war es verregnet, der Wind pfiff in jede Ritze und der Himmel war bedeckt mit einer grauen Decke aus Wolken. Der Wald knackte überall und die Baumkronen bogen sich unter dem tosenden Wind. Meine Haare hingen ständig im Gesicht, der Regen peitschte aus Nordosten über die Felder. Diese Sturmlampe anzuzünden war dann auch noch die nächste Geduldsprobe – 10 Streichhölzer für den ersten Versuch, die Flamme in Gang zu bringen. Zippo? Fehl am Platz.

Ich sammelte meine Gedanken und konzentrierte mich nun auf die Pentacon, alles andere blendete ich aus. 12 Auslösungen – hauptsächlich Naturaufnahmen und zwei Aufnahmen mit dem lustigen Selbstauslöser, der immer noch funktioniert. Offenen Blende 2.8, Belichtungszeit 250, ISO 100 – das wars. Ich hatte keine Ahnung, wie die letztendlichen Ergebnisse aussehen würden. Somit versenkte ich den Film beim Filmentwickler meines Vertrauens und wartete – zwei Wochen natürlich. Hier nun die Ergebnisse.

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Black Wood Analog – Pentacon Six TL auf Lomography Earl Grey B&W 100

Auf meiner Zenit ET bin ich leider kein Fan von Schwarz-Weiß-Film, doch an einem kalten Tag im Mai habe ich den Lomography Earl Gray in meine Pentacon eingelegt und einfach drauf los geknipst. Ich hab dann wieder zwei Wochen gewartet, bis ich die entwickelten Fotos abholen konnte. Ich hatte meine Erwartungen nicht allzu hochgeschraubt, aber die Ergebnisse haben mich überrascht. Die Kontraste sind sehr stark und das Weiß geht eher mehr ins Grau. Ich habe noch zwei Filme, die ich auf jeden Fall in der dunklen Jahreszeit verwenden werde, wenn es hoffentlich mehr regnet, um einen Vergleich für die Entwicklung zu haben. Mittlerweile habe ich mich an die Carl Zeiss Linse gewöhnt, sie ist recht unscharf mit f2.8, aber ab einer höheren Blende konnte sie bei mir letztendlich doch punkten. Das Bokeh spricht Bände bei 80mm und direktem Sonnenlicht. Ich kann auch sagen wie schwer es ist mit solch einem Metallklotz aus den 60ern Selbstportraits zu schießen. Der Selbstauslöser dauert so um die 10 Sekunden und ist ein herrliches Geräusch auf das man sich sehr konzentrieren muss, wenn man den richtigen Moment einfangen will. Ein Stativ ist wahrlich von Nöten, weil die Kamera nach vorne kippt aufgrund des Objektivs. Ich konnte auch nur mit Offenblende fotografieren, weil der Hebel am Objektiv leider nicht automatisch einrastet. Also alles manuell machen und auf gut Glück hoffen, dass das Ergebnis einigermaßen akzeptabel wird. Wie dem auch sei – hier nun die Ergebnisse…

Kamera: Pentacon Six TL

Objektiv: Carl Zeiss 80mm f2.8

Film: Lomography Earl Grey ISO 100 120mm

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Black Wood Analog – Zenit ET auf Kodak Gold200/Ektar100/BW400

Ich hab mir im Januar die Zenit ET zugelegt, eine sowjetische Schönheit, die Anfang der 80er in Russland in Massen produziert wurde. Ich hab sie einem netten Herren abgekauft, der mir gleich ein Objektiv mutdazugegeben hat. Ich habe sie dann Tchernobog getauft, denn für mich ist diese Kamera ein schwarzer Gott. Sie ist äußert gut erhalten, doch sieht man, dass sie schon etwas an Geschichte erlebt haben muss. Die Mechaniken funktionierten einwandfrei und mit dem Helios 44-2, das ich seit letztem Jahr in meiner Sammlung hatte, war mein neuer 35mm-Liebling komplett. Die Zenit ET besitzt einen integrierten Belichtungsmesser, der dabei helfen soll, die richtige Blende und Belichtungszeit zu finden. Wer sich damit nicht so auskennt, kann sich darauf ganz gut verlassen, obwohl ich mich manchmal wirklich frage, ob ich das Ding Ernst nehmen soll. Ich holte mir also einen Kodak BW400CN und ging auf die Pirsch, um mich auszuprobieren. Die Ernüchterung kam dann einige Tage später als ich meinen ersten S/W-Film abholte. Die Bilder waren verrauscht und meist unterbelichtet. Ich beschloss dann für mich nicht mehr in S/W zu fotografieren, weil das einfach nicht meins war (inzwischen habe ich die Regel aber wieder gebrochen und mir ILFORD SFX 200 besorgt). Kurz danach, an einem äußert frostigen Vormittag, legte ich dann einen Kodak Gold ein und zog wieder los in den Wald. Ich nutze das Sonnenlicht für ein paar Lensflareaufnahmen und war  mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Ich bekam so langsam ein Gefühl für die verschiedenen Filme und probierte mich aus. Von 36 Auslösungen, waren ein Drittel meist großer Mist, aber dennoch konnte ich meine Erfahrung dadurch vertiefen, was ich mit der Zenit realisieren kann und was ich besser bleiben lassen sollte. Als Fazit kann ich sagen, dass ich die Zenit sehr oft in der Tasche habe und sie sehr flexibel ist. Sie ist klein, handlich und liefert tolle Ergebnisse, da lasse ich die DSLR gern einfach mal zu Hause und warte gespannt auf die Ergebnisse auf Rollfilm.

 

Kamera: Zenit ET

Objektiv: Helios 44-2 f2-0 & Weltblick 35mm f2.8

Film: Kodak BW400CN, Kodak Gold 200, Kodak Ektar 100

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Black Wood Analog – Kodak Portra 160

Vor einer Weile habe ich es endlich geschafft meine ganzen 120mm-Filme aus der Pentacon entwickeln zu lassen. Die Entwicklung hat immer so um die 8 Werktage gedauert und ich hab jeden Tag darauf gelauert, dass ich die Filme abholen konnte. Die Ergebnisse sind ganz zufriedenstellend, wie ich finde. Leider hat das Objektiv nun bewiesen, dass es nicht mehr das beste ist oder ich bin blind wie ein Maulwurf, aber was soll’s – es ist eben eine Vintagelinse aus den 80er Jahren. Bei Offenblende versagt es echt in der Schärfe und wenn man an der Seite nicht den kleinen Hebel festhält, damit die Blende standhaft bleibt, dann kommt es ganz schnell zu Überlichtungen. Das Bokeh ist dafür wieder der Wahnsinn und entfaltet seine Schönheit vor allem bei Sonnenschein. Mittlerweile achte ich auf diese Kleinigkeiten und habe mich damit arrangiert. Wie dem auch sei – hier sind die Ergebnisse auf Kodak Portra 160, der sich jetzt schon zu meinem Lieblingsfilm entwickelt hat. Den Kodak Ektar 100 habe ich auch schon bereit zu liegen, aber bis jetzt war noch nicht die Möglichkeit ihn ausgiebig zu testen.

Kamera: Pentacon Six TL

Objektiv: Carl Zeiss 80mm f2.8

Film: Kodak Portra 160 120mm

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Eine Art von Verbindung…

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Demnächst soll es ein paar kleine Gastbeiträge von anderen Fotografen auf meinem Blog geben. Ich suche deshalb Fotografen aus Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Verbundenheit zur Fotografie in den Fokus rücken und die gleiche Leidenschaft teilen wie ich. Egal ob Natur-, Portrait- oder Hochzeitsfotograf, jeder kann Teil dieser kleinen Geschichte werden. Der Beitrag wird immer in Form eines Interviews sein und der Fotograf wird hier mit einigen seiner ausgewählten Werke vorgestellt. Das ganze ist auch ganz unverbindlich. Ich hoffe, dass sich durch solche Kooperationen ein kleines Kollektiv bildet, welches andere dazu anregt Ideen, Kontakte und Erfahrungen auszutauschen. Wer Interesse hat oder jemanden kennt, den das interessieren könnte, schreibt mir einfach in die Kommentare und ich nehme Kontakt mit euch auf.

Bis dahin,

Wanheda

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Analoges Tagträumen

Das Equipment, welches wir gebrauchen spielt nur eine kleine Rolle. Vielmehr kommt es darauf an, es zu beherrschen. – Sam Abell

Im vergangenen Jahr hat mich das Analog-Fieber wieder einmal gepackt und ich war auf der Suche nach einer Kamera mit Lichtschachtsucher. Ich wollte gleich in die große Liga einsteigen und hab mir einen Wolf gesucht, denn von diesen Kameras gab es viele und wenn man keine Ahnung davon hatte, wie ich, dann fand man sich im analogen Dschungel bald nicht mehr zurecht. Ich stieß auf die Pentax67 – ein richtig schönes altes Ding, doch zu teuer. Ich war Anfänger und wollte gleich das Beste vom Besten. Aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass teure Technik nicht gleich einen professionellen Fotografen aus mir macht. Also dachte ich mir, dass ich meiner Hausmarke Canon treu bleiben sollte und informierte mich über die Canon F-1. Die war aber fast genauso teuer wie die Pentax67 und so langsam verzweifelte ich, ob ich nun überhaupt noch die richtige Kamera finden würde.

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Vor Jahren hatte ich einmal drei alte analoge Kameras geschenkt bekommen, die leider nicht mehr funktionierten. Sie standen als schöne Deko in meinen Regal und starrten mich an – ich starrte zurück, sah mir die Objektive genauer an und suchte nach Carl Zeiss. Bing schlug jede Menge Objektive vor, ob alt oder neu, die waren nicht billig. Dann erschien ein Foto, welches swirly Bokeh aufwies, jeder der mich kennt, weiß, dass ich ein Bokeh-Fanatiker bin – und es war um mich geschehen. Ich öffnete den Link des Fotos und stieß auf die Pentacon SixTL, ein analoger Riese aus den 60gern. Tja, was soll ich sagen – es war Liebe auf den ersten Klick.

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Ich sog Youtube-Videos auf, die zeigten, wie man mit der Pentacon umgehen würde und wie die Arbeiten aussahen. Ich schlief eine Nacht darüber und beschloss mir diesen Metallklotz zu kaufen. Ich begab mich also weiter auf die Suche nach einem guten Angebot und wurde schnell fündig bei einem Fotografie-Museum, die noch eine Pentacon in gutem Zustand besaßen. Das war aber nur der Body. Ein Objektiv zu finden war dann wesentlich schwieriger. Die meisten kamen aus Russland oder der Ukraine und ich war mir unsicher, ob bei mir nicht eine russische Antiquität mit Glaspilz ankommen würde oder sogar mit gebrochener Linse. Dennoch war das Glück auf meiner Seite und ich konnte an ein Modell kommen, dass meinen Ansprüchen vollkommen genügte. Das Carl Zeiss Jena 80mm f2.8 stopfte nun das Loch zum analogen Traum.

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So, jetzt war die Welt erstmal spiegelverkehrt, als ich das erste Mal durch den Sucher schaute, man blickt nämlich von  oben rein und dann ist man erstmal etwas orientierungslos. Es gibt zwar noch andere Sucheraufsätze, aber den Lichtschachtsucher fand ich am besten. Ich bestellte mir dann den Portra 120mm-Film von Kodak, der 5 Filme mit jeweils 12 Abzügen enthielt und legte los. Das Fotografieren mit der Pentacon ist wirklich eine außergewöhnliche Erfahrung. Da die Anzahl an Bildern auf dem Film stark begrenzt ist, sollte man sich genau überlegen, was man fotografieren möchte. Die Pentacon ist keine Schnappschuss-Kamera, sie ist etwas für die besondere Gelegenheit, sie hebt sich von der Masse ab. Sie ist sehr schwer, deshalb nur mit zwei Händen zu bedienen, aber auf ein Stativ gespannt, kann man auch Selbstportraits fotografieren, dank des Zeitverzögerungsmechanismus.

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Den Sommer verbrachte ich dann damit ein paar Filme mit den Momenten, die ich für würdig erachtete, zu belichten und überlegte dann, wie ich die Filme entwickeln sollte. Ein hessischer Fotograf, der fast nur analog arbeitete, gab mir einige Tipps, wie ich es selber machen könnte. Da ich aber keine Ahnung davon hatte und mich im Umgang mit den Chemikalien sehr unsicher fühlte, lagen die Filme dann ewig herum und warteten darauf zu enthüllen, was sie eingefangen hatten. Monate später ging ich mit allen Filmen in die Drogerie meines Vertrauens und warf die Filme auf gut Glück einfach mit in den Entwicklungsservice, den ich auch für die Canon 1000FN benutze.

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Ich ging dann jeden Tag nachsehen und war schon ganz aufgeregt, wie die Fotos wohl aussehen würden. Es dauerte ein paar Tage, aber ich hatte dann tatsächliche meine entwickelten Filme bekommen. Quadratische Kostbarkeiten, die ich mit einer Erwartung aus der Entwicklertasche riss. Ich muss zugeben, dass ich von mir und meinem fotografischen Auge zu viel erwartet habe. Die meisten Abzüge waren verschwommen oder überbelichtet. Aber was sollte man als Anfänger auch anderes erwarten? Gleich am nächsten Tag bin ich wieder mit der Pentacon losgezogen und habe nach einzigartigen Kompositionen gesucht. Der Film wird gerade entwickelt.

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