Tosende Kiefern und alte Filmrollen

Mein liebster Wald, eine Sturmlampe und ein tosender Wind in den Kiefern. Zu der Geschichte hinter den Fotos will ich gar nicht viel erzählen. Vor ein paar Tagen hatte ich mir eine Sturmlampe besorgt, um einige Ideen damit auszuprobieren. Wie gewohnt bin ich bepackt wie ein Esel los gefahren in meinen Lieblingswald ein Dorf weiter und hab mich von den Gegebenheiten überraschen lassen. In letzter Zeit wollte ich wieder mehr analog fotografieren und habe auch des öfteren bewusst nur meine Pentacon in der Tasche mitgenommen. Leider waren die letzten Umsetzungen damit nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Ich war im Stress und irgendwie auch davon überzeugt ein gutes Foto zu schießen. Von 12 kostbaren Abzügen und zwei Wochen des Wartens auf den entwickelten Film, kam dann nur ein gutes Foto heraus. Ich war etwas sauer auf mich selbst, weil ich einfach meine Filmrollen so verschleudert habe – für nichts.

Es war nur wieder einmal die Erfahrung mit mehr Gewissenhaftigkeit an die Dinge zu gehen und nicht einfach drauf loszuschießen wie mit einer DSLR. Wie dem auch sei bin ich dieses Mal wirklich gezielt vorgegangen, habe mich mit Perspektiven auseinandergesetzt und überlegt, was ich ablichten möchte, weil es nur 12 Fotos sind, die mir zur Verfügung stehen und es meine letzte Rolle 120mm-Film war. Diese 120mm Filmrollen kosten schon ein kleines Vermögen. Wenn man Glück hat, bekommt man gute Filmrollen zu einem moderaten Preis. Die Filme von Lomography sind meist in einer limitierten Auflage zu erhalten, daher immer schnell ausverkauft. Ich habe den Earl Grey B&W 100 ausprobiert, der im 3er-Pack erhältlich war und bin damit ganz zufrieden. Aber am liebsten lege ich Kodak Portra ein, weil die Farben wirklich der Hammer sind.

Bewusst schwarz-weiß zu fotografieren finde ich schwierig. Z. meinte, dass solche Kontraste besser wirken, wenn es draußen stürmisch und ungemütlich ist und er hatte Recht damit. An diesem Tag im Oktober war es verregnet, der Wind pfiff in jede Ritze und der Himmel war bedeckt mit einer grauen Decke aus Wolken. Der Wald knackte überall und die Baumkronen bogen sich unter dem tosenden Wind. Meine Haare hingen ständig im Gesicht, der Regen peitschte aus Nordosten über die Felder. Diese Sturmlampe anzuzünden war dann auch noch die nächste Geduldsprobe – 10 Streichhölzer für den ersten Versuch, die Flamme in Gang zu bringen. Zippo? Fehl am Platz.

Ich sammelte meine Gedanken und konzentrierte mich nun auf die Pentacon, alles andere blendete ich aus. 12 Auslösungen – hauptsächlich Naturaufnahmen und zwei Aufnahmen mit dem lustigen Selbstauslöser, der immer noch funktioniert. Offenen Blende 2.8, Belichtungszeit 250, ISO 100 – das wars. Ich hatte keine Ahnung, wie die letztendlichen Ergebnisse aussehen würden. Somit versenkte ich den Film beim Filmentwickler meines Vertrauens und wartete – zwei Wochen natürlich. Hier nun die Ergebnisse.

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Vollendung

17. Februar, 2:23 AM

Ein Anruf – von einer öffentlichen Telefonzelle. Ein Opfer – 28, weiblich. Eine Karte – sein Markenzeichen. Er ist es, ich weiß es. Es gibt keine Zweifel, aber diesmal ist etwas anders. Es ist persönlich. Mein Name steht auf einem Zettel. Ich bin leitender Ermittler, vom Hauptkommissar dazu beauftragt worden. Aber jetzt bin ich Teil seines Spiels. Wieso? Eine Bibel wurde am Tatort gefunden. Markiert war ein christliches Lied in Bezug auf Tod und Ewigkeit. Das ist neu. Er hat sich Zeit gelassen alles auszuwählen und hat alles minutiös geplant. Er wusste, wann wir am Tatort eintreffen würden. Möglicherweise beobachtet er uns. Jetzt. In dieser Sekunde.

3. März, 3:49 AM

Die Spur führt ins nichts. Niemand hat ein solches Kartenspiel verkauft. Wahrscheinlich besitzt er es schon länger. Die Bibel wurde aus einer öffentlichen Bibliothek ausgeliehen und nie zurückgebracht. Niemand erinnert sich daran. Es gibt keine Aufzeichnungen bis auf eine alte Adresse. Eine falsche Adresse, dennoch wird sie untersucht. Ein altes Lagerhaus in einem Industriegebiet. Warum stand mein Name auf diesem Zettel? Was will mir der Täter sagen? Er wollte, dass ich hier her komme.

18. April, 9:21 AM

Ein Anruf – wieder. Ein Opfer – wieder. Eine Karte – wieder. Zum zweiten Mal das gleiche Spiel. Immer dieselbe Vorgehensweise, aber der Hintergrund für seine Taten bleibt verdeckt. Langsam glaube alle, dass wir es mit einem Serienkiller zu tun haben. Aber wer ist er? Ein gelangweilter Psychopath? Ein bibelbesessener Fanatiker oder ein spielsüchtiger Geschäftsmann auf der Suche nach dem ultimativen Kick? Das forensische Team zerbricht sich den Kopf. Ich liege Nacht für Nacht wach. Alles Spuren sind nichtssagend, ich komme nicht voran. Was ist das für ein Spiel?

Info:

Das ist ein kleines Experiment, welches ich schon länger geplant hatte. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich einen Teil aus meiner Geschichte „Vollendung“. Untermalt mit dazu passenden Bildern soll diese Geschichte mit der Zeit wachsen. Ich weiß nicht wohin sie führen wird, denn es ist ein Experiment. Viel Spaß auf der Jagd.

The Call of the Wild

Deep in the forest a call was sounding, and as often as he heard this call, mysteriously thrilling and luring, he felt compelled to turn his back upon the fire and the beaten earth around it, and to plunge into the forest, and on and on, he knew not where or why; nor did he wonder where or why, the call sounding imperiously, deep in the forest. 

– Jack London

Keine Sonne, graue Wolken, stürmische Böen, Nieselregen, nicht zu durchdringender Nebel – dieses Wetter draußen wird den einen oder anderen sicher depressiv machen, aber für mich ist diese düstere Stimmung eher ein Antidepressivum. Der Sommer war zu lang und zu heiß. Nun ist aber fast November und die Temperaturen sind endlich der Jahreszeit entsprechend. Natürlich freue ich mich, wenn die Sonne scheint, aber noch mehr freue ich mich, wenn es draußen regnet und stürmt, denn dann habe ich die besten Ideen. Also Kamera checken, Tee in die Thermoskanne füllen, Rucksack packen und ab mit dem Rad in Richtung Nirgendwo. Die Wildnis ruft – es ist Zeit für eines dieser kleinen Abenteuer vor der Haustür.

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Der Wind hat kein Erbarmen, kommt von vorn und macht die Fahrt ein wenig mühselig. Aber nichtsdestotrotz sprudeln in meinem Kopf immer noch die Ideen vor sich hin und wollen realisiert werden. Mit dem Soundtrack von The Handmaid’s Tale im Ohr wird die Fahrt unter den grauen Wolken noch etwas bedrohlicher, aber meiner Vorstellungskraft gibt es noch etwas mehr Anreiz. The road goes on and on and on…. Das Laub ist wie weggefegt von der Straße, aber die kleinen Dinge die man dort findet sind es trotzdem wert abgelichtet zu werden. Die Teerstraße war früher mal ein alter Bahndamm und jetzt verbindet sie alle Dörfer miteinander, so dass man sie schnell mit dem Rad erreichen kann. Ich fahre hier ständig lang, beobachte wie sich die Natur verändert, welche Vögel man sehen kann oder genieße einfach die Ruhe.

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Die Straße schlängelt sich in die Ewigkeit, rechts das Moor und links der Buchenwald. Die Kraniche schwirren irgendwo über mir und rufen, ein paar Rehe überqueren vorsichtig den Weg als ich gerade mein Stativ aufbaue. Ich halte inne und lasse die scheuen Tiere passieren. Unter ihnen ist auch das schwarze Reh, welches ich letzten November zum ersten Mal gesehen habe. Die kleine Herde lässt sich von mir nicht stören und so gehen sie ihren Tagwerk nach und ich meinem. Der Geruch der Tannen lässt mich an ein schönes Lagerfeuer denken, doch mir klebt nur der Harz an den Fingern als ich an den Zapfen rieche. Der Wind ist ruhiger geworden, aber trotzdem sind meine Fingerglieder steif geworden. Der Tee in meinem Abenteuerbecher wärmt mich.

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Ich renne die Straße entlang so schnell ich kann. Ich renne mir die Seele aus dem Leib bis ich nicht mehr kann – alles für ein Foto. Ich scheuche alles auf, was sich in den Büschen versteckt hält. Ein Viertel-Meilen-Lauf mit vollgepacktem Rucksack – warum? Weil es irgendwie befreiend ist kurz nichts anderes zu spüren als die Luft, nach der man ringt und die Schmerzen, weil man überhaupt keine Kondition mehr hat. Ich kriege damit die Gedanken aus meinem Kopf, die wie ein Strudel darin rotieren.

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WESTERN BORDERLANDS

Der lange Weg nach Westen. Es gab nur diese Richtung, keinen Anhaltspunkt, keinen Ort, wo ich dich finden würde. Meine Reise war weder geplant noch gewollt, aber ich musste dich wiederfinden, denn du bedeutest mir alles. Du wurdest mir aus meinen Armen entrissen, hast geschrien und dich gewehrt. Doch alles andere war mächtiger – mächtiger als du und mächtiger als ich.

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Alles was zurück blieb war ein Krater. Ein Krater, in dem einst mein Herz gesteckt hatte. Nun ist dort ein schwarzes Loch, welches nicht gefüllt werden kann, bis ich dich wieder in meine Arme schließen kann. Ich bin verlassen und leer. Die Dunkelheit umfängt mich und mit jedem Tag, den du nicht an meiner Seite bist, verblassen die Erinnerungen an dich. Doch tief in diesem schwarzen Höllenkreis schlummert ein Funken, der das Feuer in meinem Herz von neuem entfacht und mir die Kraft und den Mut schenkt, um dich zu kämpfen, dich zu retten aus der erbarmungslosen Gefangenschaft, in die du gesteckt wurdest.

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Weiter treibt mich mein Weg voran an die Küste, die so weit entfernt scheint, dass ich fast glaube sie nicht mehr erreichen zu können. Der Wind weht nach Westen und trägt die Hoffnung mit sich hinfort, die irgendwo in den Tiefen meiner Gedanken verloren liegt. Jeder Tag ist eine Herausforderung. Doch ich gehe immer weiter Richtung Westen, Schritt für Schritt. Ich beginne Tagebuch zu führen, um meine Erinnerungen festzuhalten, die mir mit jeder Sekunde entgleiten. Tausende Seiten könnte ich füllen, wem jedoch soll ich davon erzählen? Ich bin allein. Du bist allein.

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Die Ebenen werden weiter, meine Füße immer schwerer. Der Pfad, den ich beschreite bleibt mir verborgen. Ich wandere Tag und Nacht, bei Regen und Sonne. Wo bist du? Wann bist du? Die Schmerzen werden langsam unerträglich über deinen Verlust. Verlust – bist du mein Verlust? Ich denke, dass du tot bist. Du bist gestorben, als ich dich verloren habe. Wieso sage ich so etwas? Habe ich dich begraben zusammen mit den Erinnerungen an dich? Aber ich will mich erinnern, doch sie liegen zu lange zurück um noch darüber zu sprechen oder zu schreiben. Der Mut verlässt mich. Ich kann nicht mehr weiter gehen. Die Schmerzen in den Beinen brennen.

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Endlich! Das Ziel ist nahe. Das Grenzland liegt vor mir. Nur noch ein paar Meilen zwischen mir und dir. Steh auf! Gib dich nicht dem Schwermut hin, Misstrauen wird dir nicht helfen. Vertraue auf deine Intuition. Ich mache mich bereit, packe meine Habseligkeiten für den letzten Marsch, um dich zu finden. Ich spüre etwas. Ein Gefühl der Wärme. Feuer. Die Hoffnung ist erneut entflammt, denn du bist in der Nähe. Wie lange habe ich nur nach dir gesucht? Viel mehr noch – was hat es mich an Kraft gekostet, dich zu finden? Doch ich weiß, du bist da. Am Leben. Für dich, für mich, für uns.

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Ich sehe dich. Jetzt. In diesem Augenblick. Ich werde dich retten. Werde DICH retten…

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Wilder´s Diaries

Ich reise niemals ohne mein Tagebuch. Man sollte immer etwas Aufregendes zu lesen bei sich haben.

– Oscar Wilde

Ich und mein Iphone – es ist manchmal mein Tagebuch, hält die Augenblicke für mich fest, wenn ich schon gar nicht mehr dran denke. Über die letzten Monate hat sich einiges an Material angehäuft und ich musste mal wieder meinen Feed entrümpeln und Platz schaffen für Neues. Es ist irgendwie merkwürdig welche Perspektiven mit dem IPhone entstehen, die ich mit meiner DSLR so gut wie nie nutze. Ich hab bei Instagram einen Account unter dem Namen wildersdiaries angelegt, der schon einiges an Schnappschüssen festhält. Aber hier kommen nun die schönsten Fotos zusammen, die ich über den Sommer/Herbst gemacht habe. Die Kategorie IPhonography wird somit in Wilder´s Diaries fallen, weil es besser zur Ästhetik des Blogs passt.

Die Stimmung der Fotos ist sehr düster, obwohl es an diesem Tag sehr heiß war. Der Juni war geprägt von dunklen Himmeln und dem Geruch von Weizen.

Ende Juli war es genauso heiß und die Lust am Fotografieren ist mit jeder Sekunde geschmolzen unter der unbarmherzigen Hand der Sonne.

Der erste Regen nach Monaten hing noch in der Luft an diesem frühen Morgen. Der August stimmte langsam auf den Herbst ein, denn überall gab es bereits herabfallende Blätter. Auch der lang Urlaub ging langsam zu Ende.

Staub, überall Staub. Die Felder waren bereits abgemäht in diesen ersten Septemberwochen und der Boden lächzte immer noch nach Feuchtigkeit. Alles was ich fand waren Dürre und Verwesung.

Wieder im Arbeitsalltag angekommen waren Ausflüge in den Wald leider Mangelware, doch ich nahm mir die Zeit und bin mit Z. in neue Gefilde aufgebrochen. Der Wald war still Ende September, gab mir aber neue Energie und Vorfreude auf den Herbst.

Und da ist er nun – der Oktober. Rote Himmel, fallende Blätter und ein pfeifender Wind. Die Sonne steht tief und zaubert einen goldenen Schimmer über alles was sich bewegt. Der Altweibersommer scheint dieses Jahr nicht zu Ende gehen zu wollen.

Was soll ich sagen? Der Herbst ist endlich da, auch wenn man noch keine Mütze braucht.

Ein kühler Morgen mitte Oktober. Die Kraniche ruhen auf den Feldern und der Dunst sammelt sich mit der aufgehenden Sonne auf dem See. Die Dörfer sind ruhig und ich bahne mir einen Weg raus aus der Zivilisation.

Selbstverliebt, oder was?

Ist es Selbstverliebtheit, wenn ich ständig vor der Kamera posiere, obwohl ich auch andere Dinge in Szene setzen könnte? Kommt es irgendwie arrogant rüber, wenn man durch meine Beiträge scrollt und immer nur das gleiche Gesicht sieht? Denken die Leute ich wäre einsam und hätte keine Freunde, die mit mir Zeit verbringen oder dass ich einfach Langeweile hätte?

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Diese Fragen habe ich mir schon des öfteren gestellt, bin aber nie zu einer richtigen Antwort gekommen. Der Großteil des Blogs besteht aus Selbstportraits von mir, die wohl irgendwie das darstellen sollen, was ich nicht in Worte fassen kann oder nach außen bringen kann. Ich bin ein stiller und introvertierter Mensch und auf meinen Fotos muss ich nichts verbalisieren, um etwas ausdrücken zu können. Diese Fotos sind meist ein stiller Reminder für mich in der gegenwärtigen Situation, in der ich gerade stecke. Manchmal fahre ich mit irgendwelchen wirren Ideen raus in den Wald und habe sie schon wieder vergessen, wenn ich dort angekommen bin. Es läuft immer alles etwas chaotisch, weil ein Bild in meinem Kopf schon entstanden ist und ich wie ein Eichelhäher irgendwo eine Idee vergraben habe, mich aber später nicht mehr dran erinnern kann, wo ich sie gelassen habe oder wie ich sie umsetzten wollte.

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Stativ aufbauen, Kamera einschalten, Objektiv checken, Selbstauslöser aktivieren – vier simple Schritte, die mir ins Blut übergegangen sind. Früher habe ich mich merkwürdig gefühlt vor der Kamera zu posieren. Ich kam mir irgendwie nackt vor, als ob andere Menschen etwas von mir sehen könnten, was ich eigentlich für mich behalten wollte. Ich fühlte mich unwohl, wenn Leute in der Nähe waren und mich beobachteten. Dann tat ich immer so, als würde ich schwer beschäftigt sein die Landschaft zu fotografieren und habe wirr in den Einstellungen meiner Kamera gesucht. Deswegen suche ich mir wohl immer die abgelegensten Orte zu den unmenschlichsten Zeiten, weil ich weiß, dass ich dort allein und ungestört sein kann. Ich kann springen, mich verrenken, schnell umziehen oder vor der Kamera wegrennen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

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Da stand ich nun also mitten im Nirgendwo – ein Mädchen allein mit ihrer Kamera ohne Ahnung, was dabei herauskommen würde.  Aber nach einer gewissen Zeit fiel es mir leichter und ich wurde selbstbewusster, weil ich mich als Person jedes Mal in einem anderem Licht sehen konnte. Ich konnte machen was ich wollte und fühlte mich wohl, weil niemand von außen sich in meinen Arbeitsprozess einmischen konnte. Natürlich bin ich selbst mein größter Kritiker und versuche ständig etwas anders zu machen, aber irgendwie hat sich dadurch mein Stil entwickelt, den ich leider selbst nicht beschreiben kann. Manchmal bin ich die Wahrheit und manchmal bin ich eine Lüge – wie das zustande kommt? Während des Bearbeitungsprozesses entwickelt sich in meinen Gedanken eine Geschichte zu den Bildern, die ich dann in einer bestimmten Reihenfolge zusammensetzen kann. Manchmal mit mehr Sinn, manchmal ohne Sinn.

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Auf meinen Fotos sieht man mich so gut wie nie lächeln. Ich lache – ständig, am liebsten mit Z. oder über Z., das bin ich und nicht die Person, die ich auf den Fotos darstelle, manchmal mehr, manchmal weniger.

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Entstanden sind die Fotos an einem heißen Vormittag im Juli mit dem Lensbaby Twist60 und der Canon EOS80D.

In the woods somewhere

My head was warm
My skin was soaked
I called your name
‘Til the fever broke

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When I awoke
The moon still hung
The night so black
That the darkness hums

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I raised myself
My legs were weak
I prayed my mind
Be good to me

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An awful noise
Filled the air
I heard a scream
In the woods somewhere

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A woman’s voice
I quickly ran
Into the trees
With empty hands

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A fox it was
He shook afraid
I spoke no word
No sound he made

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His bones exposed
His hind was lame
I raised a stone
To end his pain

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What caused the wound?
How large the teeth?
I saw new eyes
Were watching me

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The creature lunged
I turned and ran
To save a life
I didn’t have

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Deer in the chase
There as I flew
I forgot all prayers
Of joining you

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I clutched my life
And wished it kept
My dearest love
I’m not done yet

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How many years
I know I’ll bare
I found something
In the woods somewhere

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In the woods somewhere by Hozier

Zeit ist relativ – eine Zwischenbilanz

Der Sommer ist zu Ende und der September klopft an der Tür, um die Schwelle zu meiner liebsten Jahreszeit zu überschreiten. Der Herbst ist mit Ach und Krach eingekehrt. Die Luft hat sich verändert, es wird endlich früher dunkel und der Abendhimmel zeigt sich in den schönsten Rottönen. Am Morgen sammelt sich der Nebel in den Senken der Wiesen und Felder, wartet darauf, dass die Sonne am Horizont hervorbricht, um alles in ein goldenes Licht zu tauchen. An all diesen Dingen empfinde ich Freude, denn ich bin ein Herbstmensch.

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Gleichtzeitig ruft diese Zeit einen Moment aus meinen Gedächtnis zurück, die meine Emotionen in das Gegenteil verwandelt. Eine Epoche voller Aufruhe, Verzweiflung und Unwissenheit. Ein Gemütszustand, an den ich mich nicht gern zurückerinnere, der mich aber jeden Tag begleitet und mit dem Dahingleiten der vergangenen Monate habe ich verstanden, dass es wieder besser wird. Ich wurde mit den schlimmsten Ängsten meines Lebens konfrontiert, habe kaum Nächte durchgeschlafen und immer neue Zustände an mir erlebt, die ich nicht kannte – ich musste mir selbst helfen und verstehen, was gerade mit mir und meinem Leben passierte. Ich war ahnungslos, wie ich das schaffen sollte und es hat viel Zeit und Kraft gekostet  – aber ich bin noch hier.

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Genau vor einem Jahr habe ich mit diesem Blog angefangen. Ich fühlte mich wie John Watson – einsam, etwas verlassen und zu introvertiert, um ein Abendteuer zu erleben. Also habe ich einfach drauflosgeschrieben, mir Gedanken gemacht und sie mit Bildern untermalt. Ich fühlte mich ein wenig komisch meine Gedankenwelt mit dem Äther des Internets zu teilen. Ich wollte nicht so erscheinen, als hätte ich einen akuten Geltungsdrang, dem schnell Abhilfe geschaffen werden musste, aber ich wollte mich nicht weiter verstecken, denn ich brauchte jemanden zum Reden, auch wenn dieser jemand nur der Laptop und die leere Seite mit dem blinkendem Tab war. Ich fühlte mich weniger verlassen, weil ich einfach alles aufgeschrieben habe, was ich niemanden erzählen konnte oder wollte. Eine Art Selbsttherapie hat damit für mich gestartet. Ich habe reflektiert und selektiert, um gewisse Dinge zu verarbeiten und mir einen Weg aus diesem Sumpf der negativen Gefühle zu bahnen. Mit Erfolg – mal mehr, mal weniger.

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Nach den ersten Blogbeiträgen stellte sich mir die Frage, ob das etwas längerfristiges werden könnte und ich habe laut gelacht und mir selbst gesagt, die Ausdauer würde ich nicht besitzen. Ich bin ein Mensch mit tausenden Ideen am Tag, mein Kopf explodiert manchmal vor Kreativität und ich weiß nicht wohin damit. Der Blog hat sich zu einem meiner vielen Ventile entwickelt, wenn in meinem Gehirn wieder nur Gedankenblitze herrschen und ich einfach herausschreien will, was auch raus muss. Natürlich schreie ich nicht. Ich bin in allen Lebenslagen ein stiller Beobachter und diese Entwicklung mit dem Schreiben und dem Fotografieren habe ich ebenfalls still beobachtet, um ein Fazit zu treffen und den Zwischenzustand zu beurteilen. Ich fühle mich damit auf jeden Fall besser – stabiler, wenn man den Server, auf dem der Blog liegt, als Säule oder festen Standpunkt im Leben bezeichnen kann. Es hilft mir und vielleicht ja auch dem ein oder anderen.

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Ich denke, dass es weiter geht wie gehabt. Das Rad der Zeit bleibt nicht stehen, denn Benjamin Linus hat es weiterbewegt. Ich werde auf dieser kleinen Plattform nicht die Welt mit dem verändern, was ich hier schreibe, aber es wird meinen Mikrokosmos weiterdrehen oder verändern und mir immer geben, was ich gerade brauche. Einen Raum in mitten tausend anderer Räume – Tagebuch, Galerie, Weltbewegung. Ich kann also beruhigt mit den Dingen vorangehen, die mich prägen und bewegen. Sie geben mir die Freiheit mich und meine Gedankenwelten ins Gleichgewicht zu bringen, zu fokussieren und mich mit Zufriedenheit zu erfüllen.

Bis dahin und mahalo…

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Black Wood Analog – Pentacon Six TL auf Lomography Earl Grey B&W 100

Auf meiner Zenit ET bin ich leider kein Fan von Schwarz-Weiß-Film, doch an einem kalten Tag im Mai habe ich den Lomography Earl Gray in meine Pentacon eingelegt und einfach drauf los geknipst. Ich hab dann wieder zwei Wochen gewartet, bis ich die entwickelten Fotos abholen konnte. Ich hatte meine Erwartungen nicht allzu hochgeschraubt, aber die Ergebnisse haben mich überrascht. Die Kontraste sind sehr stark und das Weiß geht eher mehr ins Grau. Ich habe noch zwei Filme, die ich auf jeden Fall in der dunklen Jahreszeit verwenden werde, wenn es hoffentlich mehr regnet, um einen Vergleich für die Entwicklung zu haben. Mittlerweile habe ich mich an die Carl Zeiss Linse gewöhnt, sie ist recht unscharf mit f2.8, aber ab einer höheren Blende konnte sie bei mir letztendlich doch punkten. Das Bokeh spricht Bände bei 80mm und direktem Sonnenlicht. Ich kann auch sagen wie schwer es ist mit solch einem Metallklotz aus den 60ern Selbstportraits zu schießen. Der Selbstauslöser dauert so um die 10 Sekunden und ist ein herrliches Geräusch auf das man sich sehr konzentrieren muss, wenn man den richtigen Moment einfangen will. Ein Stativ ist wahrlich von Nöten, weil die Kamera nach vorne kippt aufgrund des Objektivs. Ich konnte auch nur mit Offenblende fotografieren, weil der Hebel am Objektiv leider nicht automatisch einrastet. Also alles manuell machen und auf gut Glück hoffen, dass das Ergebnis einigermaßen akzeptabel wird. Wie dem auch sei – hier nun die Ergebnisse…

Kamera: Pentacon Six TL

Objektiv: Carl Zeiss 80mm f2.8

Film: Lomography Earl Grey ISO 100 120mm

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Love by Daughter

I can’t forget it,
Though I’ve tried
I know you regret it, love,
You told me so many times.

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But I still wonder
Why
You left with her
And left me behind

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Take your hands off him
‚Cause he’s the only one that I have ever loved
And please don’t find her skin
When you turn the lights out

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I can’t erase it from my mind
I just replay it, love,
Think of it all of the time.

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But I don’t want to imagine
Words you spoke to her that night.
Naked bodies look like porcelain,
You both knew I’d be bleeding inside.

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Did she make your heart beat faster than I could?
Did she give you what you hoped for?
Oh, nights of loveless love, I hope it made you feel good,
Knowing how much I adored you.

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You’re making me sick, love.

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